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Wirtschaft

HSH-Nordbank-Urteil

Staatsanwaltschaft kündigt Revision an

Nach dem Freispruch geht das Verfahren gegen Dirk Jens Nonnenmacher in die nächste Runde. Die Hamburger Staatsanwaltschaft will Revision gegen das Urteil einlegen. Sie hält die Schlussfolgerungen des Gerichts für "rätselhaft".

DPA

Ex-Vorstandschef Nonnenmacher: Ankläger sehen gravierende Pflichtverletzung

Donnerstag, 10.07.2014   10:56 Uhr

Hamburg - Die Hamburger Staatsanwaltschaft will den Freispruch der früheren Vorstände der HSH Nordbank um Dirk Jens Nonnenmacher anfechten. "Wir werden Revision einlegen", sagte Behördensprecher Carsten Rinio. "Wir können die Entscheidung des Gerichts nicht nachvollziehen." Der Fall landet damit aller Voraussicht nach vor dem Bundesgerichtshof.

Das Landgericht der Hansestadt hatte den kompletten früheren Bankvorstand am Mittwoch von den Vorwürfen der schweren Untreue und Bilanzfälschung freigesprochen. Die Entscheidung der Richter habe die Staatsanwaltschaft überrascht, erklärte Rinio.

In der Begründung des Gerichts hieß es, die sechs Manager hätten bei dem komplexen Finanzgeschäft "Omega 55" im Dezember 2007 zwar ihre Pflichten als Vorstände verletzt. Diese Pflichtverletzungen seien aber nicht so evident oder schwerwiegend gewesen, dass sie nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts eine Verurteilung wegen Untreue rechtfertigten.

"Wir teilen diese Bewertung nicht", erklärte Rinio. "Wir sehen eine gravierende und evidente Pflichtverletzung." Seitdem die Strafkammer das Hauptverfahren eröffnet habe, habe sich nichts an der Tatsachengrundlage für die rechtliche Bewertung geändert: "Dann hätte das Hauptverfahren gar nicht eröffnet werden dürfen. Das ist für uns widersprüchlich und rätselhaft."

