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Wirtschaft

Trotz Putschversuch und EU-Konflikt

Erdogans Türkei boomt - wie kann das sein?

Massenverhaftungen und das Zerwürfnis mit Europa scheinen der türkischen Wirtschaft nicht zu schaden - sie wächst fast so schnell wie die chinesische. Lässt Präsident Erdogan die Zahlen frisieren?

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Wirtschaftsmetropole Istanbul

Von
Samstag, 18.11.2017   12:04 Uhr

Was macht eine Nation stolz? Womit definiert ein Land die eigene Stärke in der Welt? Eine lange Geschichte und eine reiche Kultur, natürlich. Eindruck machen auch gute Ergebnisse bei Fußballweltmeisterschaften.

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Heft 47/2017
"Wer bist du Ratte, dass du der Türkei drohst?"
Mitten in Deutschland - Hetze und Einschüchterung im Namen Erdogans

Die größte Anerkennung aber bringen wirtschaftliche Erfolge ein, Exportmilliarden, Konzernexpansionen - vor allem aber das Wachstum der heimischen Wirtschaft, zusammengefasst als griffige Prozentzahl. Ökonomischer Erfolg ist auch ein Instrument der Rechtfertigung jeder Staatsführung: Eine Regierung, die ihrer Nation dauerhaft hohe Wachstumsraten beschert, kann nicht auf dem Holzweg unterwegs sein. Oder?

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Türkei: Erdogans Bilanz in 10 Grafiken

Die Türkei unter Präsident Recep Tayyip Erdogan hat sich in rasantem Tempo erholt von den Turbulenzen des gescheiterten Putschversuchs im Juli 2016 - wenn man den Zahlen Glauben schenkt: Plus 5,1 Prozent betrug das Wirtschaftswachstum laut türkischer Statistikbehörde im zweiten Jahresquartal, Tendenz steigend: Man solle nicht überrascht sein, wenn das "Wachstum am Jahresende bei sieben Prozent liegt", hat Ministerpräsident Binali Yildirim gerade erst versprochen.

Damit würde die Türkei nicht nur dreimal stärker wachsen als Deutschland, sondern sogar China überflügeln - trotz der Verhaftungswellen nach dem Putschversuch, trotz der Auseinandersetzungen mit Deutschland, nach China Handelspartner Nummer zwei.

Wie ist das möglich? Können die wirtschaftlichen Stärken der Türkei den Boom tatsächlich erklären? Oder lässt die Regierung die Zahlen frisieren?


Frankfurt: "Wer soll das glauben?"


DPA

Analystenberichte sind für gewöhnlich trockene Angelegenheiten: Die professionellen Marktbeobachter großer Finanzhäuser pressen knappe Einschätzungen zwischen Grafiken mit steigenden oder fallenden Kurven. Doch das Türkei-Papier, das die Commerzbank in Frankfurt am 12. September verschickte, sorgte weit über Fachkreise hinaus für Furore. Der Bericht war mit "Turkey, are you kidding me?" überschrieben, auf deutsch: "Türkei - Wer soll das glauben?".

Verfasst hatte ihn Lutz Karpowitz, Analyst für "Emerging Markets", wie die Wachstumsmärkte von Schwellenländern wie der Türkei genannt werden. Karpowitz hatte aufgeschrieben, was viele Beobachter in Deutschland schon länger dachten: Dass etwas nicht stimmen kann mit den Wirtschaftszahlen der Türkei.

Ihm und seinen Kollegen sei es nicht gelungen, ein anderes Land ausfindig zu machen, "welches im zweiten Quartal schneller wuchs als die Türkei", schrieb Karpowitz. Ausgerechnet die Investitionen "haben dabei sogar mit einer Jahresrate von über 24 Prozent zugelegt. Um es schlicht zu sagen: Ich halte die Daten für politisch beeinflusst."

Karpowitz' Analyse schlug Wellen in der Investorenwelt. Die Londoner "Financial Times" berichtete darüber, die "NZZ" in der Schweiz, auch die auf Wirtschaftsthemen spezialisierte US-Nachrichtenagentur Bloomberg.

Im Kern geht es um drei Argumente:

Hinzu kommt: Seit Monaten rätseln Beobachter über den Kurs der türkischen Zentralbank. Die Währungshüter haben sich offiziell das Ziel gesetzt, die Teuerungsrate auf fünf Prozent im Jahr zu drücken. Tatsächlich liegt die Preissteigerung inzwischen mehr als doppelt so hoch.

