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Wirtschaft

Steigende Gehälter

Britischer Arbeitsmarkt boomt trotz Brexit

Der britische Arbeitsmarkt hat sich trotz der großen Unsicherheit um den Brexit robust entwickelt. Die Arbeitslosenquote stagniert auf so niedrigem Niveau wie zuletzt in den Siebzigern.

REUTERS

Rushhour in London (Archiv)

Dienstag, 19.02.2019   13:17 Uhr

Angesichts der niedrigsten Arbeitslosigkeit in Großbritannien seit 1975 steigen die Löhne der Beschäftigten in dem Land kräftig. Für den Zeitraum Oktober bis Dezember meldete das Statistikamt ONS eine Erwerbslosenquote von vier Prozent. Zugleich stiegen die Löhne und auch die Bonuszahlungen um 3,4 Prozent - der höchste Wert sein Mitte 2008.

Der Arbeitsmarkt zeigt sich damit weitgehend unbeeindruckt von der Konjunkturabkühlung, die mit dem Brexit-Votum vom Sommer 2016 eingesetzt hat. Vor dem Ende März anstehenden EU-Austritt Großbritanniens hatte zuletzt der japanische Autobauer Honda mit der Ankündigung für Aufsehen gesorgt, ein Werk mit 3500 Beschäftigten zu schließen.

In den vergangenen Wochen hatten zudem mehrere Autokonzerne mit Fabriken in Großbritannien eindringlich vor den Folgen eines ungeregelten Austritts aus der EU gewarnt - und teilweise drastische Konsequenzen verkündet. So drohte etwa der US-Konzern Ford damit, Teile der Produktion aus dem Land abzuziehen, sollte es kein Abkommen mit der EU geben.

Ungeachtet dessen stieg aktuell die Beschäftigung in absoluten Zahlen in den drei Monaten bis Dezember um 167.000 Stellen. Das war der stärkste Zuwachs seit März 2018. Analysten hatten mit 151.000 neuen Stellen gerechnet.

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Neben den Zahlen nach internationalen Standards veröffentlicht das ONS aber auch eine nationale Berechnung. Diese läuft den Zahlen nach internationaler Methode um einen Monat voraus. Demnach ist die Zahl der Menschen mit Anspruch auf Arbeitslosenhilfe ("Claimant Count") im Januar um 14.200 gestiegen. Gründe für diesen Anstieg sind unklar - zumal der Zuwachs im Vormonat von 20.800 auf 20.200 leicht nach unten revidiert wurde.

apr/Reuters/dpa

insgesamt 62 Beiträge
calinda.b 19.02.2019
1. Natürlich steigen die Löhne
Die Polen, die Esten und der Rest ist ja schon abgehauen, jetzt suchen die da händeringend Personal.
Die Polen, die Esten und der Rest ist ja schon abgehauen, jetzt suchen die da händeringend Personal.
herbert 19.02.2019
2. Da muessten die Mittelmeer EU Staaten vor Neid erblassen !
Denke nach dem Brexit geht in England die Post ab denn da kann man machen was man will.
Denke nach dem Brexit geht in England die Post ab denn da kann man machen was man will.
temp1 19.02.2019
3. klar die polnischen Pflegekräft wandern ab => Lücken entstehen
klar die polnischen Pflegekräft wandern ab => Lücken entstehen. Neue Stellen im Niedriglohnsektor ohne Ende, da boomt der britische Arbeitsmarkt. Wenig differenzierte Betrachtung.
klar die polnischen Pflegekräft wandern ab => Lücken entstehen. Neue Stellen im Niedriglohnsektor ohne Ende, da boomt der britische Arbeitsmarkt. Wenig differenzierte Betrachtung.
spiegerlguckerl 19.02.2019
4. Steigende Gehälter
auch in Nordengland? Oder nur in London? Gerne sähe ich eine detaillierte Liste, nach Wahlkreisen geordnet. Boomen tut die Wirtschaft, aber: für wen?
auch in Nordengland? Oder nur in London? Gerne sähe ich eine detaillierte Liste, nach Wahlkreisen geordnet. Boomen tut die Wirtschaft, aber: für wen?
MagittaW 19.02.2019
5. Gibt es ein Leben ohne EU?
Wer die Brexitdebatte der letzten 2 Jahre in Deutschland betrachte könnte zu dem Schluss kommen, dass jedes Land, das nicht in der EU ist oder diese verlässt dem Untergang geweiht ist. Das war natürlich übertrieben und [...]
Wer die Brexitdebatte der letzten 2 Jahre in Deutschland betrachte könnte zu dem Schluss kommen, dass jedes Land, das nicht in der EU ist oder diese verlässt dem Untergang geweiht ist. Das war natürlich übertrieben und Interessen geleitet. Denn die Chancen, gerade für ein Land wie das UK sind gewaltig. Knapp 180 Länder dieser Erde sind eben nicht in der EU, und trotzdem sind sehr viele davon auch sehr erfolgreich. Die EU, und gerade Mittel- und Osteuropa haben erheblich von dem Zugang zum UK profitiert. Umgekehrt hat das UK kaum profitiert. Im Gegensatz zu Deutschland, dass ebenso ein riesigen Gewinner (als Volkswirtschaft) von EU und Euro ist. Das Wechselkursrisiko entfiel und deutsche Firmen konnten verlängerte Werkbänke in Mittel/Osteuropa schaffen, und dann diese Halbfertigprodukte in Deutschland teuer fertigstellen. Italien dagegen ist der größte Verlierer, und wird irgendwann dem Beispiel von UK folgen, vielleicht in 10 oder 20 Jahren, je nachdem wie erfolgreich das UK jetzt ist.

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