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Wirtschaft

Abschluss bei Ver.di

Nur geringe Lohnerhöhungen für eigene Leute

Hunderte Angestellte hatten höhere Gehälter gefordert und waren in den Warnstreik getreten. Jetzt gibt es bei Ver.di eine Einigung. Aus Sicht der Beschäftigten ist das Ergebnis bescheiden.

imago

Ver.di-Zentrale in Berlin

Dienstag, 12.07.2016   18:03 Uhr

Die Gewerkschaft Ver.di zahlt ihren eigenen Beschäftigten nur geringfügig mehr. Bei den von Warnstreiks begleiteten Verhandlungen mit dem Gesamtbetriebsrat in Frankfurt wurde eine Vereinbarung mit 27 Monaten Laufzeit geschlossen, wie die Gewerkschaft mitteilte.

Danach steigen die Bezüge der rund 3000 Ver.di-Beschäftigten nach drei Nullmonaten um ein Prozent. Ab dem 1. November 2017 kommen dann noch einmal zwei Prozent hinzu. Der Vertrag soll bis Ende September 2018 laufen.

Die Gewerkschaft der Gewerkschaftsbeschäftigten (GdG) kritisierte die Vereinbarung. "Das ist ein sehr bescheidener Abschluss, der weit unter dem liegt, was draußen vereinbart worden ist", sagte der GdG-Vorsitzende Bernhard Stracke. Zuletzt hatte Ver.di etwa für den öffentlichen Dienst des Bundes und der Kommunen über eine Laufzeit von zwei Jahren knapp fünf Prozent in zwei Stufen herausgeholt.

Die GdG, die einen eigenständigen Tarifvertrag fordert, hatte nicht mit am Verhandlungstisch gesessen. Die Interessen der Arbeitnehmer werden bei Ver.di vom Betriebsrat wahrgenommen. Die GdG hat nach eigenen Angaben rund 500 Ver.di-Beschäftigte organisiert. Stracke kündigte weitere Auseinandersetzungen um die Regelarbeitszeit der Gewerkschaftsmitarbeiter an.

asa/dpa

insgesamt 14 Beiträge
herrenschirm 12.07.2016
1. Wasser predigen und Wein trinken
Die Nation mit absurden Forderungen mit Streik lähmen, aber seine eigenen Mitarbeiter mit Brotkrümel abspeisen. Bravo, Herr Bsirske, sie haben den gewerkschaftlichen Kapitalismus voll verstanden und meisterlich umgesetzt. Pfui [...]
Die Nation mit absurden Forderungen mit Streik lähmen, aber seine eigenen Mitarbeiter mit Brotkrümel abspeisen. Bravo, Herr Bsirske, sie haben den gewerkschaftlichen Kapitalismus voll verstanden und meisterlich umgesetzt. Pfui Deibel!
FairPlay 12.07.2016
2. Das hat aber lange gedauert
bis das begriffen wurde, dass die eigenen Verdi Mitarbeiter für wenig Lohn arbeiten mussten. Das war doch schon 1998 bekannt. Ein stolzes Monumentales Bürohaus, dicke Gehälter für die obersten Wasserköpfe und schlau [...]
bis das begriffen wurde, dass die eigenen Verdi Mitarbeiter für wenig Lohn arbeiten mussten. Das war doch schon 1998 bekannt. Ein stolzes Monumentales Bürohaus, dicke Gehälter für die obersten Wasserköpfe und schlau durchdachte Ablenkungsmanöver hielten die Verdi bislang unschuldig aufrecht. Alte Gewerkschaftler würden aus ihren Gräbern aufstehen und sie hinaus jagen so wie dies einst Jesus schon vor über 2000 Jahren gemacht hat.
westerwäller 12.07.2016
3. Die Interessen der Arbeitnehmer werden bei Ver.di ...
... vom Betriebsrat wahrgenommen. Die Gewerkschaft GdG ist außen vor ... *Ist also exakt wie bei Amazon ...* Nur dort ist es nach Ver.di vollkommen ungesetzlich, die Leute haben ein Recht auf einen Tarifvertag usw. [...]
... vom Betriebsrat wahrgenommen. Die Gewerkschaft GdG ist außen vor ... *Ist also exakt wie bei Amazon ...* Nur dort ist es nach Ver.di vollkommen ungesetzlich, die Leute haben ein Recht auf einen Tarifvertag usw. Warum hören noch viele Leute auf solche Pharisäer?
spon_3308703 12.07.2016
4. Wenn ich diesen Bsirske sehe
muß ich immer an diese Geschichte mit der Vorteilsnahme denken. Brings nicht mehr zusammen, verstehe aber nicht wieso so ein Typ immer noch am Ruder ist? Na ja wie der Herr so's Geschirr. Die Socken von der SPD halten ja auch [...]
muß ich immer an diese Geschichte mit der Vorteilsnahme denken. Brings nicht mehr zusammen, verstehe aber nicht wieso so ein Typ immer noch am Ruder ist? Na ja wie der Herr so's Geschirr. Die Socken von der SPD halten ja auch seit Jahr und Tag die Loser fest! Gut CDU ist nicht besser!
spon_3308703 12.07.2016
5. Daß sich die Gewerkschaftsmitglieder
von diesem Volk zu Streiks motivieren lassen? Einen Tag Streik bei verdi? Respekt! Kann man als Arbeitgeber auch eine Gewerkschaft bestreiken? Gut man weiß natürlich nicht was die Gewerkschaftsfuzzis in der Zentrale verdienen?? [...]
von diesem Volk zu Streiks motivieren lassen? Einen Tag Streik bei verdi? Respekt! Kann man als Arbeitgeber auch eine Gewerkschaft bestreiken? Gut man weiß natürlich nicht was die Gewerkschaftsfuzzis in der Zentrale verdienen?? Nominale Zahlen wären wahrscheinlich aussagekräftiger wie prozentuale