Ökonomische Theorie und Praxis empfehlen, dass die Zentralbank in so einer Situation die Leitzinsen erhöht. Trotz des krassen Booms und der galoppierenden Preise ist das in der Türkei allerdings nicht geschehen. Halten sich die Zentralbanker zurück, weil sie womöglich einer Anweisung folgen, den Boom zu befeuern bis 2019? Dann finden in der Türkei die nächsten Präsidentschaftswahlen statt.

Oder sind die Währungshüter passiv, weil sie genau wissen, dass die offiziellen Zahlen gar nicht die tatsächliche Lage der türkischen Wirtschaft widerspiegeln, wie die Commerzbank behauptet? "Wir reden ja nicht darüber, dass die Wirtschaft heute einfach nur ähnlich gut laufen würde wie vor dem Putsch", gibt Analyst Karpowitz zu bedenken. Die Türken geben an, dass sie inzwischen noch viel schneller wachse als zuvor. "Das stinkt so zum Himmel", sagt Karpowitz.


Istanbul: "Das Wachstum ist real"


DPA

Kemal Sahin hat eine andere Perspektive auf die Lage. Aus seinem Büro überblickt der türkische Großunternehmer einen Vorort im Westen von Istanbul. Am Horizont drehen sich Kräne, überall in der geschäftigen Millionenmetropole wird gebaut. "Das Wachstum", sagt Sahin, "ist Realität."

Kemal Sahin

Unternehmer Sahin

Sahin hat eine Ferienanlage in Antalya und betreibt Textilfabriken in der Türkei. Sie exportieren in die ganze Welt. Seine Verbindung zu Deutschland ist eng: Sahin kam in den Siebzigerjahren als Sohn eines türkischen Bauern zum Studium ins Land, bekam nach dem Abschluss aber keine Arbeitserlaubnis. Heute ist er Chef von 10.000 Mitarbeitern, darunter rund 50 Modedesigner in Aachen.

Die Spannungen zwischen Berlin und Ankara hat Sahin besonders aufmerksam verfolgt, weil sie das Potenzial haben, ihm beide Geschäfte zu erschweren - den Textilexport und den Tourismus.

Tourismus - mehr Besucher als gedacht

Nach einem schwierigen Jahr 2016 seien die Hotels in diesem Jahr wieder gut gefüllt. "Meine Ferienanlage in Antalya war in den letzten drei, vier Monaten unerwartet voll", sagt Sahin. Aus Russland sei die Nachfrage groß, aber auch viele deutsche Touristen würden wieder in die Türkei reisen.

Das deckt sich mit Zahlen des russischen Tourismusverbands: 2016 war die Zahl russischer Urlauber fast auf null gefallen, nachdem die Türkei einen russischen Kampfjet abgeschossen hatte. Moskau stellte damals unter anderem Charterflüge in türkische Urlaubsorte ein. Inzwischen haben sich Erdogan und Russlands Präsident Wladimir Putin wieder versöhnt. Die Folge: 2017 werden mehr als vier Millionen Russen Urlaub in der Türkei machen. Und auch das Embargo für türkische Lebensmittel haben die Russen aufgehoben.

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Überraschend: Der Putsch, Anschläge und selbst die in Teilen schrill geführte Auseinandersetzung mit Berlin hat deutsche Touristen nicht dauerhaft verschreckt. Zwar kamen mehrere Deutsche in Haft, deutsche Firmen fanden sich auf einer türkischen Terrorliste wieder, und Außenminister Sigmar Gabriel riet öffentlich Urlaubern von Reisen in die Türkei ab.

Laut türkischem Statistikamt lagen die Besucherzahlen aus Deutschland im August 2017 aber leicht über denen des Vorjahres. Das deckt sich mit Angaben des Deutschen Reiseverbands (DRV). Seit Juli habe es einen regelrechten "Run" auf Last-minute-Angebote in der Türkei gegeben. Das hat freilich auch mit massiven Preisnachlässen zu tun.

In diesem Jahr rechnet die Regierung mit 26 Milliarden Dollar Einnahmen aus dem Feriengeschäft. 2016 waren es nur 22 Milliarden Dollar.

Exporte - Kostenvorteil für die Türkei

So wichtig die Ferienbranche ist: Für die Türkei ist der Tourismus nur eine von mehreren wichtigen Einnahmequellen. Die Wirtschaft hat sich modernisiert und breiter aufgestellt. Ein Maßstab dafür ist der Economic Complexity Index (ECI), den Experten der Universität Harvard jährlich berechnen. Auf den vorderen Plätzen liegen dabei weit entwickelte Industrienationen wie Deutschland, die zahlreiche und komplexe Produkte herstellen.

