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Wirtschaft

Spionageverdacht

Huawei-Mitarbeiter in Polen festgenommen

Westliche Geheimdienste werfen dem chinesischen Netzwerkausrüster Huawei schon seit Längerem Spionage vor. Nun wurde ein Mitarbeiter des Konzerns in Polen festgesetzt.

AP/dycj - Imaginechina

Huawei-Geschäft in Shanghai

Freitag, 11.01.2019   12:53 Uhr

In Polen ist ein chinesischer Mitarbeiter des Netzwerkausrüsters Huawei wegen Spionageverdachts festgenommen worden. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur PAP befindet sich auch ein polnischer Cybersicherheitsexperte in Gewahrsam.

Dem polnischen Staatsfernsehen TVP zufolge handelt es sich um einen ranghohen Mitarbeiter von Huawei und einen ehemaligen Mitarbeiter der polnischen Behörde für innere Sicherheit. Die beiden Männer würden für drei Monate festgesetzt.

Demnach wurden auch die örtlichen Büros von Huawei durchsucht. Die Telekomfirma Orange Polska teilte mit, der polnische Inlandsgeheimdienst habe schon am Dienstag die Büros des Unternehmens durchsucht und dabei Materialien eines Mitarbeiters sichergestellt.

Auch andere Geheimdienste werfen Huawei Spionage vor

Westliche Geheimdienste unter Federführung der USA werfen Huawei vor, Ausrüstung oder Handys könnten für Spione eine Hintertür enthalten, um an Staats- oder Firmengeheimnisse zu gelangen. Huawei weist die Vorwürfe zurück.

Dessen ungeachtet haben Australien und Neuseeland Huawei inzwischen vom 5G-Ausbau ausgeschlossen. Auch andere westliche Staaten prüfen, ob sie Huawei-Ausrüstung in ihren Telekomnetzen weiterhin erlauben sollten. Dem Konzern wird eine große Nähe zur Parteiführung in Peking nachgesagt.

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Huawei: Der Konzern und die KP

Der Spionageverdacht hatte im vergangenen Jahr bereits zu einer schweren diplomatischen Krise zwischen Kanada und China geführt. Die kanadischen Behörden hatten Huaweis Finanzmanagerin Meng Wanzhou Anfang Dezember verhaftet, erst Tage später kam Meng gegen eine millionenschwere Kaution frei. China hatte daraufhin mehrere Kanadier in China verhaftet.

fek/Reuters/AP

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