17.11.2010
Sparprogramm
Pharmariese Roche streicht 4800 Stellen
Roche-Hauptsitz in Basel: Rückschläge bei der Zulassung von Medikamenten
Zürich - Medikamente wurden nicht zugelassen, Staaten kürzen ihre Ausgaben im Gesundheitssystem - jetzt spart auch Roche
. Und zwar radikal. Der Schweizer Pharmakonzern will mit dem Programm "Operational Excellence" seine Kosten von 2012 an um 2,4 Milliarden Franken (1,8 Milliarden Euro) pro Jahr senken. Bereits im kommenden Geschäftsjahr will das Unternehmen nach eigenen Angaben vom Mittwoch 1,8 Milliarden Franken sparen.
Das geht vor allem auf Kosten der Beschäftigten: 4800 Stellen oder sechs Prozent der Belegschaft sollen abgebaut werden. Weitere Stellen werden konzernintern verlagert und an Drittunternehmen ausgelagert, so dass insgesamt 6300 Beschäftigte von den Maßnahmen betroffen sind.
Roche rechnet wegen Rückschlägen bei wichtigen Medikamenten und den staatlichen Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen in den nächsten Jahren mit einer Wachstumsverlangsamung, wie Konzernchef Severin Schwan jüngst der Nachrichtenagentur Reuters gesagt hatte. Nach 2012 sollen dann neue Medikamente wieder für Schub sorgen.
Unterdessen bekräftigte Roche seine Jahresprognose. 2010 wird ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich im Konzern und im Pharmageschäft angestrebt - Währungseffekte und die stark schwankenden Verkäufe des Grippemittels Tamiflu herausgerechnet. Der bereinigte Gewinn je Genussschein und Inhaberaktie soll zweistellig zulegen. Analysten hatten ein Einsparpotential von zwei bis drei Milliarden Franken gesehen.
yes/Reuters
