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28.04.2010
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Großrazzia

Steuerfahnder durchsuchen Zentrale der Deutschen Bank

Die ersten Polizeiwagen kamen kurz nach 8 Uhr morgens: Steuerfahndung und Bundeskriminalamt durchsuchen bundesweit mehr als 230 Objekte wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung. Auch in der Deutschen-Bank-Zentrale in Frankfurt rückte ein Großaufgebot an.

Frankfurt am Main - Rund 1000 Beamte sind im Einsatz: An der Razzia sind unter anderem Beamte von der Steuerfahndung und vom Bundeskriminalamt beteiligt, wie die federführende Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt mitteilte.

Etwa 50 Gesellschaften und Unternehmen sollen Steuern beim Handel von Emissionsrechten für Treibhausgase hinterzogen haben. Auch Räume der Deutschen Bank wurden durchsucht, bestätigte ein Sprecher der Bank. Laut Bild.de fuhren dort die ersten Wagen gegen 8.20 Uhr vor. Die Ermittlungen richten sich nach Angaben der Justiz gegen rund 150 Beschuldigte. Der Schaden soll mindestens 180 Millionen Euro betragen.

Nach den bisherigen Ermittlungen sollen die Firmen ein sogenanntes Umsatzsteuerkarussell gebildet haben. Dafür wurden über deutsche Gesellschaften Emissionsrechte aus dem Ausland bezogen und diese im Inland über zwischengeschaltete Gesellschaften weiterverkauft.

Dafür gaben sie weder Umsatzsteuererklärungen ab noch zahlten sie Umsatzsteuer. Die jeweils letzte Gesellschaft in der Kette soll die Zertifikate wieder ins Ausland verkauft haben. Dafür bekam sie die Umsatzsteuer vom Finanzamt erstattet.

Die Betrugsmasche läuft nach demselben Muster ab, wie sie die Fahnder bereits seit Jahren aus dem grenzüberschreitenden Geschäft mit herkömmlichen Handelswaren kennen. Sogenannte Umsatzsteuerkarusselle kosten allein den deutschen Fiskus jährlich mehrere Milliarden Euro.

Milliardengeschäft mit Emissionszertifikaten

Der SPIEGEL hatte bereits im Dezember 2009 über Ermittlungen gegen die sogenannte Klima-Mafia berichtet, die im Milliardengeschäft mit Emissionszertifikaten den deutschen Staat um dreistellige Millionenbeträge prellt.

Dabei fragten die Fahnder offenbar auch immer wieder nach Transaktionen von Banken. "Man will feststellen, welche Rolle die Finanzinstitute bewusst oder unbewusst in der Kette der Betrüger spielen", sagte ein Ermittler damals dem SPIEGEL. Kollegen von ihm interessierten sich für Bewegungen auf Konten der Deutschen Bank.

Ausschlüsse an der Münchner Börse

Einem Bericht der "Financial Times Deutschland" zufolge schloss die Münchner Börse nach der Razzia zwei Firmen vom Börsensegment Emissionshandel aus. Sie seien "mit sofortiger Wirkung und bis auf weiteres vom Greenmarket-Handel suspendiert und technisch vom Zugang abgetrennt worden", zitierte die Zeitung den Geschäftsführer der Börse, Andreas Schmidt. Die Namen der Unternehmen wollte Schmidt nicht nennen.

wit/dpa/apn

Forum

Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 54 Beiträge
1. Höchststrafe.
Klo 28.04.2010
Wenn es wahr ist, dann erwartet die Bevölkerung die Höchststrafe für diese Verbrecher. Das dürfte wohl klar sein.
Zitat von sysopDie ersten Polizeiwagen kamen kurz nach acht Uhr morgens: Steuerfahndung und Bundeskriminalamt durchsuchen bundesweit mehr als 230 Objekte wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung. Auch in der Deutschen-Bank-Zentrale in Frankfurt rückte ein Großaufgebot an. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,691767,00.html
Wenn es wahr ist, dann erwartet die Bevölkerung die Höchststrafe für diese Verbrecher. Das dürfte wohl klar sein.
2. Bezahlen
querdenker13 28.04.2010
Sollte sich der Verdacht gegen die Personen bestätigen gibt es nur eines: 1. Die Personen haben müssen die Steuer die sie hinterzogen haben nachzahlen und 2. Diese Personen müssen das 10 fache der unterschlagenen [...]
Zitat von sysopDie ersten Polizeiwagen kamen kurz nach acht Uhr morgens: Steuerfahndung und Bundeskriminalamt durchsuchen bundesweit mehr als 230 Objekte wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung. Auch in der Deutschen-Bank-Zentrale in Frankfurt rückte ein Großaufgebot an. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,691767,00.html
Sollte sich der Verdacht gegen die Personen bestätigen gibt es nur eines: 1. Die Personen haben müssen die Steuer die sie hinterzogen haben nachzahlen und 2. Diese Personen müssen das 10 fache der unterschlagenen Steuersumme als Strafe bezahlen.
3. Lachhaft
zauberer1 28.04.2010
Den Deutsche-Bank-Insidern war das schon bekannt^^. Hier kam das Großaufgebot leider zu spät, sodaß unsere "guten Deutschen Bank" im Nachhinein wiedermal ihre blütenweisse Weste zur Schau tragen kann. Gut auch für [...]
Zitat von sysopAuch in der Deutschen-Bank-Zentrale in Frankfurt rückte ein Großaufgebot an. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,691767,00.html
Den Deutsche-Bank-Insidern war das schon bekannt^^. Hier kam das Großaufgebot leider zu spät, sodaß unsere "guten Deutschen Bank" im Nachhinein wiedermal ihre blütenweisse Weste zur Schau tragen kann. Gut auch für Ackermann und seine politischen Kumpels.....
4. bn
dbraaker 28.04.2010
Hätte nicht gedacht dass die Staatsanwaltschaft doch noch eine Möglichkeit findet dagegen vorzugehen. Das Spiel ist ja alt bekannt.
Zitat von sysopDie ersten Polizeiwagen kamen kurz nach acht Uhr morgens: Steuerfahndung und Bundeskriminalamt durchsuchen bundesweit mehr als 230 Objekte wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung. Auch in der Deutschen-Bank-Zentrale in Frankfurt rückte ein Großaufgebot an. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,691767,00.html
Hätte nicht gedacht dass die Staatsanwaltschaft doch noch eine Möglichkeit findet dagegen vorzugehen. Das Spiel ist ja alt bekannt.
5. ..
promedico 28.04.2010
Als wir noch "Blinde Kuh" spielten, hätten wir den Beamten gesagt:"...heiß, gaaaaannzzzz heißßßßß!"
Als wir noch "Blinde Kuh" spielten, hätten wir den Beamten gesagt:"...heiß, gaaaaannzzzz heißßßßß!"
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