Schrift:
Ansicht Home:
Wirtschaft

Vertrag unterzeichnet

Lufthansa kauft Großteil von Air Berlin

Die Lufthansa hat die Übernahme von Unternehmensteilen der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin perfekt gemacht. Firmenvertreter unterzeichneten in Berlin den Kaufvertrag.

Foto: REUTERS
Donnerstag, 12.10.2017   15:10 Uhr

Lufthansa und die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin haben einen Kaufvertrag für große Teile des Unternehmens unterzeichnet. Die Lufthansa zahlt für die Übernahme voraussichtlich etwa 210 Millionen Euro, teilte Air Berlin mit. Der Preis könne aber noch angepasst werden, wenn der Kaufvertrag vollzogen wird.

Die Lufthansa übernimmt demnach die Tochtergesellschaften Niki und Luftfahrtgesellschaft Walter mit zusammen 1300 Beschäftigten sowie 20 weitere Flugzeuge der Air Berlin. Mit dem Bieter Easyjet verhandelt Air Berlin weiter.

Mit dem Lufthansa-Geschäft sollte Air Berlin in der Lage sein, den Bundeskredit von 150 Millionen Euro zurückzuzahlen, der die Airline seit dem Insolvenzantrag vor zwei Monaten in der Luft hält. Die Gläubiger haben noch nicht über den Verkauf entschieden, zudem wird die europäische Wettbewerbsbehörde in Brüssel das Geschäft prüfen.

Nachruf auf Air Berlin: Einfach eine Nummer zu groß

Bereits bei der Ankündigung der Vertragsunterzeichnung hatte Lufthansa-Chef Carsten Spohr von einem "großen Tag" für das Unternehmen gesprochen.

Air Berlin wird voraussichtlich ab Ende Oktober nicht mehr unter eigener Flugnummer fliegen, wie es in einem Brief der Firmenleitung an die Mitarbeiter hieß. Der insolventen Gesellschaft sei ein eigenwirtschaftlicher Verkehr unter dem Airline-Code AB "nach gegenwärtigem Erkenntnisstand spätestens ab dem 28. Oktober nicht mehr möglich".

Tickets für spätere Flüge verlieren ihre Gültigkeit. Der Flugverkehr der nicht insolventen Töchter Niki und LG Walter soll weitergeführt werden. Einen Überblick dazu, was jetzt mit Air-Berlin-Tickets passiert, finden Sie hier.

hej/asa/dpa/AFP

insgesamt 26 Beiträge
user2143 12.10.2017
1.
Jetzt ist alles schon unter Dach und Fach und das Kartellamt prüft da nichts mehr? Hat das EU Kartellamt nicht gesagt, sie bräuchten mindestens 3 Monate zur Prüfung. kann man sagen was man will, aber die LH Group hat mit [...]
Jetzt ist alles schon unter Dach und Fach und das Kartellamt prüft da nichts mehr? Hat das EU Kartellamt nicht gesagt, sie bräuchten mindestens 3 Monate zur Prüfung. kann man sagen was man will, aber die LH Group hat mit Eurowings dann ein Monopol auf den meisten deutschen Strecken. muss man sich ja nur mal die aktuellen Preise anschauen und dann weis man bescheid
Matthias1 12.10.2017
2. Protektionismus pur
Was für eine Überraschung! Und wo ist EasyJet geblieben??? Das stinkt bis zum Himmel! Wollte soeben einen Flug von Düsseldorf nach Wien buchen, mir bleibt nur noch Germanwings, Eurowings, Lufthansa oder Austrian [...]
Was für eine Überraschung! Und wo ist EasyJet geblieben??? Das stinkt bis zum Himmel! Wollte soeben einen Flug von Düsseldorf nach Wien buchen, mir bleibt nur noch Germanwings, Eurowings, Lufthansa oder Austrian Airlines.....Allesamt aus dem Lufthansakonzern......Haaaaallo Kartellbehörde!
alsterherr 12.10.2017
3.
Wenn sie von Düsseldorf nach Frankfurt mit der Bahn wollen, bleibt Ihnen nur ... die Bahn! "Haaaaallo Kartellbehörde!"
Wenn sie von Düsseldorf nach Frankfurt mit der Bahn wollen, bleibt Ihnen nur ... die Bahn! "Haaaaallo Kartellbehörde!"
alsterherr 12.10.2017
4.
easyJet hat für die Strecke FRA-TXL ebenfalls slots bekommen, wo also ist das Problem?
Zitat von user2143Jetzt ist alles schon unter Dach und Fach und das Kartellamt prüft da nichts mehr? Hat das EU Kartellamt nicht gesagt, sie bräuchten mindestens 3 Monate zur Prüfung. kann man sagen was man will, aber die LH Group hat mit Eurowings dann ein Monopol auf den meisten deutschen Strecken. muss man sich ja nur mal die aktuellen Preise anschauen und dann weis man bescheid
easyJet hat für die Strecke FRA-TXL ebenfalls slots bekommen, wo also ist das Problem?
gigi76 12.10.2017
5. der Plan ist aufgegangen
erst hat ein Lufthansa Manager die Leitung von AirBerlin uebernommen um das Unternehmen dann in die Insolvenz zu schicken, damit sich der Schuldenberg in nichts aufloest. Ein guter Tag fuer Lufthansa, zumindest kurzfristig. Ein [...]
erst hat ein Lufthansa Manager die Leitung von AirBerlin uebernommen um das Unternehmen dann in die Insolvenz zu schicken, damit sich der Schuldenberg in nichts aufloest. Ein guter Tag fuer Lufthansa, zumindest kurzfristig. Ein schlechter Tag fuer alle Kunden, die sich auf Preiserhoehungen einstellen koennen. Aber irgendwie muessen die Pensionsverpflichtungen der Lufthansamitarbeiter ja erfuellt werden, da muss man Verstaendnis haben.

Verwandte Artikel

Verwandte Themen

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH
TOP