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Wirtschaft

Flughafen Berlin-Brandenburg

Neues Notfallszenario für BER-Eröffnung

Der Betreiber des Hauptstadtflughafens BER erwägt nach SPIEGEL-Informationen einen Notfallplan für die geplante Eröffnung. Der Pannen-Airport könnte demnach auch dann in Betrieb gehen, wenn das Hauptterminal noch nicht fertig sein sollte.

DPA

Flughafen Berlin Brandenburg

Von
Freitag, 08.12.2017   18:00 Uhr

In der Berliner Flughafengesellschaft gibt es nach SPIEGEL-Informationen Überlegungen, den Hauptstadtflughafen BER im Jahre 2020 zur Not auch ohne das technisch vermurkste Hauptterminal in Betrieb zu nehmen.

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Nach SPIEGEL-Informationen könnte ein Terminal-Neubau, ohne große architektonische Ambitionen hochgezogen, "in industrieller Fertigbauweise", teilweise dessen Funktion übernehmen. Das Gebäude mit dem Namen "T1E" wurde bereits vom Aufsichtsrat beschlossen - eigentlich als Flughafenerweiterung. Es soll 100 Millionen Euro kosten. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Denn Schwachpunkt bei BER bleibt das technisch hoch komplexe Hauptterminal. Bis heute funktionieren Sicherheits-Haustechnik und Brandschutz alles andere als reibungslos. Erst vor Kurzem hatte der TÜV Rheinland erneut "systemische Mängel" bei der Brandschutzsteuerung festgestellt - sechs Jahre nachdem derartige Fehler zum ersten Mal aufgetaucht waren. Auch weiß bis heute niemand, ob und wann die für zig Millionen Euro aufwendig umgebaute Entrauchungsanlage jemals funktioniert.

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BER: Die peinlichsten Pannen

Der Rest des BER ist hingegen im Prinzip betriebsbereit. Von den beiden Seitenflügeln wurde der Pier Nord inzwischen von den Behörden abgenommen. Pier Süd und die beiden Start- und Landebahnen sind funktionsfähig, die Roll- und Vorfelder einsatzbereit. Gelänge es, das zentrale Terminal provisorisch zu ersetzen, könnte der BER erst einmal starten.

Am Freitag, den 15. Dezember, tagt der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft. Die BER light Variante soll bei der Sitzung aber noch nicht erörtert werden. "Trotz aller technischen Schwierigkeiten" bleibe das Fluggastterminal "das Kernstück des BER und wird fertiggestellt", sagt ein BER-Sprecher.

Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup will auf der Sitzung einen konkreten Eröffnungstermin für den BER nennen. Insider gehen von einem Termin in der zweiten Hälfte des Jahres 2020 aus. Dann, so die bisherige Planung, wäre auch der Neubau T1E fertig.

Foto: SPIEGEL ONLINE, dpa

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insgesamt 36 Beiträge
F. S. 08.12.2017
1. Provisorium T1E?
Super!! T1E, ein Provisorium, gewiss für die Ewigkeit...! Auf die Idee hätte man schon früher kommen können, dann wäre der BER schon seit 2009 fertig. Aber die 'Großstadtsucht' verursacht von einigen großmannssüchtigen [...]
Super!! T1E, ein Provisorium, gewiss für die Ewigkeit...! Auf die Idee hätte man schon früher kommen können, dann wäre der BER schon seit 2009 fertig. Aber die 'Großstadtsucht' verursacht von einigen großmannssüchtigen Provinzpolitikern kamen dieser einfachen Logik leider in die Quere.
DerNachfrager 08.12.2017
2. Warum holen die ausgerechnet den TÜV Rheinland ?
Zufällig weil der als "großzügig" beim Testieren gilt ?
Zufällig weil der als "großzügig" beim Testieren gilt ?
Knackeule 08.12.2017
3. Vorschlag
Oh Gott, die allmonatliche Wasserstandsmeldung vom Berliner Katastrophen-flughafen. Und noch immer tun Behörden und Medien so, als ob dieses beispiellose Disaster-gebilde jemals in Betrieb gehen würde. Tut es garantiert niemals, [...]
Oh Gott, die allmonatliche Wasserstandsmeldung vom Berliner Katastrophen-flughafen. Und noch immer tun Behörden und Medien so, als ob dieses beispiellose Disaster-gebilde jemals in Betrieb gehen würde. Tut es garantiert niemals, seht das doch endlich ein. Stellt endlich die Bauarbeiten ein und deklariert diesen Trümmerhaufen als Mahnmal des üblichen Politiker- und Behördenversagens. Und stellt Berlin endlich unter Zwangsverwaltung der Geber-Länder.
HeisseLuft 08.12.2017
4. Vergesst es einfach
Ach, ist doch egal. Bis das Ding fertig ist, ist Beamen marktreif.
Ach, ist doch egal. Bis das Ding fertig ist, ist Beamen marktreif.
stevie25 08.12.2017
5. Richtiger Ansatz
Erkannt: Das Hauptgebäude ist nicht mehr zu retten, müsste vollständig entkernt werden. Aber anstatt sich das einzugestehen, will man jetzt mit Blechhütten wie an Schönefeld alt den Betrieb aufnehmen. Danke für diese [...]
Erkannt: Das Hauptgebäude ist nicht mehr zu retten, müsste vollständig entkernt werden. Aber anstatt sich das einzugestehen, will man jetzt mit Blechhütten wie an Schönefeld alt den Betrieb aufnehmen. Danke für diese Realsatire !

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