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Wirtschaft

Mehrausgaben

Pflegeversicherten droht Beitragserhöhung um 0,2 Prozentpunkte

Die Kosten steigen, weitere Reformen sind geplant: Der Pflegeversicherung drohen erhebliche Mehrausgaben. Daher wird der Beitragssatz im kommenden Jahr wohl steigen.

DPA

Seniorenzentrum (Archiv)

Donnerstag, 17.05.2018   16:34 Uhr

Die Pflegeversicherten in Deutschland müssen sich auf eine Beitragserhöhung um mindestens 0,2 Prozentpunkte im kommenden Jahr einstellen. Das sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in Berlin.

Zuvor hatte der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) mitgeteilt, dass auf die Pflegeversicherung in diesem Jahr voraussichtlich Mehrausgaben von rund zwei Milliarden Euro zukommen. Das Defizit steige auf drei Milliarden Euro. "Das wäre eine Beitragsanhebung mindestens schon von 0,2 Beitragssatzpunkten, die notwendig ist", sagte Spahn.

Reformen, die Union und SPD geplant haben, sind dabei noch nicht eingepreist. Angesichts des Mangels an Pflegekräften sollen Tausende Pflegestellen neu geschaffen werden, eine konzertierte Aktion soll die Lage in der Altenpflege verbessern. Spahn kündigte an, mit einem "Kassensturz" binnen zwei, drei Wochen eine genauere Übersicht über die Entwicklung der Pflegefinanzen bekommen zu wollen.

Der Beitrag zur Pflegeversicherung war zuletzt Anfang 2017 um 0,2 Punkte auf 2,55 Prozent angehoben worden. Für Kinderlose sind es 2,80 Prozent.

Im Video : Pflegenotstand in Deutschland

Foto: SPIEGEL TV

Seit Einführung der Pflegeversicherung 1995 haben sich die Ausgaben bis 2016 auf 29,71 Milliarden Euro nahezu versechsfacht, nicht zuletzt wegen der demographischen Entwicklung. Seither ist die Zahl der Empfänger von Leistungen und deren Höhe noch einmal stark gestiegen.

Bis Jahresende rechnet der GKV-Spitzenverband mit rund 3,46 Millionen Leistungsempfängern, nachdem es Ende 2016 noch 2,95 Millionen waren. "Es erhalten so viele Menschen wie noch nie Leistungen aus der Pflegeversicherung, und diese sind insgesamt auch höher als prognostiziert", sagte GKV-Vorstand Gernot Kiefer.

Hintergrund sei unter anderem eine Umstellung von drei Pflegestufen auf fünf Pflegegrade. Der Anteil höherer Pflegegrade nehme zu, womit auch deutlich höhere Ausgaben verbunden seien.

brt/dpa/AFP

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