Die Türkei holt in Sachen wirtschaftlicher Komplexität auf, sie hat sich von Rang 58 auf Platz 40 vorgeschoben. Die langen Kolonnen türkischer Lkw in Nachbarländern wie Georgien sind ein Zeichen dieser neuen Stärke, die von türkischen Bauunternehmen im eigentlich russisch beherrschten Nordkaukasus hochgezogenen Wolkenkratzer ein weiteres. Sieben der 100 größten Baufirmen der Welt stammen aus der Türkei.

Ein anderes Beispiel ist der Haushaltsgerätehersteller Arcelik. Vor einigen Jahren übernahm er die deutsche Marke Grundig. Heute agiert der Konzern global, hat 14 Werke, sieben davon im Ausland.

Türkische Exporteure profitieren derzeit von der Schwäche der heimischen Währung. Die Lira hat zum Euro binnen eines Jahres fast ein Drittel ihres Wertes verloren. "Unsere Produktion in der Türkei ist billiger geworden, die Erträge in Europa aber bleiben gleich", sagt Textilunternehmer Sahin.

Natürlich hätten sich Probleme aus dem Konflikt mit dem Westen gegeben. Deshalb ist Sahin vor einigen Wochen zu einem Gespräch mit dem türkischen Ministerpräsidenten gefahren, mit einigen deutschen Managern im Schlepptau. "Der Ministerpräsident hat den deutschen Kollegen versichert: Sie und Ihre Firmen sind ein Teil von uns. Wir wollen die Beziehungen wieder verbessern", sagt Sahin.

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Die Investoren - vorsichtiger Optimismus

Jan Nöther ist Chef der Deutsch-türkischen Industrie- und Handelskammer (AHK) in der Türkei. Fast 7000 deutsche Unternehmen machen im Land Geschäfte, aus keinem anderen Land sind es mehr. Nicht aus China, schon gar nicht aus den USA oder Russland, dem neuen Freund.

Nöther warnt vor einem Trugschluss: Die Berichterstattung über die Türkei in den letzten Monaten lasse nicht auf die tatsächliche Lage der Wirtschaft im Lande schließen. Die sei nämlich viel besser. Da ist zum einen die Sache mit der Terrorliste: Der türkische Geheimdienst hatte der deutschen Regierung eine Aufstellung von Firmen übermittelt, darunter auch BASF und Daimler, angeblich alles Terrorfinanziers. Die Affäre machte im Sommer wochenlang Schlagzeilen.

Für die deutsche Wirtschaft ist das längst kein Thema mehr. "Das Dementi der Regierung kam sofort", sagt Nöther. "Wir haben alle den Eindruck gehabt, die türkische Regierung war selbst unangenehm überrascht von der Liste."

Deutsche Konzerne setzen auf die Türkei

Politischer Zwist hin oder her: Drei Wochen nach Bekanntwerden der Liste gab Siemens umfangreiche Investitionen in der Türkei bekannt. Der deutsche Konzern hat den Zuschlag bekommen für ein milliardenschweres Windkraftprojekt - und setzte sich dabei gegen die Konkurrenz aus China durch. Bosch, mit 17.000 Beschäftigten einer der größten deutschen Arbeitgeber in der Türkei, steckt 650 Millionen Lira in den Ausbau des Geschäfts. Und der Daimler-Konzern verkündete Anfang August, im Lastwagenwerk Aksaray in Zentralanatolien die Produktionskapazitäten bis 2018 zu verdoppeln.

Daimler

Daimler-Produktion in der Türkei

Für viele deutsche Firmen ist die Türkei das Sprungbrett in den Nahen Osten. Beispiel Daimler: Nur rund 15 Prozent der in Anatolien vom Band laufenden Lkw werden in der Türkei verkauft - der Rest geht in andere Länder. "Der Export ist stark zurückgekommen", sagt AHK-Chef Nöther.

Aber auch ihm ist nicht entgangen, dass da ein seltsamer Aufschwung das Land erfasst hat. Einer, von dem anders als früher nicht alle Firmen ähnlich stark profitieren. Türkische Firmenkunden bitten bei deutschen Lieferanten immer häufiger um längere Zahlungsfristen. Sie begleichen offene Rechnungen nicht sofort und nicht binnen weniger Wochen - sondern innerhalb von neun bis zwölf Monaten.

Was für exportorientierte Firmen wie Daimler ein Segen ist, macht Firmen, die ihr Hauptgeschäft in der Türkei abwickeln, das Leben schwer: Der Wertverlust der Lira senkt nicht nur die Produktionskosten - er zehrt auch an der Kaufkraft der türkischen Konsumenten. Das spürt die deutsche Autoindustrie: Die Ausfuhren aus Baden-Württemberg (Mercedes-Pkw) und aus Bayern (BMW) sind laut AHK-Angaben um 20 beziehungsweise zehn Prozent gesunken.