mik/dpa

insgesamt 10 Beiträge
zafoilyx 10.07.2014
1. Nun ja
einerseits ist natürlich jeder unschuldig bis die Schuld bewiesen ist. Andererseits ist es natürlich schon so das in diversen Banken gepfuscht und geschludert wird. Um es mal höflich auszudrücken. Aber ich bin mir fast zu 100 [...]
einerseits ist natürlich jeder unschuldig bis die Schuld bewiesen ist. Andererseits ist es natürlich schon so das in diversen Banken gepfuscht und geschludert wird. Um es mal höflich auszudrücken. Aber ich bin mir fast zu 100 % sicher: Für D.J. Nonnenmacher hat das keine Auswirkungen, sollte er nicht verurteilt werden. Der normale Arbeitnehmer wird bspw. bei einem "Kostenfaktor" von 50 Cent rausgeworfen und kriegt noch ein schlechtes Zeugnis obendrauf. Ein Vorstandsmitglied kriegt einen goldenen Handschlag. Meine Schwester äußerte mal eine interessante Theorie: Das ist Schweigegeld. So von wegen Geheimnissen und Interna. So und jetzt kann ich allen Neoliberalen eines versprechen: Auf irgendeinen Diskussionsversuch mit der Prämisse "in der Wirtschaft ist alles in Ordnung" bzw. "die Wirtschaft muss sich frei entfalten" antworte ich nicht und ich werde es auch nicht lesen.
Celestine 10.07.2014
2.
Bitte, doch nicht so empfindlich sein. ;-) Obwohl ich oft am Liebsten genau so schreiben wollte. Das Absurdeste bei der Sache für mich ist jedoch, dass die Verteidiger von Nonnenmacher in ihrem Plädoyer vortrugen, dass [...]
Zitat von zafoilyxeinerseits ist natürlich jeder unschuldig bis die Schuld bewiesen ist. Andererseits ist es natürlich schon so das in diversen Banken gepfuscht und geschludert wird. Um es mal höflich auszudrücken. Aber ich bin mir fast zu 100 % sicher: Für D.J. Nonnenmacher hat das keine Auswirkungen, sollte er nicht verurteilt werden. Der normale Arbeitnehmer wird bspw. bei einem "Kostenfaktor" von 50 Cent rausgeworfen und kriegt noch ein schlechtes Zeugnis obendrauf. Ein Vorstandsmitglied kriegt einen goldenen Handschlag. Meine Schwester äußerte mal eine interessante Theorie: Das ist Schweigegeld. So von wegen Geheimnissen und Interna. So und jetzt kann ich allen Neoliberalen eines versprechen: Auf irgendeinen Diskussionsversuch mit der Prämisse "in der Wirtschaft ist alles in Ordnung" bzw. "die Wirtschaft muss sich frei entfalten" antworte ich nicht und ich werde es auch nicht lesen.
Bitte, doch nicht so empfindlich sein. ;-) Obwohl ich oft am Liebsten genau so schreiben wollte. Das Absurdeste bei der Sache für mich ist jedoch, dass die Verteidiger von Nonnenmacher in ihrem Plädoyer vortrugen, dass eine Verurteilung den Standort Deutschland schaden könne. Es schadet also dem internationalen Ansehen Deutschlands bzgl. der Wirtschaft, wenn die "Players" sich an den Gesetzen zu halten haben. So nach dem Motto: Dealers & wheelers aus aller Welt aufgepasst! Hier ist die Banana Republic Germany, hier könnt ihr unbesorgt ihre krummen Deals machen, die Gerichte schauen weg! Mal sehen, ob der BGH das auch so sieht. ;-)
mr. kritisch 10.07.2014
3. Ich kann das Urteil auch nichtnachvollziehen...
Die Vorstände werden doch bestens bezahlt, um ihrer ach so großen Verantwortung gerecht werden zu können. Nun sind sie nachweislich ihrer Verantwortung nicht gerecht geworden also kann es nur Konsequenzen geben und das bedeutet [...]
Die Vorstände werden doch bestens bezahlt, um ihrer ach so großen Verantwortung gerecht werden zu können. Nun sind sie nachweislich ihrer Verantwortung nicht gerecht geworden also kann es nur Konsequenzen geben und das bedeutet auf jeden Fall keinen goldenen Handschlag!
treasurer 10.07.2014
4. Herr Staatsanwahlt,schauen Sie doch mal in den richtigen Bereichen nach!
mir kann keiner erzählen, das es da nicht zu finden gibt, das nicht für eine Verurteilung reicht! Man muß nur an der richtigen Stelle suchen. z.B. schauen sie doch mal bei den Bewertungen von den Bonds nach und welche Kurse [...]
mir kann keiner erzählen, das es da nicht zu finden gibt, das nicht für eine Verurteilung reicht! Man muß nur an der richtigen Stelle suchen. z.B. schauen sie doch mal bei den Bewertungen von den Bonds nach und welche Kurse vorhanden waren und verwendet wurden;-). Da wird es sicherlich Verschiebungen geben in den ausgewiesenen und den tatsächlichen Verlusten. Ich hatte den Eindruck, die HSH hinkt immer mit der Wahrheit hinterher...., schauen sie nach, wie die Bonität der gekauften Papiere kontrolliert wurden, wer wirklich die hunderten von Seiten der Prospekte gelesen hat und die Fallen, die darin versteckt waren gefunden hat....oder auch nicht.Ich bin mir sicher, sie stoßen auf Dinge, die sie bisher noch nicht gesehen haben.
kimmberlie67 10.07.2014
5. Mit diesem Urteil sollten die Politiker die im Ausichtsrat
sitzen oder sassen geschützt werden. Denn die gehören auch vor den Kadi. Da hat Justizia wieder mal die Augenbinde ab gelegt. Bananenrepublick BDR.
sitzen oder sassen geschützt werden. Denn die gehören auch vor den Kadi. Da hat Justizia wieder mal die Augenbinde ab gelegt. Bananenrepublick BDR.

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