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Wirtschaft

Russische Geldwäsche-Affäre

Deutsche Bank muss 630 Millionen Dollar zahlen

Erste Einigung: Die Deutsche Bank hat zugestimmt, in der russischen Geldwäsche-Affäre insgesamt 630 Millionen Dollar Bußgeld zu zahlen. In dem Fall drohen aber noch weitere Strafzahlungen.

REUTERS

Deutsche-Bank-Zentrale in Frankfurt

Dienstag, 31.01.2017   13:48 Uhr

Die Deutsche Bank Chart zeigen hat sich mit der New Yorker Finanzaufsicht auf einen millionenschweren Vergleich im russischen Geldwäsche-Skandal geeinigt. Das Institut zahle ein Bußgeld in Höhe von 425 Millionen Dollar, teilte das New York State Department of Financial Services (DFS) mit. Weitere rund 205 Millionen Dollar zahlt die Bank an die britische Finanzaufsicht FCA.

Kunden der Deutschen Bank sollen der Behörde zufolge über die Finanzplätze Moskau, New York und London rund zehn Milliarden Dollar an Rubel-Schwarzgeld aus Russland gewaschen haben. Das Geldhaus habe wegen Aufsichtsversagen über Jahre zahlreiche Gelegenheiten ungenutzt gelassen, das Komplott zu bemerken und zu unterbinden, so das DFS.

Die New Yorker Behörde hatte bei ihrer Untersuchung nach eigenen Angaben eng mit der britischen Finanzaufsicht Financial Conduct Authority (FCA) zusammengearbeitet. Eine DFS-Sprecherin sagte auf Nachfrage, der Vergleich betreffe nur die Auseinandersetzung mit ihrer Behörde.

Laut einer Sprecherin in New York kooperiert die Deutsche Bank mit anderen Regulierern und Aufsichtsbehörden, deren Untersuchungen in dem Fall noch andauerten. US-Medien zufolge ermittelt auch das US-Justizministerium wegen möglicher strafrechtlicher Vergehen. Das Ministerium war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Teil der Einigung ist auch, dass die Bank ihre Geschäftsabläufe in New York durch einen unabhängigen Prüfer untersuchen lässt. Der Sprecherin der Deutschen Bank zufolge ist das Bußgeld durch bestehende Rückstellungen abgedeckt. Erst Mitte Januar hatte die Bank einen insgesamt 7,2 Milliarden Dollar teuren Vergleich mit der US-Justiz wegen dubioser Hypothekengeschäfte geschlossen.

max/nck/dpa

insgesamt 25 Beiträge
aurifizz 31.01.2017
1. wie tief
ist diese Bank gesunken, gibt es Konsequenzen für das Senior Managment? Wahrscheinlich eher extra bonus. To big to fail.
ist diese Bank gesunken, gibt es Konsequenzen für das Senior Managment? Wahrscheinlich eher extra bonus. To big to fail.
emo.alberich 31.01.2017
2. Glimpflich ausgegangen ....
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-138148082.html Es stand Schlimmeres zu erwarten in dieser "russischen" Affäre. Interessante Sprachwahl - tönt wie: Affäre der Russen, in die die deutsche Bank [...]
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-138148082.html Es stand Schlimmeres zu erwarten in dieser "russischen" Affäre. Interessante Sprachwahl - tönt wie: Affäre der Russen, in die die deutsche Bank unglücklicherweise verwickelt worden ist. Darum vielleicht werden "die Russen", d.h. die russischen Finanz- und Strafbehörden schlicht ignoriert. Wer Aleppo bombardiert und eine Invasion auf die Krim gestartet hat und den heiligen Poroschenko daran hindert, Kiews Verpflichtungen aus Minsk I bis III zu erfüllen, hat sowieso nichts zu melden. Zudem - irgendwie musste die deutsche Wirtschaft als Exportweltmeister ja seine Ausfälle durch die Sanktionen gegen Russland wegen dessen Wüten in der Ostukraine kompensieren. Schöne neue Werteordnung.
karljosef 31.01.2017
3. Wie gerne erinnert sich der deutsche Steuerzahler doch an die weise Aussage von Dr. Merkel
"Keine Bank darf so groß werden, dass sie die Regierung erpressen kann." Wie ungerne an die Sprüche bzgl. systemrelevante Banken und alternativlosen Entscheidungen. Wie gespannt wartet er darauf, wann das Problem [...]
"Keine Bank darf so groß werden, dass sie die Regierung erpressen kann." Wie ungerne an die Sprüche bzgl. systemrelevante Banken und alternativlosen Entscheidungen. Wie gespannt wartet er darauf, wann das Problem nicht weiterhin ausgesessen wird.
wiesenflitzer 31.01.2017
4. Man kann es eigentlich gar nicht mehr fassen
DAS Vorzeigeunternehmen der Deutschen vieler Jahre. Im Grunde nur ein gigantisches Konsortium von Menschen, die weltweit bescheißen; und das in einem Ausmaß, dass einem schwindelig wird. Milliarden an Euro/Dollars finden sich da [...]
DAS Vorzeigeunternehmen der Deutschen vieler Jahre. Im Grunde nur ein gigantisches Konsortium von Menschen, die weltweit bescheißen; und das in einem Ausmaß, dass einem schwindelig wird. Milliarden an Euro/Dollars finden sich da ganz normal als Rücklagen, um Strafzahlungen in der ganzen Welt zu begleichen, wenn der Betrug auffliegt. Es ist so unfassbar viel Geld da... ...traurig, das unser Staat damit nichts anfangen kann.
wk03 31.01.2017
5. Statt Steuern
Vielleicht sollte die Bundesregierung auch mal darüber nachdenken die "Steuern" der Deutschen Bank per Urteil direkt einzuziehen. Alle diese Summen übersteigen die Steuerlast in Deutschland in den letzten Jahren bei [...]
Vielleicht sollte die Bundesregierung auch mal darüber nachdenken die "Steuern" der Deutschen Bank per Urteil direkt einzuziehen. Alle diese Summen übersteigen die Steuerlast in Deutschland in den letzten Jahren bei weitem.
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