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Wirtschaft

Insolvente Fluggesellschaft

Wöhrl bietet bis zu 500 Millionen Euro für Air Berlin

Der Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl will eigenen Angaben zufolge Air Berlin kaufen und dafür bis zu eine halbe Milliarde Euro bezahlen. Ein entsprechendes Übernahmeangebot sei bereits eingereicht worden.

DPA

Hans Rudolf Wöhrl (Archivbild 2013)

Montag, 11.09.2017   11:18 Uhr

Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft Air Berlin ist insolvent, und noch bis Freitag kommender Woche können Interessenten ein Angebot zur Übernahme von Teilen oder der kompletten Airline vorlegen. Eines hat nun der Nürnberger Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl eingereicht: Er bietet nach eigenen Angaben bis zu eine halbe Milliarde Euro für Air Berlin Chart zeigen.

Wöhrls Firma Intro teilte mit, am Sonntag per Fax ein entsprechendes Übernahmeangebot bei Air-Berlin-Sachwalter Lucas Flöther eingereicht zu haben. Die Unternehmen Lufthansa, Condor, Tui, Germania sowie Niki Lauda seien informiert worden, sich an dem Angebot beteiligen zu können. Komme es zu keiner Beteiligung, sei man mit Investoren auch allein in der Lage, die Sanierung zu wagen. Es werde davon ausgegangen, dass Air Berlin bald wieder wachse "und demzufolge mindestens die heutige Anzahl von Mitarbeitern gebraucht werde".

Wöhrl erklärte in einem Facebook-Beitrag, die zur Gruppe gehörende Aurum Project AG biete für die gesamte Air-Berlin-Gruppe, wie sie Ende 2016 bestanden habe. Der Kaufpreis solle in mehreren Tranchen gezahlt werden. Eine erste Rate von 50 Millionen Euro sei am Übernahmetag fällig, die weiteren Tranchen seien abhängig vom Ergebnis und könnten sich auf bis zu 450 Millionen Euro belaufen. Im Falle eines Weiterverkaufs erhielten die Mitarbeiter eine Gewinnbeteiligung von 100 Millionen Euro.

Man sei bereit, Anteile sowohl an andere Investoren als auch an strategische Partner abzugeben. "Bei Fluggesellschaften gilt dies vor allen Dingen dann, wenn diese auch Flugzeuge chartern und entsprechende Auslastungsgarantien geben."

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Air-Berlin-Insolvenz: Chronik eines Sinkflugs

Eine Entscheidung über den Verkauf der Airline wird bis 21. September angepeilt. Neben Wöhrl gibt es mehrere andere Interessenten:

