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Wirtschaft

Fragwürdiges Plus

Shisha-Boom sorgt für Mehreinnahmen bei Tabaksteuer

Neue Tabakprodukte wie Wasserpfeifen oder Tabaksticks locken mehr Konsumenten an - und bescheren dem Fiskus rasant gestiegene Steuereinnahmen. Die Grünen fordern jetzt ein umfassendes Werbeverbot.

DPA

Shisha-Raucher in Frankfurt

Von
Freitag, 09.11.2018   18:09 Uhr

Die Zigarette war gestern. Heute erwärmen sich Raucher für neue Tabakprodukte. Daher beschert der Boom von Shisha-Pfeifen und Tabakerhitzern dem deutschen Fiskus ein ungeahntes Steuerplus. In den vergangenen neun Jahren haben sich die Einnahmen aus der Steuer auf Pfeifentabak, die auch Wasserpfeifentabak oder Sticks für Tabakerhitzer umfasst, fast vervierfacht.

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Lagen sie im Jahr 2009 noch bei 23,8 Millionen Euro pro Jahr, stiegen sie bis 2017 auf 94,5 Millionen Euro, wie aus einer Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine schriftliche Frage der Grünen-Bundestagsfraktion hervorgeht. Die Einnahmen aus der Steuer auf Zigaretten blieben dagegen im gleichen Zeitraum annähernd konstant.

Die Grünen werten das als Beleg dafür, dass Raucher auf die neuen Produkte umgestiegen sind, die nicht frei von Risiken sind. Shisha-Tabak und Sticks für Tabakerhitzer werden wesentlich niedriger besteuert als herkömmliche Zigaretten.

Die Bundesregierung selbst erklärt, ihr lägen "keine belastbaren Informationen" über das Verhalten von Tabakkonsumenten vor. Die Grünen wollen das nicht glauben. "Die Bundesregierung leugnet die rasante Verbreitung neuer Tabakprodukte", sagt Stefan Schmidt, Finanzexperte der Grünen-Bundestagsfraktion. Neue Rauchprodukte müssten stärker besteuert werden. Die Grünen vermuten Gesundheitsrisiken und haben ein Gesetz für ein umfassendes Tabakwerbeverbot, das auch die umstrittenen Tabakerhitzer mit einschließt, in den Bundestag eingebracht.

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insgesamt 11 Beiträge
Onkel Drops 09.11.2018
1. ihhh aromatisierter Tabak
wer raucht den sowas in der Wasserpfeife? liebe Grüne sorgt bitte mal dafür das andere Raucher endlich Steuerzahler sein dürfen. das Jugendschutz auch kontrolliert stattfinden kann hier in Deutschland. der Gesetzentwurf von [...]
wer raucht den sowas in der Wasserpfeife? liebe Grüne sorgt bitte mal dafür das andere Raucher endlich Steuerzahler sein dürfen. das Jugendschutz auch kontrolliert stattfinden kann hier in Deutschland. der Gesetzentwurf von Herrn Ströbele und co war schon ein gutes Stück Arbeit, nicht nachgeben...
equigen 09.11.2018
2. Hier muss dringend etwas unternommen werden
Dadurch, dass die Pfeife den Rauch abkühlt wird viel mehr auf Lunge geraucht. Schadstoffe werden real dagegen praktisch nicht rausgefiltert - dazu sind die Luftbläschen viel zu groß. Die Folge: Ganz im Gegensatz zur [...]
Dadurch, dass die Pfeife den Rauch abkühlt wird viel mehr auf Lunge geraucht. Schadstoffe werden real dagegen praktisch nicht rausgefiltert - dazu sind die Luftbläschen viel zu groß. Die Folge: Ganz im Gegensatz zur landläufigen Meinung ist Shisha-Rauchen erheblich schädlicher als Zigaretten-rauchen. Und weitgehend unreguliert.
graf koks 09.11.2018
3. gelebte Integration?
Die Shisha-Bars, ausschließlich von jungen Männern bevölkert, sind gelebte Integration. Oder doch nicht? Haben Deutsche dort überhaupt Zutritt?
Die Shisha-Bars, ausschließlich von jungen Männern bevölkert, sind gelebte Integration. Oder doch nicht? Haben Deutsche dort überhaupt Zutritt?
karlsiegfried 09.11.2018
4. Liebe grüne Weltverbesserer,
schon gewusst: 'Alkohol und Nikotin, rafft die halbe Menschheit hin. Und nach guten alten Brauch, stribt die andere Hälfte auch.' Aich ich bin gegen ein generelles Rauchverbot, obwohl ich Raucher bin. Allerdings, wo sollen denn [...]
schon gewusst: 'Alkohol und Nikotin, rafft die halbe Menschheit hin. Und nach guten alten Brauch, stribt die andere Hälfte auch.' Aich ich bin gegen ein generelles Rauchverbot, obwohl ich Raucher bin. Allerdings, wo sollen denn dann die über zwanzig Milliarden jährlich an Tabaksteuern herkommen, die derzeit alleinig von den Rauchern bezahlt werden? Etwa über eine Erhöhung der Mehrwersteuer oder was?
j.vantast 09.11.2018
5. Keine Umsteiger
Also nach meiner Erfahrung steigen nur sehr wenige von der herkömmlichen Zigarette auf E-Zigaretten um, dafür "rauchen" aber immer mehr Menschen E-Zigaretten die vorher überhaupt nicht geraucht haben. Die Mär, dass [...]
Also nach meiner Erfahrung steigen nur sehr wenige von der herkömmlichen Zigarette auf E-Zigaretten um, dafür "rauchen" aber immer mehr Menschen E-Zigaretten die vorher überhaupt nicht geraucht haben. Die Mär, dass E-Zigaretten nicht gesundheitsschädlich sind, hält sich tapfer. Diese Liquids stammen aus überwiegend fragwürdigen Quellen und was da so alles drin ist weiss kaum einer. Und der Regierung ging es noch nie um die Gesundheit der Bürger, denn sonst wäre z.B. Werbung für Alkohol im TV oder Kino längst genauso verboten wie Werbung für Zigaretten. Wo sind die "Schockbilder" von Unfalltoten oder kotzenden Jugendlichen auf den Flaschen? Aber das Feindbild in Deutschland ist der Raucher, mit dem Argument er schädige die Mitmenschen. Nur wo soll er das denn heute noch tun? Es ist doch quasi überall schon Rauchverbot. Ja, ich bin Raucher. Aber selbstverständlich akzeptiere ich das Rauchverbot, auch wenn es manchmal schwerfällt. Und ich bin selbstverständlich ein äusserst toleranter Raucher. Nichtraucher dürfen bei mir zum Nichtrauchen auf den Balkon.

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