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Wirtschaft

Folgen des Monsanto-Deals

Bayer verkauft Geschäftsteile an BASF

Der Chemiekonzern Bayer will den Saatguthersteller Monsanto übernehmen - und sich nun von Teilen seines eigenen Geschäfts mit Saatgut und Herbiziden trennen. Die BASF gibt dafür Milliarden aus.

DPA

Bayer-Werk in Leverkusen (Archiv)

Freitag, 13.10.2017   10:43 Uhr

Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer will im Zuge der Monsanto-Übernahme große Teile seines Geschäfts mit Saatgut und Unkrautvernichtungsmitteln an den Rivalen BASF abgeben. Eine entsprechende Vereinbarung sei unterzeichnet worden, teilten beide Unternehmen mit.

Der Kaufpreis liege bei 5,9 Milliarden Euro in bar und könne noch angepasst werden. Der Deal solle nur stattfinden, wenn Bayer die Übernahme des umstrittenen US-Saatgutkonzerns Monsanto wirklich gelingt. Die Geschäftsbereiche, die veräußert werden sollen, erzielten demnach 2016 einen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro, der operative Gewinn betrug etwa 385 Millionen Euro.

Der Schritt soll Bayer den Monsanto-Deal erleichtern. "Wir gehen aktiv auf die potenziellen Bedenken der Regulierungsbehörden ein, um einen erfolgreichen Abschluss der Monsanto-Transaktion zu ermöglichen", teilte Bayer-Chef Werner Baumann mit. Zuvor hatte die EU-Kommission angekündigt, die Fusion genauer prüfen zu wollen.

Die geplante Monsanto-Übernahme hat einen Umfang von umgerechnet rund 56 Milliarden Euro. Bayer will sie bis Jahresende abschließen. Die Fusion mit Monsanto würde Bayer zum Weltmarktführer in der Agrarchemie machen. Monsanto ist vor allem als Hersteller von Unkrautvernichtern mit dem umstrittenen Wirkstoff Glyphosat bekannt.

Den Angaben von Bayer und Monsanto zufolge sollen im Zuge des nun geplanten Verkaufs von Geschäftsbereichen mehr als 1800 Bayer-Mitarbeiter zu BASF wechseln - vor allem in den USA, Deutschland, Brasilien, Kanada und Belgien. Der Vertrag mit BASF soll Bayers globales Unkrautvernichter-Geschäft mit dem Wirkstoff Glufosinat-Ammonium umfassen, das Saatgutgeschäft für Feldkulturen in einzelnen Märkten sowie weitere Teile. Ein Abschluss des Verkaufs wird für das erste Quartal 2018 erwartet.

Am Finanzmarkt wurden die Nachrichten gemischt aufgenommen. Im frühen Handel legte der Aktienkurs von Bayer um einen Prozent zu. Der Kurs von BASF gab hingegen um 0,9 Prozent nach.

apr/dpa/AFP

insgesamt 7 Beiträge
kumi-ori 13.10.2017
1.
Wenn ich richtig gerechnet habe, dann zahlt BASF den Preis von 16 Jahresgewinnen. Ich finde das ziemlich hoch.
Wenn ich richtig gerechnet habe, dann zahlt BASF den Preis von 16 Jahresgewinnen. Ich finde das ziemlich hoch.
Beat Adler 13.10.2017
2. Megadeals Bayer - Monsanto und Syngenta - Chem China
Megadeals Bayer - Monsanto und Syngenta - Chem China werden in einer Industrie durchgefuehrt, die ihre eigene Zukunft sucht. Die Zeit der klassischen Pflanzenschutzmittel, Insektizide, Herbizide, Fungizide, etc. inklusive des [...]
Megadeals Bayer - Monsanto und Syngenta - Chem China werden in einer Industrie durchgefuehrt, die ihre eigene Zukunft sucht. Die Zeit der klassischen Pflanzenschutzmittel, Insektizide, Herbizide, Fungizide, etc. inklusive des gentechnisch veraenderten Saatgutes scheint abzulaufen. Ob die beiden entstehenden Giganten Bayer mit Monsanto und Chem China mit Syngenta, der heutige Nr 1 im Geschaeft, es schaffen werden, wirklich Neues im Bereich moderner Landwirtschaft auf den Markt zu bringen, bleibt abzuwarten. Sicher ist es nicht! Um die Verkaufsbewilligung eines neuartigen, chemischen Pflanzenschutzmittels in den Hauptmaerkten, USA, EU, China, Indien, Brasilien, etc. zu bekommen, braucht eine Investition, welche ein neues Medikament in der Pharmaindustrie weit uebersteigt. Nur Betriebsgroesse reicht nicht, um das zu stemmen. mfG Beat
gerd klünder 13.10.2017
3. Genehmigung von Glyphosat
In der EU wird derzeit über die Genehmigung von Glyphosat in der EU für die nächsten zehn Jahre gerungen. Falls diese Genehmigung hoffentlich nicht erteilt wird, müsste das einen erheblichen Einfluss auf den Umsatz mit dem [...]
In der EU wird derzeit über die Genehmigung von Glyphosat in der EU für die nächsten zehn Jahre gerungen. Falls diese Genehmigung hoffentlich nicht erteilt wird, müsste das einen erheblichen Einfluss auf den Umsatz mit dem Zeug haben. Das scheint aber im Zusammenhang mit dem Deal keine Rolle zu spielen. Wieso nicht?
Beat Adler 13.10.2017
4. Glyphosat ist heute ein chinesisches Produkt
Glyphosat ist heute ein chinesisches Produkt. Es spielt beim Uebernahmepoker Bayer - Monsanto nur noch eine untergeordnete Rolle. mfG Beat
Zitat von gerd klünderIn der EU wird derzeit über die Genehmigung von Glyphosat in der EU für die nächsten zehn Jahre gerungen. Falls diese Genehmigung hoffentlich nicht erteilt wird, müsste das einen erheblichen Einfluss auf den Umsatz mit dem Zeug haben. Das scheint aber im Zusammenhang mit dem Deal keine Rolle zu spielen. Wieso nicht?
Glyphosat ist heute ein chinesisches Produkt. Es spielt beim Uebernahmepoker Bayer - Monsanto nur noch eine untergeordnete Rolle. mfG Beat
paula_f 13.10.2017
5. die Jagt nach zweistelligen Renditen bringt das ENDE
Zukauf ist die einfachste Möglichkeit zu wachsen, dazu braucht man keine neuen oder gar bessere Produkte oder neue oder gar bessere Produktionsverfahren. In den nächsten Jahren wird der Sitz in die USA verlegt - dann wird [...]
Zukauf ist die einfachste Möglichkeit zu wachsen, dazu braucht man keine neuen oder gar bessere Produkte oder neue oder gar bessere Produktionsverfahren. In den nächsten Jahren wird der Sitz in die USA verlegt - dann wird ausgeschlachtet bis Bayer Geschichte ist. Aktionäre lassen sich von einfach strukturierten Vorständen gerne blenden.

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