London: "Überhitzt die türkische Wirtschaft?"


AFP

Finanzbezirk von London

Der Bericht von Lutz Karpowitz, dem skeptischen Commerzbank-Experten, hat auch andere Analysten auf den Plan gerufen. William Jackson, Emerging-Markets-Spezialist beim Londoner Wirtschaftsanalyse-Unternehmen Capital Economics, hat Anfang November eine eigene Untersuchung veröffentlicht. "Sollten wir den BIP-Daten der Türkei trauen?", steht darüber. Seine auf sechs Seiten ausgeführte Antwort lässt sich zusammenfassen als "Jein".

Er habe zwar "gewisse Sympathie für die Vorstellung, dass Turkstat Ziel politischen Drucks ist", sagt Williamson vorsichtig. Es wäre nicht die erste Institution, die in der Türkei unter Druck gerate. Ähnliches sei bereits bei der Zentralbank zu beobachten. Insgesamt seien die Wachstumszahlen aber "durchaus plausibel". Grund für den Boom sei vor allem der staatlich befeuerte Bauboom - und zahlreiche Konjunkturprogramme der Regierung.

Tim Ash, Türkei-Kenner des Londoner Investmenthauses Bluebay, sieht das ähnlich. Die entscheidende Frage sei nicht, ob die Wirtschaftsdaten korrekt seien, "sondern ob die türkische Wirtschaft überhitzt" - und damit einen Crash provoziere. Die Geldpolitik der Zentralbank sei viel zu locker angesichts der hohen Inflation. Die Währungshüter beugten sich offenkundig der Forderung der Regierung, bis zur nächsten Präsidentschaftswahl 2019 hohe Wachstumsraten zu garantieren - koste es, was es wolle.

Steuersubventionen verschieben die Krise nur nach hinten

Tatsächlich hat die türkische Führung sich ausgesprochen ehrgeizige Ziele gesetzt. Bis 2023 - die Türkei feiert dann 100 Jahre Bestehen der Republik - soll das Land in die Top Zehn der größten Wirtschaftsnationen weltweit vorstoßen. Das Exportvolumen soll dann 500 Milliarden Dollar betragen. 2016 lagen die Ausfuhren bei gerade einmal 142 Milliarden Dollar.

Um einen empfindlichen Rückschlag nach dem gescheiterten Putsch zu vermeiden, hat die Türkei 2016 umfangreiche Konjunkturprogramme aufgelegt. Der staatliche Kreditgarantiefonds hat mehr als 200 Milliarden Lira an kleine und mittlere Unternehmen vergeben, umgerechnet 50 Milliarden Euro. Anfang 2017 wurde der Mehrwertsteuersatz beim Kauf von Möbeln von 18 auf 8 Prozent gesenkt, um den privaten Konsum anzukurbeln, ebenso beim Kauf von Wohnungen mit mehr als 150 Quadratmetern.

Das Problem: Solche Vergünstigungen führen dazu, dass Konsumenten Kaufentscheidungen größerer Anschaffungen vorziehen. Sie kaufen eine neue Waschmaschine, ein Sofa oder auch eine neue Wohnung einfach etwas früher als geplant - und dann erst wieder in zehn Jahren. Die Nachfrage bricht dann noch stärker ein als vorher.

TURKISH PRESIDENT PRESS OFFICE / EPA / DPA

Erdogan bei der Eröffnung des "Eurasien-Tunnels" (2016)

Die Bauinvestitionen sind 2017 dramatisch gestiegen. Im ersten Jahresquartal lag der Zuwachs bei 14 Prozent, im zweiten waren es sogar 25 Prozent. Unterdessen gingen die Investitionen in Maschinen und Anlagen landesweit sogar zurück. "Das ganze System funktioniert nur, weil die Regierung enorme Kredite hineinpumpt", warnt Gareth Jenkins, Türkei-Experte des schwedischen Instituts für Sicherheits- und Entwicklungspolitik.

Im Ton nüchterner, in der Sache aber ähnlich fällt das Fazit von "Germany Trade and Invest" aus, der Nachfolgegesellschaft der früheren Bundesagentur für Außenwirtschaft: "Die Türkische Regierung", heißt es in einer aktuellen Analyse, "setzt Wachstum vor Stabilität."


