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Wirtschaft

Nach Rekordverlust

RWE steuert wieder auf Milliardengewinne zu

Deutschlands größter Stromproduzent RWE Konzern steuert nach einem Rekordverlust wieder auf Milliardengewinne zu. Der Konzern profitiert vom Energiehandel und der vom Bund zurückgezahlten Brennelementesteuer.

DPA

Strommasten des Energiekonzerns RWE

Dienstag, 14.11.2017   09:52 Uhr

Der Energiekonern RWE hat nach den Verlusten im Zuge der Energiewende wieder einen Milliardengewinn eingefahren. In den ersten neun Monaten verdiente der Versorger unter dem Strich 2,2 Milliarden Euro. Dies verdankt RWE zwar vor allem der vom Bund zurückgezahlten Brennelementesteuer. Doch auch operativ lief es besser.

Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg dank eines höheren Handelsergebnisses, Kostensenkungen und der besser ausgelasteten Gaskraftwerken um 9,3 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro, meldete der Konzern. "RWE hat wieder die Kraft, selbst zu gestalten", sagte Finanzchef Markus Krebber.

Im vergangenen Jahr hatte der größte deutsche Stromproduzent nach Abschreibungen auf seine Kraftwerke eine Rekordverlust von 5,7 Milliarden Euro eingefahren. Doch das Blatt wendet sich. Die lange Zeit gefallenen Strom-Großhandelspreise haben etwas angezogen, was sich aber wegen des in der Regel zwei, drei Jahre im Voraus verkauften Stroms erst zeitverzögert auswirken wird.

In den ersten neun Monaten dieses Jahres erzielte RWE beim Strom noch niedrigere Preise als ein Jahr zuvor. Im Geschäft mit Braunkohlekraftwerken und der Kernenergie wie auch in der übrigen europäischen Erzeugung gingen die operativen Ergebnisse zurück. Im stark schwankenden Energiehandel fuhr RWE hingegen einen operativen Gewinn von 201 Millionen Euro ein nach einem Verlust von 97 Millionen im Vorjahreszeitraum.

kig/Reuters

insgesamt 12 Beiträge
ziehenimbein 14.11.2017
1. Kein Wunder,
wer als Grundversorger rund 29 Cent je kWh nehmen darf, kann nur Gewinn machen. Ich heize leider mit Strom und spare seit dem Wechsel knapp 500 Euro pro Jahr.
wer als Grundversorger rund 29 Cent je kWh nehmen darf, kann nur Gewinn machen. Ich heize leider mit Strom und spare seit dem Wechsel knapp 500 Euro pro Jahr.
regula2 14.11.2017
2. Milliardengewinne
Schön, Milliardengewinne - aber deshalb kann man doch von diesem Vorbildkonzern nicht gleich verlangen, seine Kohleförderung und -kraftwerke zu schliessen !
Schön, Milliardengewinne - aber deshalb kann man doch von diesem Vorbildkonzern nicht gleich verlangen, seine Kohleförderung und -kraftwerke zu schliessen !
mit66jahren 14.11.2017
3. Subventionsbetrieb mit Milliardengewinnen?
Die Rückzahlung der Brennelemente Steuer dürfte ein einmaliger Vorgang sein und die Milliardengewinne dürften sich nur als Milliardengewinn entpuppen. Mit der Stromerzeugung aus Kohle und Gas hat RWE nach der Aufspaltung des [...]
Die Rückzahlung der Brennelemente Steuer dürfte ein einmaliger Vorgang sein und die Milliardengewinne dürften sich nur als Milliardengewinn entpuppen. Mit der Stromerzeugung aus Kohle und Gas hat RWE nach der Aufspaltung des Konzerns nur noch eine Stellvertreterfunktion in der Stromerzeugung. Aus RWE ist mit seiner Backupfunktion ein Subventionsbetrieb geworden.
jowitt 14.11.2017
4. @ziehenimbein
Natürlich darf RWE noch viel mehr nehmen. Mal abgesehen davon, dass von Ihren angesprochenen 29 ct ja nur 1-2 ct für die tatsächliche Leistung von RWE gezahlt wird, der Rest geht an den Staat, in die EEG-Umlage und in das [...]
Zitat von ziehenimbeinwer als Grundversorger rund 29 Cent je kWh nehmen darf, kann nur Gewinn machen. Ich heize leider mit Strom und spare seit dem Wechsel knapp 500 Euro pro Jahr.
Natürlich darf RWE noch viel mehr nehmen. Mal abgesehen davon, dass von Ihren angesprochenen 29 ct ja nur 1-2 ct für die tatsächliche Leistung von RWE gezahlt wird, der Rest geht an den Staat, in die EEG-Umlage und in das Netzentgelt. Aber wie Sie schon sagten: Dann könnte man ja wechseln. Der Preis richtet sich hier nach dem Markt. So ist nunmal das System.
jowitt 14.11.2017
5. @regula2
Oh jeh. Von der Kohleförderung profitiert nicht RWE, sondern RAG. Im Übrigen läuft diese 2018 aus. Dann werden auch die letzten drei Zechen dicht gemacht haben und 5-8000 weitere Industriearbeitsplätze in NRW wegfallen. [...]
Zitat von regula2Schön, Milliardengewinne - aber deshalb kann man doch von diesem Vorbildkonzern nicht gleich verlangen, seine Kohleförderung und -kraftwerke zu schliessen !
Oh jeh. Von der Kohleförderung profitiert nicht RWE, sondern RAG. Im Übrigen läuft diese 2018 aus. Dann werden auch die letzten drei Zechen dicht gemacht haben und 5-8000 weitere Industriearbeitsplätze in NRW wegfallen. Die Kohleförderung senkt lediglich den Preis unserer Steinkohle auf das Weltniveau ab. Ich wäre dafür, diese Förderung insofern aufrecht zu erhalten, als das man wenigstens zwei Zechen offen hält, um Know How im Land zu halten. Denn neben den eigentlichen direkten Arbeitsplätzen hängen da noch zehntausende dran, wenn es z.B. darum geht, hochmoderne Gerätschaften für den Abbau herzustellen. Diese müssen allerdings in der Praxis erprobt werden.

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