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Wirtschaft

Deutsche-Bank-Studie

Selbstfahrende Autos werden sich erst 2040 durchsetzen

Selbstfahrende Autos - manchmal hat man den Eindruck, als führen sie schon morgen auf unseren Straßen. Eine neue Studie bringt Ernüchterung - und stellt Gewinne auf einem anderen Gebiet der Mobilität in Aussicht.

AP

Selbstfahrender Audi Q5

Montag, 19.06.2017   15:19 Uhr

Die Deutsche Bank beurteilt die Marktchancen digitaler und selbstfahrender Autos trotz großen Potenzials aktuell skeptisch. Die von Computern gesteuerten Wagen dürften den kontinuierlich wachsenden Markt nicht vor dem Jahr 2040 durchdrungen haben. So lautet eines der zentralen Ergebnisse einer Studie der Deutsche Bank Research.

Die Branche stehe vor enormen technologischen Herausforderungen, ein "chaotisches" System wie den Straßenverkehr zu automatisieren, sagt Eric Heymann, der Autor der Studie. Dafür biete sich der Schienenverkehr zunächst viel eher an. Da auch weiterhin zahlreiche nicht- oder nur teildigitalisierte Fahrzeuge und andere Verkehrsteilnehmer auf den Straßen unterwegs sein werden, sei eine Übergangszeit von mehreren Jahrzehnten zu erwarten.

Grundsätzlich rechnen die Volkswirte der größten deutschen Bank damit, dass sich die Autohersteller im technologischen Wettlauf mit digitalen Dienstleistern wie Google oder Apple gut behaupten können. Dafür sprächen die hohe Anpassungsfähigkeit der Industrie und die hohen Hürden für Externe bei einem Einstieg in die Autoproduktion. Die Chancen der Internetkonzerne lägen dagegen im automobilen Datenmarkt.

Anders als bei elektrischen Antrieben seien bei der zunehmenden Digitalisierung der Fahrzeuge keine staatlichen Subventionen notwendig, sagte Heymann. Neue Systeme würden nach und nach in die neuesten Modelle eingebaut. Die Preisaufschläge im drei- bis vierstelligen Euro-Bereich seien nicht vergleichbar mit den zusätzlichen Kosten bei der Elektromobilität.

Starke Steigerungen erwartet Heymann beim Ausbau von alternativen Mobilitätsdienstleistungen wie dem Carsharing. Sie könnten in 10 bis 15 Jahren rund fünf Prozent des motorisierten Individualverkehrs abdecken. Das bleibe zwar immer noch eine Nische, könne aber Umsätze im zweistelligen Milliardenbereich bringen. "Das eigene Auto bleibt zunächst der Normalfall."

asa/dpa

insgesamt 160 Beiträge
ambulans 19.06.2017
1. auch
wenn ich die deutsche bank nicht abkann - dieser studie kann man nur zustimmen: die internet'ler machen den job mit den daten (unter aufsicht!), und unsere auto-fritzen sorgen dafür, dasses rollt. hätte man alles auch ohne [...]
wenn ich die deutsche bank nicht abkann - dieser studie kann man nur zustimmen: die internet'ler machen den job mit den daten (unter aufsicht!), und unsere auto-fritzen sorgen dafür, dasses rollt. hätte man alles auch ohne diesen elektro-auto/tesla-hype und einfacher/kostengünstiger kriegen können ...
meikel_lopez 19.06.2017
2.
2040? Leider könnte das stimmen. Dabei wäre hochautomatisiertes fahren auch in der Innenstadt heute schon möglich, wenn wir Menschen nicht mehr fahren lassen.
2040? Leider könnte das stimmen. Dabei wäre hochautomatisiertes fahren auch in der Innenstadt heute schon möglich, wenn wir Menschen nicht mehr fahren lassen.
epiktet2000 19.06.2017
3. Geniale Überschrift
"Selbstfahrerende Autos werden sich durchsetzen"! Echt stark. Ich stelle mir das mal für den Straßenverkehr vor. Eine Fahr-Software, die auf's Drängeln, Schneiden, Rasen programmiert ist. Das wäre ja auf der Autobahn [...]
"Selbstfahrerende Autos werden sich durchsetzen"! Echt stark. Ich stelle mir das mal für den Straßenverkehr vor. Eine Fahr-Software, die auf's Drängeln, Schneiden, Rasen programmiert ist. Das wäre ja auf der Autobahn wie heute. Nur entspannter.
Campioni 19.06.2017
4. Anpassungsfähigkeit?
Unsere Automobilindustrie und anpassungsfähig - ich lach' mich tot! Die Deutsche Bank glaubt doch nicht ernsthaft, dass eine Technologie, die IT-basiert und schon auf unseren Straßen verfügbar ist, noch 23 Jahre(!) oder knapp [...]
Unsere Automobilindustrie und anpassungsfähig - ich lach' mich tot! Die Deutsche Bank glaubt doch nicht ernsthaft, dass eine Technologie, die IT-basiert und schon auf unseren Straßen verfügbar ist, noch 23 Jahre(!) oder knapp 5(!) Autogenerationen braucht, um den Markt zu "durchdringen"? Das sind sozialistische Produktzyklen, in denen die Deutsche Bank da denkt. Die Menschen wollen das, die Menschen brauchen das, und die Menschen werden das kaufen und so für Durchdringung sorgen. Da kann die deutsche Automobilindustrie, die höchstens anpassungsfähig in ihren Verhinderungsstrategien ist, nichts dran ändern. Amerika und China werden uns da den Rang ablaufen. Der Verbrennungsmotor geht in Rente, und das gefahrene Auto mit ihm. Die Zukunft liegt in Autos, die uns selbstständig und voll energiegemanagt zum Ziel bringen, die wissen, wo ein Parkplatz mit Stromversorgung ist, und wenn das zu weit von meinem Ziel ist, dann setzen die uns vor der Tür ab und suchen und reservieren einen Parkplatz, zu dem sie selbstständig hinfahren. Das Tanken wird induktiv erledigt, wenn die Batterie voll ist, dann bekomme ich eine Meldung auf meine Tesla- oder Toyota- oder Renault-App, und wenn ich mit meinem Einkauf oder Opernbesuch oder Babysitting bei der Enkelin fertig bin, dann benutze ich genau die App, um mein Auto der Zukunft mich abholen zu lassen. Und falls ich beim Essen nach der Oper zu viel Wein getrunken habe, dann geht das Auto dank seiner integrierten Atemalkoholkontrolle nur noch im vollautomatischen Modus zu bewegen. ...und das ganze noch vor 2030, in höchstens 10 Jahren.
quark2@mailinator.com 19.06.2017
5.
Endlich mal ne Prognose, die sich völlig richtig anhört. Das hat ja schon Seltenheitswert wenn es um etwas geht, was irgendwo grün angehaucht ist.
Endlich mal ne Prognose, die sich völlig richtig anhört. Das hat ja schon Seltenheitswert wenn es um etwas geht, was irgendwo grün angehaucht ist.
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