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Wirtschaft

Konjunktur

Russlands Wirtschaft wächst weiter

Die russische Wirtschaft gewinnt wieder an Schwung: Das Bruttoinlandsprodukt stieg erneut im zweiten Quartal. Langfristig befürchten Ökonomen aber ein Erlahmen der Konjunktur.

Freitag, 11.08.2017   22:26 Uhr

Der starke Ölpreisverfall und westliche Sanktionen wegen der Ukrainekrise hatten in Russland zwei Jahre lang für eine Rezession gesorgt. Nun verzeichnet die russische Wirtschaft in mehreren Segmenten positive Zahlen: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im zweiten Quartal um 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, teilte das staatliche Statistikinstitut Rosstat mit. Das wäre auf das Jahr gerechnet der größte Anstieg der Wirtschaftsleistung seit dem dritten Quartal 2012.

Nach einem leichten Anstieg des BIP im vierten Quartal 2016 um 0,3 Prozent wuchs die Wirtschaftsleistung im ersten Quartal 2017 um 0,5 Prozent.

Nach Einschätzung von Analysten lassen die Monatszahlen der Wirtschaftsaktivität auf eine breite Erholung schließen. "Sowohl im Bau als auch in der Industrie hat das Wachstum stark zugelegt", stellte das Analysehaus Capital Economics fest. Auch der Handel habe positive Zahlen verzeichnet. Die Landwirtschaft sei der einzige volkswirtschaftliche Bereich mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal.

Experten erklärten den Frühjahrsaufschwung damit, dass die Verbraucher nach langer Zeit ihre Kaufzurückhaltung abgelegt hätten. Zudem sorgten ungewöhnlich niedrige Temperaturen in den Monaten April, Mai und Juni für eine höhere Energieproduktion.

Langfristig befürchten Ökonomen und Behörden jedoch ein Erlahmen der Konjunktur, wenn strukturelle Reformen ausbleiben. Diese seien wegen des Rückgangs der erwerbstätigen Bevölkerung und der starken Abhängigkeit Russlands vom Öl- und Gasexport erforderlich.

Wirtschaftsminister Maxim Oreschkin hatte Ende Juli erklärt, dass das von der Regierung für 2017 prognostizierte Wirtschaftswachstum von zwei Prozent noch übertroffen werden könne. Die von der Regierung vorhergesagten 2,7 Prozent konnten allerdings nicht erreicht werden.

pem/Reuters/AFP

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