Fazit: Die bemerkenswert hohen Wachstumsraten der türkischen Wirtschaft wirken zwar auf dem Papier verdächtig. Tatsächlich lässt sich der Boom trotz des Zwists mit der EU und innenpolitischen Spannungen aber plausibel erklären. Die Türkei profitiert von international wettbewerbsfähigen Firmen - und der dramatische Kursverfall der Lira macht türkische Waren weltweit noch günstiger. Mit Blick auf die nächsten Wahlen feuert die Regierung das Wachstum allerdings mit fragwürdigen Konjunkturprogrammen weiter an - und riskiert so einen umso schwerer wiegenden Einbruch

Wirtschafts-Analysen zur Türkei

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insgesamt 90 Beiträge
Outdated 18.11.2017
1. Der Knackpunkt ist mal wieder das falsche verstehen von Statistik:
Die Türkische Wirtschaft wächst auf dem Papier, weil die Lira an Wert verloren hat. 7% Wachstum aus der in Lira gemessenen innenperspektive gegenüber einem Wertverlust aller Dienstleistungen, Güter und Grundstücke um 30% aus [...]
Die Türkische Wirtschaft wächst auf dem Papier, weil die Lira an Wert verloren hat. 7% Wachstum aus der in Lira gemessenen innenperspektive gegenüber einem Wertverlust aller Dienstleistungen, Güter und Grundstücke um 30% aus dem Ausland. Das selbe passiert z.B: in Großbritannien (um nur ein weiteres Beispiel zu nennen). Der Austritt aus der EU ließ das Pfund abstürzen. => schein Wirtschaftswachstum.
Knippi2006 18.11.2017
2. Es war doch schon immer so
dass in rechtsautoritären Regimen die Wirtschaft nicht unbedingt schlecht dasteht. Die Frage ist immer, zu wessen Lasten das ganze geht.
dass in rechtsautoritären Regimen die Wirtschaft nicht unbedingt schlecht dasteht. Die Frage ist immer, zu wessen Lasten das ganze geht.
The Restless 18.11.2017
3.
Der Vergleich mit China drängt sich auf. Wachstum, eventuell auch auf Kosten der Zukunft. Eines ist jedoch klar: Eine florierende Wirtschaft benötigt als Voraussetzung keine Demokratie, und Geld wird nicht mit Menschenrechten [...]
Der Vergleich mit China drängt sich auf. Wachstum, eventuell auch auf Kosten der Zukunft. Eines ist jedoch klar: Eine florierende Wirtschaft benötigt als Voraussetzung keine Demokratie, und Geld wird nicht mit Menschenrechten verdient ...
kakadu 18.11.2017
4.
Ich finde es doch sehr interessant, daß das türkische Regime durch staatlich subventionierten Bauboom und die türkische Zentralbank durch billige Kredite, auf diese bemerkenswerten Wirtschaftszahlen kommt. Welche Zahlen [...]
Ich finde es doch sehr interessant, daß das türkische Regime durch staatlich subventionierten Bauboom und die türkische Zentralbank durch billige Kredite, auf diese bemerkenswerten Wirtschaftszahlen kommt. Welche Zahlen verpassen wir in Deutschland, in dem Schäuble an seiner schwarze Null festhält? Inzwischen streitet sich Jamaika darüber, weil sie den Soli (anstatt es komplett abzuschaffen) nur um wenige Prozent senken wollen, weil sonst Geld für Projekte fehlt. Irgendetwas stinkt doch. Schafft endlich den Soli ab, Schafft den Mittelstandsbauch ab und senkt die Steuerabgaben bis zum geht nicht mehr. Lasst den deutschen Bauboom dadurch endlich bei der unteren Mittelschicht ankommen. Habe keinen Bock mehr auf diese "Gerechtigkeitsdebatte". Wer es sich dann nicht leisten kann, der kann es sich halt nicht leisten. Wer dann noch abgehängt ist, der ist nun mal abgehängt.
marthaimschnee 18.11.2017
5. ähm, wait ... What?
Soll das bedeuten, die Wirtschaftsdaten sind vor allem davon abhängig, ob Finanzanalysten sie glauben können, oder nicht? An der Stelle mal die ketzerische und völlig vom Thema flüchtende Frage: Wie wahrscheinlich ist es dann, [...]
Soll das bedeuten, die Wirtschaftsdaten sind vor allem davon abhängig, ob Finanzanalysten sie glauben können, oder nicht? An der Stelle mal die ketzerische und völlig vom Thema flüchtende Frage: Wie wahrscheinlich ist es dann, daß diese Finanzanalysten von unserer eigenen Regierung nicht genau die Daten zu hören bekommen, die sie hören wollen?
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