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Wirtschaft

Klimapolitik

Merkels Versagen - in einem Chart

Union und SPD wollen das deutsche Klimaziel 2020 verschieben. Grund für das Debakel sind acht Jahre zaghafte Energie- und Umweltpolitik. Merkels Versagen - zusammengefasst in einem Chart.

DPA

Kohlekraftwerk in Niedersachsen

Von und
Dienstag, 09.01.2018   14:55 Uhr

Es gab mal eine Zeit, da galt Angela Merkel als Klimakanzlerin. Noch im September hätte man glauben können, dass sie ihr Handeln an der Maxime dieses Titels orientiert. Wissenschaftler hatten seit Jahren prognostiziert, die Regierung werde eines ihrer wichtigsten Ziele verfehlen - nämlich das Ziel, den deutschen Treibhausaustoß im Vergleich zu 1990 bis 2020 um 40 Prozent zu verringern.

In einer TV-Debatte im September wies die CDU-Chefin seinerzeit solche Warnungen zurück. "Wir werden Wege finden, wie wir bis 2020 unser 40-Prozent-Ziel einhalten", sagte sie. "Das verspreche ich."

Nun hat Merkel ihr Versprechen gebrochen. Gleich zu Beginn der Koalitionsgespräche haben Union und SPD offenbar vereinbart, das deutsche Klimaziel zu kippen. Man werde das 40-Prozent-Ziel "erst Anfang der 2020er-Jahre" erreichen, heißt es in einem Ergebnispapier der Sondierungs-Arbeitsgruppe Energie/Klimaschutz/Umwelt, das dem SPIEGEL vorliegt. Ein früheres Absenken der deutschen Emissionen sei unrealistisch. Beschlossen ist zwar noch nichts, aber das ändert wenig an der Sachlage.

Hauptgrund für das Scheitern des Klimaziels ist die verzagte Klimapolitik der vergangenen acht Jahre. Die Kabinette Merkel II und Merkel III haben unterm Strich zu wenig getan, um den Treibhausausstoß der Republik zu senken. Sie haben zum Beispiel den Kohleausstieg verschleppt und die Auflagen für Autobauer zur Senkung des Schadstoffausstoßes nur sehr halbherzig verschärft.

In der Folge stagnierten die deutschen Emissionen nahezu. Ersten Schätzungen zufolge befanden sie sich 2017 noch immer ungefähr auf dem Niveau von 2009:

In dem Ergebnispapier findet sich ein neues Versprechen. Das Ziel, die Emissionen im Vergleich zu 1990 bis 2030 um 55 Prozent zu verringern, solle in jedem Fall aufrecht erhalten werden, heißt es.

Fragt sich nur, wer das jetzt noch glauben soll.

insgesamt 185 Beiträge
Remote Sensing 09.01.2018
1. Wie wahr
die Klimakanzlerin , die einfach opportunistisch und populistisch die kurzfristige Abschaltung der AKW verordnete, hat wieder einmal, oder eigentlich wie immer, versagt. Vielleicht schaltet sie jetzt, die sog. mächtigste Frau der [...]
die Klimakanzlerin , die einfach opportunistisch und populistisch die kurzfristige Abschaltung der AKW verordnete, hat wieder einmal, oder eigentlich wie immer, versagt. Vielleicht schaltet sie jetzt, die sog. mächtigste Frau der Welt, einfach den Klimawandel ab ? Traue ich ihr glatt zu.
paula_f 09.01.2018
2. totales Versagen verbaut unsere Zukunft
Schlüsseltechnik für unsere Zukunft wird verschenk, in spätestens 10 Jahren sind Elektroautos, Windräder und Solarpanals besser und billiger aus China und Korea. Selbst Importzölle können die Lawine nicht mehr aufhalten. [...]
Schlüsseltechnik für unsere Zukunft wird verschenk, in spätestens 10 Jahren sind Elektroautos, Windräder und Solarpanals besser und billiger aus China und Korea. Selbst Importzölle können die Lawine nicht mehr aufhalten. Investitionen in dezentrale Energieversorgung, Solarthermie, Photovolatik, Windkraft sind Investitionen in eine Zufriedene sich selbst Eigentum und Unabhängigkeit verschaffenden Gesellschaft.
Semmelbroesel 09.01.2018
3. Was wurden Frau Merkel nicht..
..alles für Titel von den Medien angedichtet, von der Klimakanzlerin bis hin zur Flüchtlingskanzlerin. Nüchtern betrachtet war das alles Käse. nicht einem Titel konnte sie gerecht werden, wird Zeit, dass sie von der Bühne der [...]
..alles für Titel von den Medien angedichtet, von der Klimakanzlerin bis hin zur Flüchtlingskanzlerin. Nüchtern betrachtet war das alles Käse. nicht einem Titel konnte sie gerecht werden, wird Zeit, dass sie von der Bühne der Politik verschwindet, ausgelaugt und ohne Ideen, wie ihre Partei.
kritik-fix 09.01.2018
4. CO2-Einsparer mutwillig ausgeknipst
Wen wundert es? Mutwillig mit Blick auf die nächste anstehende Wahl in 2011 mehr als 150 Millionen Tonnen CO2-Einsparer ausgeknipst (Kernkraftwerke) und dann wundern, dass es selbst mit dem aktuellen Ausbau der Erneuerbaren nicht [...]
Wen wundert es? Mutwillig mit Blick auf die nächste anstehende Wahl in 2011 mehr als 150 Millionen Tonnen CO2-Einsparer ausgeknipst (Kernkraftwerke) und dann wundern, dass es selbst mit dem aktuellen Ausbau der Erneuerbaren nicht klappt. Da stimmen wohl die Jubelmeldungen zu 100 % Erneuerbarer Strom in Deutschland vom Jahresanfang nachdenklich. Den Preis, die Kosten dafür, lassen wir einmal ganz außen vor. Sowohl Sheldon Cooper als auch andere Physiker können halt irren, wenn sie den Weg der Vernunft verlassen...
qwertz64 09.01.2018
5. Kurzer Hinweis
Die Zeitleiste in Ihrem Chart ist bestenfalls als nachlässig, schlimmstenfalls als unseriös und verfälschend zu bezeichnen. Gleicher Abstand mal für 5, mal für 1, mal für 10 Jahre. Was soll das?
Die Zeitleiste in Ihrem Chart ist bestenfalls als nachlässig, schlimmstenfalls als unseriös und verfälschend zu bezeichnen. Gleicher Abstand mal für 5, mal für 1, mal für 10 Jahre. Was soll das?
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