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Wirtschaft

Vor Zinssitzung

Erdogan attackiert türkische Notenbank - Lira fällt

In der Zinssitzung der türkischen Notenbank könnte sich zeigen, ob sie unabhängig von Erdogan entscheidet. Unmittelbar davor hat der Staatschef ihre Entscheidungen als Ursache für die Lage der Türkei genannt.

Getty Images

Türkischer Staatschef Recep Tayyip Erdogan

Donnerstag, 13.09.2018   12:05 Uhr

Kurz vor der Sitzung der türkischen Notenbank hat Staatschef Recep Tayyip Erdogan die Währungshüter zur Senkung der Zinsen aufgefordert und damit die Talfahrt der Landeswährung beschleunigt.

Erdogan sagte, Zinsen seien generell die Ursache von Inflation. Zugleich stellte er der Notenbank ein schlechtes Zeugnis aus, da die steigenden Preise im Land eine Folge falscher Schritte der Zentralbank seien. Die Währungshüter seien jedoch unabhängig und träfen ihre Entscheidungen zu den Zinsen in eigener Regie.

Die Lira fiel nach seinen Äußerungen weiter: Der Dollar stieg im Gegenzug um 1,9 Prozent auf 6,45 Lira.

Lira-Verfall, Inflation und Co.

Die Sitzung der Notenbank gilt als Bewährungsprobe für die Unabhängigkeit der Währungshüter, die mit einer ausufernden Inflation kämpfen. Experten setzen auf eine deutliche Erhöhung der Zinsen. Doch der mit großer Machtfülle ausgestattete Staatspräsident hat bereits mehrfach seine Ablehnung hoher Zinsen ausgedrückt.

Sorgen der Investoren, er könne der Zentralbank in ihre Entscheidungen hineinreden, hatten die seit Monaten schwelende Krise der Landeswährung Lira mitausgelöst.

cop/Reuters

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