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Wirtschaft

Zoff um Ökoprodukte auf dem Oktoberfest

Bayern first

Der Münchner Stadtrat hat ein neues Bewertungssystem für regionale Lebensmittel auf der Wiesn beschlossen. Die Grünen sprechen von einer Bio-Bremse.

DPA

Hendl auf dem Oktoberfest (Archiv)

Mittwoch, 20.09.2017   06:02 Uhr

Auf dem Oktoberfest soll es künftig mehr Hendl und andere Schmankerl von bayerischen Bauern geben. Wiesnchef Josef Schmid will Produkte aus Bayern besser bewerten als bisher, auch wenn die Waren nicht von biologischen Höfen stammen. Weite Transporte seien schließlich unökologisch, argumentierte der CSU-Lokalpolitiker.

Umweltschützer und Grüne kritisieren diesen Vorstoß dagegen als Bio-Bremse. Sie befürchten, ein neues Bewertungssystem erschwere die Verwendung von Bioprodukten. Der Wirtschaftsausschuss der Stadt München beschloss Schmids Vorschlag dennoch.

Allerdings konnte die SPD einige Ergänzungen durchsetzen: Betriebe, die Bioqualität aus Bayern anbieten, bekommen die meisten Punkte. Mit weniger Punkten werden Ökoprodukte aus anderen Regionen bewertet. Anders als bisher wird aber auch die bayerische Herkunft ohne Biosiegel honoriert.

Das System soll bei der Bewerbung für die Wiesn 2018 gelten. Die Zahl der Punkte, die auch für viele andere Kriterien vergeben werden, entscheidet über die Zulassung.

Getty Images

Wiesen-Chef Josef Schmid mit Frau Natalie

"Nur für Regionalität, die auch Massentierhaltung bedeuten kann, Punkte zu vergeben, halten wir nicht für sinnvoll", kritisierte Sabine Krieger von den Stadtrats-Grünen.

Der Bayerische Bauernverband begrüßte den Vorstoß. Beobachtern zufolge kommt Ökokost auf der Wiesn nicht bei allen gut an - auch wegen höherer Preise.

apr/dpa

insgesamt 37 Beiträge
eunegin 20.09.2017
1. CSU, immer wieder "innovativ"
Praktisch und logisch, wenn der Wiesenchef gleichzeitig CSU-Lokalpolitiker ist. Unsere CSU beugt die Regeln immer gerne so, bis es für sie und ihr Klientel passt und grinst in die Kameras. Das war schon immer so und wird immer so [...]
Praktisch und logisch, wenn der Wiesenchef gleichzeitig CSU-Lokalpolitiker ist. Unsere CSU beugt die Regeln immer gerne so, bis es für sie und ihr Klientel passt und grinst in die Kameras. Das war schon immer so und wird immer so bleiben. Gewählt werden sie ja sowieso.
ctwalt 20.09.2017
2. Ja ja
mehr als € 10,- für ein Bier und dann beim Essen sparen
mehr als € 10,- für ein Bier und dann beim Essen sparen
ChildInTime 20.09.2017
3. Lieber SPON, ...
das ist unfair. Wenn ein Artikel über Einlassungen von CSU-Lokalpolitikern angekündigt wird, erwartet jeder Leser ein kleines Stück Realsatire - vielleicht nicht so funkelnd geschliffen wie in Artikeln über Äußerungen von [...]
das ist unfair. Wenn ein Artikel über Einlassungen von CSU-Lokalpolitikern angekündigt wird, erwartet jeder Leser ein kleines Stück Realsatire - vielleicht nicht so funkelnd geschliffen wie in Artikeln über Äußerungen von Seehofer, Söder oder Dobrindt, aber der Unterhaltungswert lokaler Nachwuchskräfte darf auch nicht unterschätzt werden. Und was muss ich dann lesen? Einen Vorschlag eines CSU(!)-Lokal(!)-Politikers(!), zu dem mir nichts weiter einfällt als "Na ja, ... also eigentlich ... wenn man mal drüber nachdenkt ... ist das gar nicht so falsch gedacht", dem ich also mithin zustimmen muss. Verkehrte Welt! Natürlich sind auch die grünen Argumente teilweise nachvollziehbar. Aber das Ökohuhn aus MeckPomm im Vergleich zum Nicht-Bio-Huhn vom Nachbarhof zu bevorzugen, ist etwa so wie 100 km fahren, um dort um 3 ct. billiger zu tanken. Nette Geste, aber wirkungslos. Und da wundert sich jemand über den Wahltrend?
geradsteller 20.09.2017
4. Der letzte Satz trifft es gut
Wenn die Grünen die ÖkoProdukte aus eigener Partei-Kasse subventionieren, entscheiden doch viele für Öko UND günstig. Wäre ja einmal Tun, statt reglementieren u bevormunden. Aber es soll wieder die Umwelt mit dem Geld der [...]
Wenn die Grünen die ÖkoProdukte aus eigener Partei-Kasse subventionieren, entscheiden doch viele für Öko UND günstig. Wäre ja einmal Tun, statt reglementieren u bevormunden. Aber es soll wieder die Umwelt mit dem Geld der Anderen gerettet werden. So etwas ist scheinheilig.
klima66 20.09.2017
5. Münchner Gemeinderat
Endlich spricht es jemand aus - München ist gar keine Stadt. Und auf dem Dorf kauft man halt beim Bauern und nicht bei so einem Ökofuzzi.
Endlich spricht es jemand aus - München ist gar keine Stadt. Und auf dem Dorf kauft man halt beim Bauern und nicht bei so einem Ökofuzzi.

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