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Wirtschaft

Vertragsbruch

Fast die Hälfte aller indischen McDonald's-Filialen schließt

Dem Burger-Riesen McDonald's droht eine teure Neuausrichtung in Indien. Das US-Unternehmen macht wegen eines Streits mit einem großen Lizenznehmer fast 170 Filialen dicht.

AFP

McDonald's-Filiale in Neu Delhi

Dienstag, 22.08.2017   07:20 Uhr

Fast die Hälfte der McDonald's-Filialen in Indien muss schließen. Der US-amerikanische Fast-Food-Riese kündigte am Montag wegen Vertragsbruchs die Franchiseverträge für 169 Filialen, wie die indische McDonald's-Niederlassung mitteilte.

Der Streit kommt für das US-Unternehmen zur Unzeit. Die Neuausrichtung des indischen Filialnetzwerks könnte teuer und zeitaufwändig werden. Sie fällt zudem in eine Zeit, in der neue Konkurrenten wie Dunkin' Donuts oder die Teekette Chaayos dem Burger-Riesen Marktanteile abnehmen.

Die betroffenen Läden werden vom Unternehmen Connaught Plaza Restaurants (CPRL) betrieben. Dieses habe seit zwei Jahren keine Lizenzgebühren gezahlt, sagte ein Sprecher der Burger-Kette. Nach Angaben des US-Unternehmens gibt es derzeit mehr als 400 McDonald's-Filialen in Indien. Die 242 Filialen des anderen großen Lizenznehmers Hardcastle Restaurants sind laut "Wall Street Journal" nicht betroffen.

Von der Vertragskündigung sind alle Filialen im Norden und Osten des Landes betroffen, darunter auch die Läden in Neu Delhi. In der Hauptstadtregion sind seit Ende Juni bereits 40 der 55 Filialen geschlossen. Den Schritt hatte das McDonald's damals mit abgelaufenen Restaurant-Lizenzen begründet. Indische Medien spekulierten über einen Zusammenhang zu einem Rechtsstreit zwischen McDonald's Indien und CPRL-Chef Vikram Bakshi.

Bakshi bezeichnete die Kündigung am Montag als "Verzweiflungstat" des Burger-Riesend. Er erwäge rechtliche Schritte, sagte er. CPRL hat laut McDonald's knapp zwei Wochen Zeit, um Marken, Logos und Produkte des US-Konzerns abzulegen. Gleichzeitig werde ein neuer Franchisepartner in Nord- und Ostindien gesucht, teilte McDonald's mit. Es sei eine Priorität, die Auswirkungen auf Mitarbeiter, Lieferanten und Verpächter von CPRL zu minimieren.

ssu/dpa-AFX

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