Schrift:
Ansicht Home:
Wirtschaft

Enttäuschende Quartalszahlen

Snap-Aktie stürzt ab

Auch der zweite Quartalsbericht nach dem Börsengang enttäuschte: Trotz Zuwachs bei Nutzerzahlen und Umsatz konnte Snap, Betreiber der Foto-App Snapchat, die hohen Erwartungen von Anlegern nicht erfüllen.

AP

Snap-Logo an der New Yorker Börse

Freitag, 11.08.2017   12:28 Uhr

Die Betreiberfirma der Foto-App Snapchat hat Anleger und Analysten auch mit dem zweiten Quartalsbericht nach ihrem Börsengang enttäuscht. In den drei Monaten bis Ende Juni nahm der Verlust verglichen mit dem Vorjahreswert von 116 Millionen auf 443 Millionen Dollar (umgerechnet: 376 Millionen Euro) zu. Das teilte Snap am Donnerstag nach US-Börsenschluss mit.

Der Umsatz stieg zwar um über 150 Prozent auf 182 Millionen Dollar, blieb damit aber unter den Prognosen der Analysten. Die Aktie stürzte nachbörslich zeitweise um 14 Prozent ab.

Auch das Nutzerwachstum konnte Investoren nicht überzeugen. Die Zahl der täglich aktiven User stieg auf 173 Millionen, was einem Anstieg um 21 Prozent im Jahresvergleich und um vier Prozent verglichen mit dem Vorquartal entspricht. Die Erlöse pro Nutzer stiegen von 50 Cent im Vorjahreszeitraum auf 1,05 Dollar. Am Markt war jedoch ein noch größerer Zuwachs erwartet worden.

Snapchats Muttergesellschaft Snap Chart zeigen war Anfang März in New York an die Börse gegangen. Am Ende des ersten Börsentages war das Unternehmen an der Börse rund 34,5 Milliarden Dollar wert gewesen. Zum Handelsschluss am Donnerstag brachte es Snap auf einen Börsenwert von gut 16 Milliarden Dollar. Damit ist die Firma zwar weit abgeschlagen hinter dem großen Rivalen Facebook Chart zeigen, wird aber fast fünf Milliarden Dollar höher bewertet als Twitter Chart zeigen.

Facebook und die zum Konzern gehörende Foto-App Instagram setzen Snapchat zu, indem sie wesentliche Funktionen kopieren. Instagram hat nach eigenen Angaben bereits mehr als 400 Millionen täglich aktive Nutzer. Snapchat hatte mit Bildern, die nach dem Ansehen von alleine wieder verschwinden, vor allem bei jüngeren Nutzern große Popularität gewonnen. Später wurde das Angebot etwa mit Fotofiltern, Medieninhalten und einer Kamera-Sonnenbrille ausgebaut.

aar/dpa/Reuters

insgesamt 3 Beiträge
ObiBabobi 11.08.2017
1. Fürchterliche Android-App
Würde Snapchat es endlich schaffen auf Android eine anständig funktionierende und vor allem stabile(!) App zu veröffentlichen, wäre des mit dem Nutzerwachstum bestimmt kein Problem mehr. Zurzeit ist die App leider [...]
Würde Snapchat es endlich schaffen auf Android eine anständig funktionierende und vor allem stabile(!) App zu veröffentlichen, wäre des mit dem Nutzerwachstum bestimmt kein Problem mehr. Zurzeit ist die App leider perfomancetechnisch eine Katastrophe...
FX922 11.08.2017
2. Braucht niemand.
Gibt weitaus wichtigeres im Leben. Es herrscht Kapitaldarwinismus im Silicon Valley: Es überlebt nicht unbedingt der mit der genialsten Idee, sondern der, der sich am Ende durchsetzt.
Gibt weitaus wichtigeres im Leben. Es herrscht Kapitaldarwinismus im Silicon Valley: Es überlebt nicht unbedingt der mit der genialsten Idee, sondern der, der sich am Ende durchsetzt.
crazy_swayze 11.08.2017
3.
Snapchat hat kein Alleinstellungsmerkmal. Jede Funktion kann kopiert werden und wird das auch. Das ist so als ob ein Automobilhersteller keine Patente hat. Da die Apps auch für die Nutzer kostenlos sind, fällt auch ein [...]
Snapchat hat kein Alleinstellungsmerkmal. Jede Funktion kann kopiert werden und wird das auch. Das ist so als ob ein Automobilhersteller keine Patente hat. Da die Apps auch für die Nutzer kostenlos sind, fällt auch ein eventueller Preisvorteil weg. Überleben können in so einem Umfeld nur die großen Fische wie Facebook und Google, die schneller Code produzieren als ihnen geklaut werden kann. Die Aktie war also von Anfang an zum Scheitern verurteilt.

Verwandte Artikel

Mehr im Internet

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH
TOP