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Wirtschaft

Trotz Boni-Verzicht

Deutsche-Bank-Chef erhält 3,8 Millionen Euro Gehalt

Die ehemaligen Deutsche-Bank-Chefs Josef Ackermann und Anshu Jain hatten zeitweise zweistellige Millionenbeträge eingestrichen. Das Gehalt von John Cryan wirkt dagegen mickrig.

Getty Images

John Cryan

Montag, 20.03.2017   12:08 Uhr

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, John Cryan, hat im vergangenen Jahr 3,8 Millionen Euro Gehalt ausgezahlt bekommen. Das geht aus dem am Montag veröffentlichten Vergütungsbericht von Deutschlands größter Bank hervor.

Die meisten Vorstandschefs der Dax-Konzerne erhalten ein höheres Gehalt als der Brite. Weniger als Cryan verdienten nach bisher vorliegenden Zahlen von 26 Unternehmen aus dem Dax nur die Vorstandschefs von Eon, Infineon Chart zeigen und der Lufthansa Chart zeigen. Eine Übersicht mit den Vergütungen der einzelnen Manager finden Sie hier in der Fotostrecke

Fotostrecke

Wer bekommt was: Die Gehälter der Dax-Chefs

Cryans Vorgänger Anshu Jain und Josef Ackermann hatten zeitweise zweistellige Millionenbeträge erhalten. Die Zeiten haben sich geändert: Selbst wenn das Jahr 2017 optimal laufen sollte, liegt die Gehaltsobergrenze bei der Deutschen Bank Chart zeigen bei 9,85 Millionen Euro je Vorstand. Insgesamt kostete der Vorstand Deutschlands größte Bank im vergangenen Jahr 25,8 Millionen Euro (2015: 22,7).

Entscheidender Grund für die niedrigeren Gehälter: Cryan hat wie seine Vorstandskollegen zum zweiten Mal in Folge auf alle Boni verzichtet. In diesem Jahr erhält Cryan zudem ein geringeres Fixgehalt. Der Topmanager kann künftig ohne Boni nur noch mit 3,4 Millionen Euro rechnen.

Deutsch-Banker erhielten bis zu 7 Millionen Euro

Mit dem Boni-Verzicht reagierte der Vorstand auf die drastische Kürzung der variablen Vergütungen für den Rest der Belegschaft. Insgesamt wurden die Boni um 77 Prozent auf rund 500 Millionen Euro zusammengestrichen. 316 Deutsch-Banker verdienten 2016 mindestens eine Million Euro, ein Jahr zuvor waren es noch 756. Die beiden Spitzenverdiener lagen laut Vergütungsbericht zwischen sechs und sieben Millionen Euro. Auch noch nach der Finanzkrise hatte die Deutsche Bank einigen Investmentbankern zweistellige Millionensummen gezahlt.

Das Vergütungssystem für die Deutsche-Bank-Manager war auf der Hauptversammlung im Mai 2016 durchgefallen, weil es den Aktionären zu komplex und undurchsichtig war. Aufsichtsratschef Paul Achleitner nimmt nun einen neuen Anlauf. "Der Aufsichtsrat hat die geäußerte Kritik zum Anlass genommen, die Strukturen der variablen Vergütung deutlich zu vereinfachen und die Vergütung mit transparenten Leistungskriterien zu verknüpfen", heißt es im Vergütungsbericht. Die Entwicklung des Aktienkurses im Vergleich zur Konkurrenz soll dabei eine deutlich geringere Rolle spielen als bisher, stattdessen werden die Vorstände am Kapitalzuwachs gemessen.

Unterdessen ist die Kapitalerhöhung des Instituts angelaufen, die acht Milliarden Euro einbringen soll. Es ist die vierte Kapitalerhöhung in sieben Jahren. Die neuen Aktien werden zu je 11,65 Euro ausgegeben - ein Abschlag von rund 35 Prozent auf den Schlusskurs vom Freitag. Aktionäre können die neuen Papiere von Dienstag an bis zum 6. April zeichnen - für je zwei ihrer Aktien erhalten sie ein Bezugsrecht für eine neue.

man/Reuters/dpa-AFX

insgesamt 19 Beiträge
k.hand 20.03.2017
1. Ist das
Geschäft erst ruiniert kassiert´s sich völlig ungeniert. Nach der Arbeit, die der Vorstand abgeliefert hat, müssten er Geld mitbringen.
Geschäft erst ruiniert kassiert´s sich völlig ungeniert. Nach der Arbeit, die der Vorstand abgeliefert hat, müssten er Geld mitbringen.
w.diverso 20.03.2017
2. An seinen Vorgängern
sieht man gut, dass der Gehalt in diesen Positionen nicht unbedingt mit der erbrachten Leistung zusammenhängt. Man kann auch mit unterirdischer Leistung viel Millionen bekommen, stimmst Herr Ackermann und Co?
sieht man gut, dass der Gehalt in diesen Positionen nicht unbedingt mit der erbrachten Leistung zusammenhängt. Man kann auch mit unterirdischer Leistung viel Millionen bekommen, stimmst Herr Ackermann und Co?
lupo44 20.03.2017
3. Gelinde gesagt-viel zu viel Geld.....
wenn man sich das Gehalt ansieht von Spitzenpolitikern oder von guten Facharbeitern-einfach unverschämt. Vor allen Dingen Otto-Normalverbraucher kämpft teilweise um das vernünftige überleben ,Kinder haben auf Grund ihres [...]
wenn man sich das Gehalt ansieht von Spitzenpolitikern oder von guten Facharbeitern-einfach unverschämt. Vor allen Dingen Otto-Normalverbraucher kämpft teilweise um das vernünftige überleben ,Kinder haben auf Grund ihres Geburtsstandes kaum eine Zukunft in Deutschland usw. Das ist kein Neid sondern die Verhältnismäßigkeit stimmt in diesen Land nicht mehr.aber da wird politisch immer wieder argumentiert Spitzenmanager haben ebend ihren Preis.Wir sehen ja oft wer von diesen Personen Versager waren und trotzdem mit riesen Abfindungen in die Wüste geschickt werden.Das sollte irgendwie verändert werden.Kann aber nur die Politik zusammen mit der Wirtschaft.
WernerChibulsky 20.03.2017
4. Gier frisst Hirn
und solche Typen schämen sich noch nicht mal für ihr Handeln.... Jeder kleine Angestellte wäre längst mit Schimpf und Schande vom Hof gejagt worden, die Herren Manager kassieren weiter fleissig und reichlich. Zum [...]
und solche Typen schämen sich noch nicht mal für ihr Handeln.... Jeder kleine Angestellte wäre längst mit Schimpf und Schande vom Hof gejagt worden, die Herren Manager kassieren weiter fleissig und reichlich. Zum Mäusemelken....
ttvtt 20.03.2017
5. für unter 1 Mio
Es würde sich gewiss auch niemand finden, der den Job für unter eine Million machen würde. Bei der ganzen Verantwortung...
Es würde sich gewiss auch niemand finden, der den Job für unter eine Million machen würde. Bei der ganzen Verantwortung...

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