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Wirtschaft

Digitalwährung

Bitcoin springt über 6000 Dollar-Marke

Der Wertzuwachs des Bitcoin scheint unaufhaltsam. Innerhalb weniger Wochen legte die Digitalwährung rund ein Drittel zu und lag erstmals über der Marke von 6000 Dollar.

REUTERS

Bitcoin-Mining

Freitag, 20.10.2017   20:06 Uhr

Die Digitalwährung Bitcoin hat erstmals die Marke von 6000 Dollar geknackt. Zwischenzeitlich wurde die elektronische Währung auf der Handelsplattform Bitstamp bei 6000,10 Dollar gehandelt.

Allein am Freitag gewann der Bitcoin damit mehr als vier Prozent an Wert. Im Laufe der vergangenen zwei Wochen lag der Wertanstieg mit circa 1500 Dollar bei rund einem Drittel.

Nach Einschätzung von Marktbeobachtern gibt es eine allgemeine Euphorie für Digitalwährungen, die dem Bitcoin immer neuen Auftrieb verleiht. Allerdings hatten diese Woche zunächst Sorgen der Bitcoin-Nutzer vor künftigen Regulierungen der Digitalwährung für einen deutlichen Dämpfer gesorgt.

Notenbanken verweisen auf Risiken

Der Bitcoin ist die bekannteste der vielen Digitalwährungen, die seit der Finanzkrise 2008 entstanden sind. Die Idee dahinter ist Unabhängigkeit von staatlicher Kontrolle. Dies soll erreicht werden, indem nicht Notenbanken wie die EZB die Währung ausgeben, sondern Privatleute sie in komplizierten Rechenverfahren am Computer herstellen.

In jüngster Zeit verwiesen Vertreter von Notenbanken auf Risiken im Zusammenhang mit der Digitalwährung. Unter anderem sagte Ewald Nowotny, Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB), dass innerhalb der Notenbank über konkrete rechtliche Restriktionen diskutiert worden sei. Die Entwicklungen bei Digitalwährungen wie dem Bitcoin seien gefährlich und zutiefst unseriös. Konkrete Signale für eine stärkere Regulierung gab es zuletzt aus China. Der Chef der US-Bank JP Morgan, Jamie Dimon, hatte die Währung sogar als Betrug bezeichnet.

Kritiker monieren neben starken Kursschwankungen auch Sicherheitsrisiken und die Anonymität im Zahlungsprozess, was Digitalwährungen attraktiv für illegale Verwendungen mache.

Weitere Informationen zum Bitcoin:

brt/dpa-AFX

insgesamt 38 Beiträge
furam 20.10.2017
1. Zu der Aussage von JP Morgan...
...sollte man vielleicht noch ergänzen, dass sie den durch ihre Aussage abgerutschten Bitcoin-Kurs genutzt haben, um selber weiter in Bitcoin zu investieren. Böse Zungen könnten das auch als Marktmanipulation bezeichnen. Was [...]
...sollte man vielleicht noch ergänzen, dass sie den durch ihre Aussage abgerutschten Bitcoin-Kurs genutzt haben, um selber weiter in Bitcoin zu investieren. Böse Zungen könnten das auch als Marktmanipulation bezeichnen. Was wiederum die Aussage, es handele sich bei Bitcoin um Betrug, dann doch in etwas anderem Licht erscheinen lässt. :)
Ichbines2 20.10.2017
2. Andere Zocker
verdienen am Bitcoin, vorbei an den "regulierten" Märkten, das solange, bis es auch da zum Crash kommt. Andrerseits braucht man sich über den Run auf wieder nicht zu wundern, wenn man sieht, wie irrational an den [...]
verdienen am Bitcoin, vorbei an den "regulierten" Märkten, das solange, bis es auch da zum Crash kommt. Andrerseits braucht man sich über den Run auf wieder nicht zu wundern, wenn man sieht, wie irrational an den Börsen gezockt wird, am schlimmsten am Gold- und Ölmarkt. Welche dramatischen Einbrüche wurden und werden uns immer noch tagtäglich durch die Wahl von Trump und dessen Unfähigkeit "zu liefern" prophezeit? Weltuntergangsstimmung wurde propagiert!!! Und genau das Gegenteil passiert: Die Börsen rasen wie verrückt von einem Hoch zum anderen! Der Goldpreis wird runteranipuliert und stark gedeckelt. Wen wunderts also, dass gewiefte Anleger nach Alternativen suchen, damit sie diesen Zockern und Manipulierern entgehen können. Die Frage ist nur, wie lange das gut geht. Dass die Banken ambivalent sind ist klar: Einerseits ärgern sie sich, dass Ihnen ihr Monopol auf die wunderbaren Geschäfte mit Geld entgleitet, andrerseits sollen sie ja selbst bereits feste mitmischen.... Doppelmoral!
KRD 20.10.2017
3. unkontrollierte Märkte haben wir schon
jetzt auch noch unkontrolliertes Gelddrucken? Ich würde die Bezahlung mit und die elektronische Verfügungsmacht über Bitcoins einfach verbieten und unter erhebliche Strafe stellen.
jetzt auch noch unkontrolliertes Gelddrucken? Ich würde die Bezahlung mit und die elektronische Verfügungsmacht über Bitcoins einfach verbieten und unter erhebliche Strafe stellen.
JochenHe 20.10.2017
4. Nicht nur
Nicht nur Bitcoin ist diese Woche weiter gestiegen - auch Vertcoin hat ca. 100% zugelegt. Vielleicht sollte man mal erwähnen was sich bei den Kryptowährungen die ebenfalls bereits seit Jahren am Markt sind getan hat. Ein Artikel [...]
Nicht nur Bitcoin ist diese Woche weiter gestiegen - auch Vertcoin hat ca. 100% zugelegt. Vielleicht sollte man mal erwähnen was sich bei den Kryptowährungen die ebenfalls bereits seit Jahren am Markt sind getan hat. Ein Artikel über altcoins wäre wünschenswert. Gerade in der zweiten Reihe tummeln sich nämlich neben vielen schwarzen Schafen auch einige Währungen über die es wert wäre zu berichten.
Das Pferd 20.10.2017
5.
Was mich an der Kursexplosion stört, sind 3 Sachen. 1. bin nicht dabei, Bitcoin seht seit 6 Jahren auf meiner ToDo Liste, es war immer etwas wichtiger. Es ging zwar nur um Minisummen, ich wollte das als Zahlungsmittel probieren, [...]
Was mich an der Kursexplosion stört, sind 3 Sachen. 1. bin nicht dabei, Bitcoin seht seit 6 Jahren auf meiner ToDo Liste, es war immer etwas wichtiger. Es ging zwar nur um Minisummen, ich wollte das als Zahlungsmittel probieren, aber auch €100 wären inzwischen erfreulich viel. 2. Das Mining ist zu einer CO2-Sauerei geworden, die mathematische Begrenzung hätte man anders lösen müssen. 3. der hohe Kurs bedeutet, daß Bitcoin weit überwiegend der Spekulation und der Wertaufbewahrung dienen. Wenn die Blase platzt, ich meine so richtig wie die Tulpenspekulation oder der neue Markt, ist das Zahlungsmittel, das ich für recht nützlich halte, gleich mit diskreditiert. Wenigstens für ein paar Jahre.

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