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Wirtschaft

Trotz Sparzwängen

Griechenland modernisiert Kampfjets

Das finanziell angeschlagene Griechenland will in seine Luftwaffe investieren. Mehr als jedes zweite F-16-Kampfflugzeug soll aufgerüstet werden.

DPA

F-16-Flieger der griechischen Luftwaffe in Athen (Archiv)

Samstag, 28.04.2018   19:14 Uhr

Ungeachtet erheblicher Haushaltszwänge will die griechische Luftwaffe nun doch ihre Kampfflugzeugflotte modernisieren. Wie die Regierung in Athen am Samstag mitteilte, fiel die Entscheidung bei einer Dringlichkeitssitzung des Kabinettsausschusses für Verteidigung unter Vorsitz von Ministerpräsident Alexis Tsipras einstimmig.

Der Deal war im vergangenen Oktober während eines USA-Besuchs von Tsipras angekündigt, aus Kostengründen aber zunächst nicht umgesetzt worden. Bei dem Großprojekt geht es um 85 Flugzeuge des US-Typs F-16.

Zu den Kosten des nun verabschiedeten Vorhabens schwieg die Regierung. Es trage aber Griechenlands Haushaltsverpflichtungen für die kommenden Jahre Rechnung, hieß es. Die Kosten des vorherigen, im Oktober verkündeten Modernisierungsplans waren auf rund zwei Milliarden Euro geschätzt worden.

Diese Summe hatte scharfe Kritik ausgelöst. Das hochverschuldete Land hatte in den vergangenen Jahren auf Druck der Geldgeber drastische Einschnitte unter anderem an den Sozialleistungen vorgenommen. Das nun verabschiedete Programm summiert sich nach Medienangaben vom Samstag nur noch auf rund 450 Millionen Euro.

Zwei Prozent des Gesamtbudgets

Verteidigungsminister Panos Kammenos sagte, 85 F-16-Abfangjänger würden auf das Niveau von Kampffliegern des Typs F-16 Viper gebracht. Insgesamt verfügt die griechische Luftwaffe über rund 150 F-16-Flugzeuge.

Tsipras machte sich dafür stark, die zum Teil aus dem Jahr 1989 stammenden Kampfflugzeuge zu modernisieren. Er verwies darauf, dass sie andernfalls am Boden bleiben müssten.

Der griechische Verteidigungshaushalt macht zwei Prozent des Gesamtbudgets aus. Damit erfüllt Griechenland als eines von nur fünf Ländern der Nato-Militärallianz die von dieser gesetzten Vorgabe.

Griechenland geriet in jüngster Zeit verstärkt mit dem benachbarten Nato-Partner Türkei aneinander. Athen wirft dem türkischen Militär vor, in der Luft und im Mittelmeer Grenzverletzungen zu begehen.

Mitte April war ein griechischer Pilot beim Absturz seiner Mirage-2005 über der Ägäis tödlich verunglückt. Nach Angaben des griechischen Generalstabs war der Pilot auf dem Rückweg von einem Einsatz, bei dem er türkische Kampfjets abfangen sollte.

lov/AFP

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