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Wirtschaft

Wegen Winterkälte

700.000 Pferde und Rinder in der Mongolei verendet

In der Mongolei leben Hunderttausende Familien von der Viehzucht - doch der kalte und schneereiche Winter hat ein Massensterben von Herden ausgelöst. Augenzeugen berichten von "Pferden, die im Stehen erfroren".

DPA
Mittwoch, 14.03.2018   14:41 Uhr

Die Einheimischen nennen das Phänomen "Dsud". Gemeint ist eine Wetterlage, bei der die Viehherden in der Mongolei nicht mehr genügend Futter finden - und zu Hunderttausenden verenden.

Extreme Kälte und starker Schneefall in den vergangenen Wochen haben in dem asiatischen Land zu einem Massensterben von Nutztieren geführt. Nach Angaben des mongolischen Statistikbüros fielen dem Winterwetter bislang mehr als 700.000 Tiere zum Opfer. "Ich habe Pferde gesehen, die im Stehen erfroren sind", sagt Viehhändler Ganbaatar Burjaa.

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Viehsterben in der Mongolei: Sie nennen es "Dsud"

Die Zahl der in den ersten Wochen des Jahres 2018 verendeten Tiere übersteigt die Zahl der Fälle aus dem gesamten Vorjahr laut Statistikbüro bereits um das Fünffache.

Tödliches "Dsud"-Phänomen

Die Mongolei wird immer wieder von dem "Dsud"-Phänomen heimgesucht. Das verheerendste Viehsterben ereignete sich den Jahren 2009 und 2010 , damals starben sogar 9,7 Millionen Tiere.

Das Phänomen führt auch zu sozialen Verwerfungen: Viehhirten und Händler sind gezwungen, in die Hauptstadt Ulaan Baatar zu ziehen. Dort verdingen sie sich als Tagelöhner.

Forscher gehen davon aus, dass Überweidung und der Klimawandel dazu führen, dass der "Dsud" besonders verheerend ausfällt. Insgesamt leben rund 230.000 Familien in der Mongolei von der Viehzucht. Im Dezember 2017 lag der Viehbestand des Landes insgesamt bei 66 Millionen Tieren.

beb/Reuters

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