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Wirtschaft

Handelskonflikt

China kommt USA entgegen

Die Politik mit der Brechstange hat womöglich Erfolg. Die chinesische Führung ist offenbar bereit, auf Teile von Donald Trumps Forderungen im Handelskonflikt einzugehen.

AP

Boeing-Produktion

Freitag, 18.05.2018   10:51 Uhr

Emissäre der chinesischen Regierung genießen bei Handelsgesprächen einen Ruf als unnachgiebige Verhandler. Doch an der US-Regierung beißen sie sich offenbar die Zähne aus. Jetzt haben sie nach Informationen aus Delegationskreisen angeboten, das von US-Präsident Donald Trump viel kritisierte Handelsdefizit des Landes jährlich um rund 200 Milliarden Dollar zu reduzieren. Um dies zu erreichen, könnte China unter anderem die Abnahme von US-Produkten zusichern, sagten US-Vertreter, die mit den derzeit in Washington laufenden Gesprächen vertraut sind. Im Gespräch sei auch die Abschaffung von chinesischen Zöllen im Wert von vier Milliarden Dollar auf landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Obst, Nüsse, Schweinefleisch, Wein und Hirse.

Einer der Insider sagte, dass der US-Flugzeugbauer Boeing mit am meisten von einem solchen Angebot der Chinesen profitieren könnte. Boeing ist der größte Exporteur der USA und verkauft bereits ein Viertel seiner Verkehrsflugzeuge nach China.

Die Gesamtsumme des chinesischen Angebots entspricht einer Forderung von Trump, der von Peking verlangt, den Überschuss bis 2020 um 200 Milliarden Dollar abzuschmelzen und die Zölle auf US-Exporte deutlich zu senken. Andernfalls droht er mit Strafzöllen von bis zu 150 Milliarden Dollar auf chinesische Waren.

"China ist sehr verwöhnt"

Trump sieht sein Land benachteiligt, weil die Volksrepublik viel mehr in die Vereinigten Staaten exportiert als dort einkauft. Im vergangenen Jahr erzielte China einen Überschuss im Handel mit den USA von 375 Milliarden Dollar. Allein im ersten Quartal diesen Jahres waren es rund 80 Milliarden Dollar, fast zehn Milliarden mehr als im Vorjahreszeitraum.

Die beiden größten Volkswirtschaften der Welt ringen derzeit um eine Lösung ihres Handelsstreits. Eine erste Gesprächsrunde in Peking Anfang des Monats war ergebnislos verlaufen. Chinas Vizeministerpräsident Liu He und andere Regierungsvertreter halten sich momentan für eine zweite Runde in der US-Hauptstadt auf. Liu traf Trump am Donnerstag. Details zu der Zusammenkunft teilte das US-Präsidialamt im Anschluss nicht mit.

Zuvor hatten staatliche Medien Liu mit den Worten zitiert, die Regierungen in Washington und Peking sollten ihren Streit im gegenseitigen Respekt angehen und sich um Ergebnisse bemühen, die beiden Seiten nutzten. Trump äußerte sich später über die Erfolgsaussichten der Handelsgespräche pessimistisch. "Der Grund für meine Zweifel ist, dass China sehr verwöhnt ist", sagte er. China habe die USA "zu lange abgezockt". Das könne er nicht mehr zulassen.

mik/Reuters

insgesamt 4 Beiträge
geschneider 18.05.2018
1. Jetzt mal abgesehen von Flugzeugen,
was können die USA denn überhaupt ihren Handelspartnern anbieten? Allerlei Krims-Krams aus einer vergangenen Epoche der Industrialisierung und topaktuelle Militär-Technik. Kaum ein Chinese dürfte bereit sein ein [...]
was können die USA denn überhaupt ihren Handelspartnern anbieten? Allerlei Krims-Krams aus einer vergangenen Epoche der Industrialisierung und topaktuelle Militär-Technik. Kaum ein Chinese dürfte bereit sein ein re-importiertes Apple-Produkt zum US Preis zu kaufen oder sich ein us-amerikansches Auto iin die Garage zu stellen. Und kaum ein US Präsi wäre wirklich vorn dabei, wenn es darum geht die neuesten "Errungenschaften" der Militärkonzerne dem Militär der Volksrepublik als Blaupause zu überreichen.
stadtmusikant123 18.05.2018
2. xxx
Sie machen den populären Fehler zu verdrängen, dass es nicht um "ur-amerikanische" Produkte geht, sondern um Produkte , die in den USA gefertigt werden, Produkte die da für "Beschäftigung und [...]
Zitat von geschneiderwas können die USA denn überhaupt ihren Handelspartnern anbieten? Allerlei Krims-Krams aus einer vergangenen Epoche der Industrialisierung und topaktuelle Militär-Technik. Kaum ein Chinese dürfte bereit sein ein re-importiertes Apple-Produkt zum US Preis zu kaufen oder sich ein us-amerikansches Auto iin die Garage zu stellen. Und kaum ein US Präsi wäre wirklich vorn dabei, wenn es darum geht die neuesten "Errungenschaften" der Militärkonzerne dem Militär der Volksrepublik als Blaupause zu überreichen.
Sie machen den populären Fehler zu verdrängen, dass es nicht um "ur-amerikanische" Produkte geht, sondern um Produkte , die in den USA gefertigt werden, Produkte die da für "Beschäftigung und Einkommen" sorgen. Dazu gehört auch ein Mercedes. In den USA gefertigt ist es ein amerikanisches Produkt mit amerikanischem Ursprungszeugnis. Fazit: Der "nationalistische" Markenname ist wurscht! Ausschlaggebend ist "Beschäftigung und Einkommen". Und auch die US-Steuerreform ist ausgerichtet auf "Beschäftigung und Einkommen". "Amerika First" ist eben nicht nur populistisch , wie so viele glauben.
Beat Adler 18.05.2018
3. Firmen und Konsumenten in den USA kaufen Made in China feiwillig.
Firmen und Konsumenten in den USA kaufen Made in China feiwillig. Import, Transport und Handel mit diesen chinesischen Produkten in den USA beschaeftigen viele Menschen. Solange keine Alternativen angeboten werden, bleibt das [...]
Firmen und Konsumenten in den USA kaufen Made in China feiwillig. Import, Transport und Handel mit diesen chinesischen Produkten in den USA beschaeftigen viele Menschen. Solange keine Alternativen angeboten werden, bleibt das so. Eine Aenderung der Warenstroeme im Umfang von 200 Milliarden $ pro Jahr, Ersatz von Made in China durch Made in USA und/oder viel mehr Exporte von Made in USA Richtung China, braucht viel mehr Zeit, wie Trump im Weissen Haus herumlirrlichtert. Die Fuehrung der alleinseligmachenden, kommunistischen Einheitspartei in Beijing wartet das Ende von Trump mit Gelassenheit ab. mfG Beat
ghanima23 18.05.2018
4.
China hat längst dementiert, SpON berichtet mal wieder ungeprüft mit Verweis auf nicht namentlich genannte Offizielle.
China hat längst dementiert, SpON berichtet mal wieder ungeprüft mit Verweis auf nicht namentlich genannte Offizielle.

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