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Bundeswehr wirbt um Air-Berlin-Flugbegleiter

Lufttransportfeldwebel statt Stewardess bei Air Berlin? Die Bundeswehr umwirbt Mitarbeiter der insolventen Fluglinie mit Plakaten und Anzeigen. Ist das ein ernst gemeintes Stellenangebot - oder eine gewiefte Imagekampagne?

Bundeswehr

Bundeswehr-Kampagne

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Freitag, 20.10.2017   15:58 Uhr

Kurz bevor in der kommenden Woche der letzte Air-Berlin-Flug abhebt, greift die Bundeswehr das Ende der Fluglinie auf - mit einer ungewöhnlichen Werbekampagne. "Flugbegleiter? Jetzt umsteigen", steht auf einem großflächigen Plakat der Bundeswehr am Flughafen Düsseldorf - darunter ein an die roten Air-Berlin-Schokoherzen angelehntes Herz in Tarnfleck-Optik. In den kommenden Tagen soll die Kampagne auch in Berlin-Tegel, bei Facebook und in der "Bild"-Zeitung auftauchen.

Was zunächst wie ein schräger PR-Gag nach dem Muster der bissigen Kampagnen des Autoverleihers Sixt wirkt, hat für die Bundeswehr durchaus einen praktischen Hintergrund. So sucht die Truppe für die Flugbereitschaft der Bundesregierung tatsächlich rund 40 Flugbegleiter, die an Bord der Regierungsjets Speisen und Getränke ausschenken sollen. Der neu aufgestellten Werbeabteilung der Bundeswehr kam deshalb die Idee, entlassene Air-Berlin-Flugbegleiter mit einer Kampagne anzusprechen.

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Chronik in Bildern: Aufstieg, Sinkflug und Absturz von Air Berlin

Das Umstiegsangebot ist ziemlich konkret. So können die Air-Berlin-Flugbegleiter bei der Bundeswehr die Laufbahn eines Lufttransportbegleitfeldwebels beginnen. Abseits des Flugbetriebs durchlaufen sie bei der Bundeswehr auch die Grundausbildung und das Training an der Waffe, müssen sich allerdings auch für 15 Jahre verpflichten.

Wie die Kampagne ankommt, die knapp 120.000 Euro gekostet hat, muss sich erst noch zeigen. Bisher hat die Bundeswehr durch die neuen Anzeigen des sogenannten Karriere-Centers oder die aufwendig produzierten YouTube-Serien wie "Mali" viel Aufmerksamkeit bekommen. Allerdings sollen sich noch immer deutlich weniger Bewerber für eine Laufbahn bei der Bundeswehr interessieren als benötigt werden.

insgesamt 49 Beiträge
Hamberliner 20.10.2017
1. Geldverschwendung
Ein bisschen teuer, so eine Achtelmillion. Schon fast so teuer wie ein halbes Forschungsvorhaben. Die Adressaten sind doch so wenige, dass man die auch direkt und kostensparend ohne den Umweg über die Öffentlichkeit hätte [...]
Ein bisschen teuer, so eine Achtelmillion. Schon fast so teuer wie ein halbes Forschungsvorhaben. Die Adressaten sind doch so wenige, dass man die auch direkt und kostensparend ohne den Umweg über die Öffentlichkeit hätte ansprechen können. Da müsste mal der Bundesrechnungshof einen Blick drauf werfen.
2temeinung 20.10.2017
2. Dreist!
DIe Werbekampangen der Bundeswehr haben in den letzten Jahren sämtliches Maß verloren! Es wird nur noch versucht, sich ein cooles, freches Image aufzubauen. Die Konsequenz ist, dass die BW immer weiter mit Kindersoldaten [...]
DIe Werbekampangen der Bundeswehr haben in den letzten Jahren sämtliches Maß verloren! Es wird nur noch versucht, sich ein cooles, freches Image aufzubauen. Die Konsequenz ist, dass die BW immer weiter mit Kindersoldaten aufgefüllt wird. Dass sich der Großteil nicht für dieses menschenverachtende Vorgehen interessiert, spricht Bände über das zerstörte Moralverständnis in Deutschland...
till_wittmann 20.10.2017
3. Zum Kommentar "Geldverschwendung"
Ein Headhunter kostet etwa ein viertel bis ein halbes Jahresgehalt (wohlgemerkt bei einer und nicht vierzig offenen Stellen). Digitales HR (Xing, LinkedIn) min. 500 Euro - pro Anzeige - pro 30 Tage. Also so gesehen ist es in [...]
Ein Headhunter kostet etwa ein viertel bis ein halbes Jahresgehalt (wohlgemerkt bei einer und nicht vierzig offenen Stellen). Digitales HR (Xing, LinkedIn) min. 500 Euro - pro Anzeige - pro 30 Tage. Also so gesehen ist es in Relation.
quercusuevus 20.10.2017
4.
Ich glaube, Sie verwechseln da etwas. Die Bundeswehr ist eine Parlamentsarmee, nicht die "Lord's Resistance Army" - die haben Kindersoldaten.
Zitat von 2temeinungDIe Werbekampangen der Bundeswehr haben in den letzten Jahren sämtliches Maß verloren! Es wird nur noch versucht, sich ein cooles, freches Image aufzubauen. Die Konsequenz ist, dass die BW immer weiter mit Kindersoldaten aufgefüllt wird. Dass sich der Großteil nicht für dieses menschenverachtende Vorgehen interessiert, spricht Bände über das zerstörte Moralverständnis in Deutschland...
Ich glaube, Sie verwechseln da etwas. Die Bundeswehr ist eine Parlamentsarmee, nicht die "Lord's Resistance Army" - die haben Kindersoldaten.
taglöhner 20.10.2017
5. Zersetzung
Dreist ist, unsere auf die freiheitliche Demokratie samt Menschenrechte eingeschworene Parlamentsarmee mit bösartigem, hetzerischen Begriffs-Fake zu belegen. Fähige Leute für die Sicherheit und Verteidigung unserer [...]
Zitat von 2temeinungDIe Werbekampangen der Bundeswehr haben in den letzten Jahren sämtliches Maß verloren! Es wird nur noch versucht, sich ein cooles, freches Image aufzubauen. Die Konsequenz ist, dass die BW immer weiter mit Kindersoldaten aufgefüllt wird. Dass sich der Großteil nicht für dieses menschenverachtende Vorgehen interessiert, spricht Bände über das zerstörte Moralverständnis in Deutschland...
Dreist ist, unsere auf die freiheitliche Demokratie samt Menschenrechte eingeschworene Parlamentsarmee mit bösartigem, hetzerischen Begriffs-Fake zu belegen. Fähige Leute für die Sicherheit und Verteidigung unserer Freiheit zu rekrutieren, sollte uns sicher soviel Wert sein, wie Spitzentechnologie in ihrer Ausrüstung.

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