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Wirtschaft

Microsoft-Mitgründer

Paul Allen ist tot

Zusammen mit seinem Kindheitsfreund Bill Gates hatte Paul Allen im Jahr 1975 Microsoft gegründet. Nun teilte seine Familie mit, Allen sei im Alter von 65 Jahren an Krebs gestorben. "Sein Leben hat die Welt verändert."

Getty Images

Paul Allen (2014)

Dienstag, 16.10.2018   11:42 Uhr

Erst Anfang des Monats hatte Paul Allen mitgeteilt, dass er erneut gegen seine Krebserkrankung kämpfe. Nun ist der 65-Jährige gestorben. Das teilte sein Unternehmen Vulcan Inc im Namen der Familie mit. Demnach starb Allen am Montagnachmittag in Seattle nach Komplikationen im Zuge einer Lymphdrüsenkrebs-Erkrankung.

"Jeder von uns, der die Ehre hatte, mit Paul zu arbeiten, fühlt einen unbeschreiblichen Verlust", heißt es in der Erklärung des Unternehmens. Allen habe über einen außergewöhnlichen Intellekt verfügt, und Millionen Menschen hätten von seiner Großzügigkeit profitiert. "Heute trauern wir um unseren Chef, Mentor und Freund, dessen 65 Jahre zu kurz waren." Sein Leben habe die Welt verändert.

"Mein Bruder war in jeder Hinsicht ein bemerkenswerter Mensch", erklärte Allens Schwester Jody. Seine Familie und seine Freunde hätten seinen Humor, seine Herzlichkeit, seine Großzügigkeit und seine große Anteilnahme geschätzt. "Trotz all seiner Termine und Verpflichtungen hatte er immer Zeit für seine Familie und Freunde."

Allen hatte 1975 zusammen mit seinem Kindheitsfreund Bill Gates die Firma Microsoft gegründet. 1983 verließ er den Software-Giganten, bereits damals hatten die Ärzte bei ihm Lymphdrüsenkrebs diagnostiziert. Allen besiegte den Krebs mehrmals, zuletzt vor neun Jahren, blieb aber gesundheitlich angeschlagen.

Foto: AP

Mit einem geschätzten Vermögen von mehr als 20 Milliarden Dollar gehörte Allen zu den reichsten Menschen der Welt. Er spendete große Summen für wohltätige Zwecke, zudem engagierte er sich mit hohen Immobilieninvestitionen bei der Stadtentwicklung der US-Westküstenmetropole Seattle und war Besitzer der American-Football-Mannschaft Seattle Seahawks sowie des Basketballteams Portland Trail Blazers. Seine Geschäfte und wohltätigen Aktivitäten führte Allen über sein Unternehmen Vulcan Inc.

REUTERS

Gates (l.) und Allen 2003 in Seattle

Allen war maßgeblich daran beteiligt, dem Computerriesen IBM für den ersten Personal Computer ein Betriebssystem zu beschaffen, das als MS-DOS die Basis für den Erfolg von Microsoft legte. Den Durchbruch schaffte Microsoft 1980, nachdem sich IBM dazu entschieden hatte, das Betriebssystem für den ersten PC nicht selbst zu entwickeln, sondern bei der Firma von Allen und Gates einzukaufen.

Der Tod von einem seiner ältesten und liebsten Freunde breche ihm das Herz, hieß es in einem Statement Gates: Von der gemeinsamen Schulzeit über die Gründung von Microsoft bis hin zu gemeinsamen wohltätigen Projekten sei Paul Allen ein "wahrer Partner" gewesen. Ohne ihn würden Personal Computer heutzutage nicht existieren. "Er hätte viel mehr Zeit verdient", so Gates weiter. "Wir werden ihn schrecklich vermissen."

Microsoft-Chef Satya Nadella erklärte in einer ersten Reaktion auf die Nachricht vom Tode Allens, er habe unfassbar viel von dem Firmenmitgründer gelernt. Allen habe "in seiner eigenen ruhigen und beständigen Weise magische Produkte, Erfahrungen und Einrichtungen geschaffen - und so die Welt verändert".

aar/Reuters/dpa

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