aar/Reuters/AFP

insgesamt 52 Beiträge
raoul2 11.09.2017
1. Himmel
Schon wieder so ein Höhenflug wie beim "Nürnberger Flugdienst", aus dem letztlich mit der "Reise- und Industrieflug"-Gesellschaft die alte "Eurowings" hervorging - ohne Wöhrl. Weder die [...]
Schon wieder so ein Höhenflug wie beim "Nürnberger Flugdienst", aus dem letztlich mit der "Reise- und Industrieflug"-Gesellschaft die alte "Eurowings" hervorging - ohne Wöhrl. Weder die "Saarland Airlines"-, die "dba"-, "LTU"- oder "InterSky"-Übernahmen oder Beteiligungen hat der Mann tatsächlich durchgehalten - immer kamen irgendwelche unvorhergesehenen Querschläge dazwischen, die letztlich "alternativlos" zum Wöhrl'schen Absprung führten. Das angebliche Finanzierungs-Konzept, das nun die "airberlin" über Wasser und sogar in neue Erfolgsgefilde führen soll, ist gar keines - dementsprechend wird auch nur allzu durchsichtig von "Absichten" und dubiosen "Abhängigkeiten" geschwafelt, um in möglichst vielen, die dieses Angebot beurteilen sollen, so etwas wie eine Hoffnung aufkeimen zu lassen. Besonders perfide ist die großspurige Ankündigung, die AB-MitarbeiterInnen zu übernehmen und ggf. mit einer Millionen-Beteiligung auszustatten. Viel Wind um weniger als nichts - wieder einmal.
Solid 11.09.2017
2.
Die gehen wohl alle davon aus, das Missmanagement und nicht Überkapazitäten für die Insolvenz ursächlich waren.
Die gehen wohl alle davon aus, das Missmanagement und nicht Überkapazitäten für die Insolvenz ursächlich waren.
Mike1108 11.09.2017
3. 150 Mio
Wenn man sieht wie viel Interesse an Air Berlin besteht, dann fragt man sich wieso die Airline überhaupt Pleite gehen musste. Hat der Ex-Lufthanseat Winkelmann auf Staatshilfen gehofft oder wollte seiner Lufthansa behilflich [...]
Wenn man sieht wie viel Interesse an Air Berlin besteht, dann fragt man sich wieso die Airline überhaupt Pleite gehen musste. Hat der Ex-Lufthanseat Winkelmann auf Staatshilfen gehofft oder wollte seiner Lufthansa behilflich sein? Schön, daß es jetzt scheinbar doch Wettbewerb gibt und der Steuerzahler sein Geld vielleicht zurück bekommt.
thomas0815-1 11.09.2017
4. jedes (seriöse) Angebot...
welches die Komplettübernahme von AB vorsieht, ist mir persönlich in jedem Fall sympathischer, als die Leichenfledderei die LH/ EW betreiben wollen. Was mich aber - und ich vermute mal fast alle Kunden von AB (und vor allen die, [...]
welches die Komplettübernahme von AB vorsieht, ist mir persönlich in jedem Fall sympathischer, als die Leichenfledderei die LH/ EW betreiben wollen. Was mich aber - und ich vermute mal fast alle Kunden von AB (und vor allen die, die ein gekauftes Ticket besitzen) - viel mehr interessieren würde: werden in den Angeboten auch Äußerungen /Verpflichtungen zu den gekauften Tickets gemacht? Was passiert damit? Und auch bzw. gerade deshalb, weil auf der AB Seite seit der Insolvenz bis heute Tickets verkauft werden!? Wenn (wenn!?) ich also heute ein Ticket z.B. für Dezember buche, kaufe ich auch eine bestimmte Leistung ein. Es ist aber schwer davon auszugehen, das AB im Dezember (als AB) nicht mehr fliegt. Bestenfalls übernimmt einer der Erwerber auch die Tickets, aber mit Sicherheit nicht die gekauften Leistungen (mal 'konkret' spekuliert: ich kaufe ein Ticket in Class C -Business- Langstrecke und EW übernimmt. Deren Tarif "Best" ist nicht mal im Ansatz ähnlich , wie die BUS von AB!). Ist somit das verkaufen der Tickets von AB (kontrolliert durch den Insoverwalter!) nicht vorsätzlicher Betrug? Sie verkaufen Leistungen, die mit 99 %iger Sicherheit nicht mehr erbracht werden!
weltenbummler20 11.09.2017
5. Endlich eine positive Nachricht
Man kann nur wünschen, dass Wöhrl die Air Berlin rettet und zusammenhält. Eine Übernahme durch Lufthansa wäre m.E. das schlechteste, was vor allem den Kunden, Mitarbeitern und somit der deutschen Luftfahrt passieren könnte. [...]
Man kann nur wünschen, dass Wöhrl die Air Berlin rettet und zusammenhält. Eine Übernahme durch Lufthansa wäre m.E. das schlechteste, was vor allem den Kunden, Mitarbeitern und somit der deutschen Luftfahrt passieren könnte. Höhere Flugpreise wären die Folge - durch fehlende Konkurrenz im eigenen Lande.

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