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Die Gewerkschaft Ver.di

Die Organisation
Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Ver.di) ist mit rund 2,1 Millionen Mitgliedern die zweitgrößte Gewerkschaft Deutschlands nach der IG Metall. Die Organisation ist 2001 durch die Fusion von ÖTV, DAG, IG Medien, HBV und Postgewerkschaft entstanden.
Der Vorsitzende
Frank Bsirske ist seit der Ver.di-Gründung ihr erster Vorsitzender. Zuvor war der studierte Politikwissenschaftler Personaldezernent in Hannover. In den Achtzigern arbeitete er für die Grünen und ist heute noch Parteimitglied.

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Mindestlöhne in der EU

Land Mindestlohn in Euro pro Stunde zuletzt geändert
Luxemburg 11,1 01.10.2013
Frankreich 9,43 01.01.2013
Belgien 9,10 01.12.2012
Niederlande 9,07 01.07.2013
Irland 8,65 01.07.2011
Großbritannien 7,78 01.10.2013
Slowenien 4,53 01.01.2013
Malta 4,06 01.01.2013
Spanien 3,91 01.01.2013
Griechenland 3,35 01.03.2012
Portugal 2,92 01.01.2011
Kroatien 2,29 01.06.2013
Polen 2,21 01.01.2013
Tschechien 2,01 01.08.2013
Ungarn 1,97 01.01.2013
Slowakei 1,94 01.01.2013
Estland 1,90 01.01.2013
Litauen 1,76 01.01.2013
Lettland 1,71 01.01.2011
Rumänien 1,06 01.07.2013
Bulgarien 0,95 01.01.2012

Quelle: WSI (Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut)
Stand Oktober 2013

Der Deutsche Gewerkschaftsbund

Die Dachorganisation
Der 1949 gegründete Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) ist Dachverband von heute acht Einzelgewerkschaften mit rund 6,2 Millionen Mitgliedern. Vorsitzender ist Reiner Hoffmann.

Der DGB versteht sich als politisches Sprachrohr der Mitgliedsverbände. Das Sagen haben die Großgewerkschaften IG Metall und Ver.di, auf die zusammen gut 70 Prozent der DGB-Mitglieder entfallen. Weitere Gewerkschaften sind die IG Bau, IG Chemie, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft,Polizeigewerkschaft, Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten und Transnet.


Obwohl sich die Zahl der Gewerkschaftsmitglieder seit 1991 fast halbiert hat, ist ihre Zahl um ein Vielfaches größer als bei den politischen Parteien.
Der Bundeskongress
Der DGB-Bundeskongress findet alle vier Jahre statt. Er ist das höchste Beschlussorgan und legt die Richtlinien der Gewerkschaftspolitik fest.


Die Delegierten werden von den DGB-Gewerkschaften gemäß ihrer Stärke entsandt: IG Metall und Ver.di stellen demnach die meisten Delegierten, die Polizeigewerkschaft die wenigsten. dpa

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