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Wirtschaft

Anteil der Biolandwirtschaft bleibt gering

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Immer mehr Menschen greifen zu Biolebensmitteln. Doch die Ökolandwirtschaft in Deutschland kann die Nachfrage laut neuen Zahlen kaum bedienen. Der Ausbau geht nur langsam voran.

DPA

Bioäpfel auf der Grünen Woche (Archiv)

Freitag, 18.08.2017   13:40 Uhr

Bioackerbau und ökologische Tierhaltung spielen gemessen an der gesamten Landwirtschaft in Deutschland weiter eine untergeordnete Rolle. 2016 habe der Anteil am Ackerland bei vier Prozent gelegen, teilte das Statistische Bundesamt mit. Auf mehr als der Hälfte davon wurde Getreide angebaut. Zudem wurden gerade mal fünf Prozent des gesamten Viehbestands ökologisch gehalten.

Seit 2013 stieg den Angaben zufolge die ökologisch bewirtschaftete Ackerfläche in Deutschland zwar um neun Prozent auf 478.500 Hektar. Hinzu kommen zahlreiche Wiesen für die Weidewirtschaft - insgesamt würden somit 1,136 Millionen Hektar ökologisch bewirtschaftet. Doch die deutsche Biobranche kann die steigende Nachfrage mit heimischen Waren kaum bedienen. Ein großer Teil der in Deutschland angebotenen Bioprodukte stammt derzeit aus dem Ausland - einige Ökoerzeuger mogeln deshalb dreist.

Bei den Tieren werden vor allem Rinder ökologisch gehalten. Zum Stichtag 1. März 2016 wuchsen mit 700.400 Tieren fast sechs Prozent des Bestands nach Biostandards heran. Bei den Schweinen lag der Anteil mit 196.100 Tieren bei weniger als einem Prozent. Bei Hühnern lag der Anteil bei rund vier Prozent - das entspricht 6,5 Millionen Ökohühnern.

Die Angaben zur landwirtschaftlichen Fläche und den Viehbeständen fußen auf der Agrarstrukturerhebung des Statistischen Bundesamts, die in unregelmäßigen Abständen stattfindet. Die bis zur aktuellen Erhebung jüngsten Zahlen stammten von 2013 - die nächste Studie ist für 2020 geplant.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium hatte für 2016 zuletzt einen größeren Bioanteil angegeben. Demnach wurden bereits auf 1,251 Millionen Hektar Biolebensmittel erzeugt. Der Anteil des Ökolandbaus insgesamt habe bei 7,5 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche gelegen. Die Statistiker erfassen bei ihrer Erhebung aber nur Betriebe mit einer gewissen Mindestgrößte.

Die Zahl der Biobetriebe stieg laut Ministerium 2016 um 9,6 Prozent auf 27.132. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) will unter anderem durch Förder- und Forschungsgeld mittelfristig erreichen, dass ein Fünftel der deutschen Agrarflächen ökologisch bewirtschaftet wird. Der wachsende Bedarf an Biolebensmitteln soll stärker durch heimische Ökoprodukte abgedeckt werden.

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apr/dpa

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