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Wirtschaft

Feinkostmarke Homann

Milchkonzern Müller schließt vier Werke

Allein in Niedersachsen fallen mehr als tausend Arbeitsplätze weg: Der Nahrungsmittelkonzern Theo Müller will vier Werke der Feinkosttochter Homann schließen. Profitieren könnte ein Standort in Sachsen.

DPA

Homann-Werk in Dissen (Niedersachsen)

Freitag, 21.04.2017   16:26 Uhr

Im Jahr 2020 soll Schluss sein: Der Lebensmittelkonzern Theo Müller will vier Werke seiner Feinkosttochter Homann schließen, darunter auch das Stammwerk in Dissen und das Werk Lintorf, beide in der Nähe von Osnabrück in Niedersachsen. Zudem sollen die Standorte Bottrop in Nordrhein-Westfalen und im thüringischen Floh-Seligenthal geschlossen werden. Damit sind allein im Kreis Osnabrück mehr als tausend Arbeitsplätze bedroht. Produziert werden soll künftig an einem neuen, zentralen Standort, teilt der Konzern mit.

Müller begründet die Werksschließungen mit dem scharfen Wettbewerb und einem mangelnden Entwicklungspotenzial an den vier Produktionsstätten. Diese Ursachen hätten eine Krise des Unternehmens ausgelöst. Ein langfristig profitabler Betrieb der Werke sei nicht mehr möglich. Bis 2020 soll sich aber in den vier Werken nichts ändern, verspricht der Konzern. Es werde weiter voll gearbeitet und uneingeschränkt produziert. Allen Beschäftigten in den Werken sollten Angebote zum Wechsel an den neuen Produktionsstandort gemacht werden.

Homann ist vor allem für seine Feinkostsalate bekannt und produziert auch Saucen und Dressings. Der Umsatz liegt bei rund 630 Millionen Euro. 2012 wurde das Unternehmen von der luxemburgischen Unternehmensgruppe Theo Müller übernommen, deren bekannteste Marke Müllermilch ist. Insgesamt beschäftigt Homann rund 3000 Mitarbeiter. Die Produktionsstätten in Rogätz in Sachsen-Anhalt und Sassnitz in Mecklenburg-Vorpommern sind von den aktuellen Plänen nicht betroffen.

In den kommenden Jahren will Müller bis zu 500 Millionen Euro in die Bündelung der Produktion investieren. Eine Entscheidung über den neuen, zentralen Homann-Standort hat der Konzern noch nicht endgültig getroffen. Allerdings gibt es schon einen Favoriten: das sächsische Leppersdorf, wo die Müller-Tochter Sachsenmilch bereits eine große Molkerei betreibt.

fdi/dpa-AFX

insgesamt 21 Beiträge
Susi Sorglos 21.04.2017
1. Luxemburger Firma ?
Aretsried liegt in Süddeutschland und von da kommt Theo Müller. Heisst das also, dass er dem Steuerlockruf des Herrn Juncker gefolgt ist und den "Stammsitz" nach Luxembrug verlegt hat ? Im Vernichten von [...]
Aretsried liegt in Süddeutschland und von da kommt Theo Müller. Heisst das also, dass er dem Steuerlockruf des Herrn Juncker gefolgt ist und den "Stammsitz" nach Luxembrug verlegt hat ? Im Vernichten von Arbeitsplätzen kennt er sich ja aus und lässt das sogar den Steuerzahler bezahlen. Ich bin fassungslos.
Susi Sorglos 21.04.2017
2. Luxemburger Firma ?
Aretsried liegt in Süddeutschland und von da kommt Theo Müller. Heisst das also, dass er dem Steuerlockruf des Herrn Juncker gefolgt ist und den "Stammsitz" nach Luxembrug verlegt hat ? Im Vernichten von [...]
Aretsried liegt in Süddeutschland und von da kommt Theo Müller. Heisst das also, dass er dem Steuerlockruf des Herrn Juncker gefolgt ist und den "Stammsitz" nach Luxembrug verlegt hat ? Im Vernichten von Arbeitsplätzen kennt er sich ja aus und lässt das sogar den Steuerzahler bezahlen. Ich bin fassungslos.
Ragnar the Bold 21.04.2017
3.
Entwicklungspotential? Das sind Feinkostsalate, keine Elektroautos! Die wollen, Subventionen abgreifen, wie sie es schon bei den Molkereiprodukten bereits gemacht haben.
Entwicklungspotential? Das sind Feinkostsalate, keine Elektroautos! Die wollen, Subventionen abgreifen, wie sie es schon bei den Molkereiprodukten bereits gemacht haben.
berlin-steffen 21.04.2017
4. Ein Cleverle
Warum sollen nur die Big Player die Steuervorteile abgreifen? Aber die Mittelständler wollen ran an die Extraprofite. Und wie sagte schon Charly: "Ab einem bestimmten Prozentsatz vergessen die Kapitalisten auch das Vaterland [...]
Warum sollen nur die Big Player die Steuervorteile abgreifen? Aber die Mittelständler wollen ran an die Extraprofite. Und wie sagte schon Charly: "Ab einem bestimmten Prozentsatz vergessen die Kapitalisten auch das Vaterland usw. ..". Getrieben werden sie auch von den Aktionären, diese trübe unsichtbare Macht hinter den Kulissen. Die wollen nur Rendite, mehr nicht.
Flari 21.04.2017
5.
Die Konzernzentrale sitzt schon lange in einem luxemburger Briefkasten, die Müllerfamilie selber versteuert ihre Vermögen/Einkommen in der Schweiz, soweit sich das Steuerzahlen nicht völlig vermeiden lässt. 2010 wurde das [...]
Zitat von Susi SorglosAretsried liegt in Süddeutschland und von da kommt Theo Müller. Heisst das also, dass er dem Steuerlockruf des Herrn Juncker gefolgt ist und den "Stammsitz" nach Luxembrug verlegt hat ? Im Vernichten von Arbeitsplätzen kennt er sich ja aus und lässt das sogar den Steuerzahler bezahlen. Ich bin fassungslos.
Die Konzernzentrale sitzt schon lange in einem luxemburger Briefkasten, die Müllerfamilie selber versteuert ihre Vermögen/Einkommen in der Schweiz, soweit sich das Steuerzahlen nicht völlig vermeiden lässt. 2010 wurde das Vermögen von Theo Müller auf 1,3 Mrd Euro geschätzt, 2012 auf 2,5 Mrd CHF, 2013 auf 2,7 Mrd USD, 2014 auf 3,7 Mrd USD. https://de.wikipedia.org/wiki/Theo_Müller_(Unternehmer)#Verm.C3.B6gen Man kann also eindeutig erkennen, dass der Mann unbedingt sparen muss. Ggf. unterstützt ihn ja die EU und das Land Sachsen wieder mit horrenden Millionensubventionen...

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