14.01.2011
Aktientausch
Russischer Ölkonzern Rosneft steigt bei BP ein
BP-Chef Dudley und Rosneft-Chef Eduard Khudainatov: Firmenstrategie neu ausrichten
London - Der US-Öl-Riese BP und der russische Staatskonzern Rosneft
haben eine weitreichende Kooperationen bei verschiedenen
Ölförderprojekten vor allem in der Arktis beschlossen. Um die Partnerschaft zu untermauern, wird sich BP mit weiteren 9,5 Prozent an Rosneft beteiligen. Der Anteil an Rosneft steige damit auf 10,8 Prozent, teilte BP am Freitagabend in London mit.
Der russische Staatskonzern erhält dafür im Gegenzug fünf Prozent an dem britischen Unternehmen, das im vergangenen Jahr wegen der immensen Folgekosten für die Ölpest im Golf von Mexiko immer wieder einmal als Übernahmekandidat gehandelt wurde. Den Wert der BP-Aktien, die an Rosneft abgegeben werden, bezifferte das Unternehmen auf 7,8 Milliarden US-Dollar.
BP wolle seine Firmenstrategie neu ausrichten. Der Milliarden-Deal mit dem russischen Staatskonzern bedeute aber keineswegs eine Abkehr von Aktivitäten in den USA, wo BP nach der Explosion der Ölplattform "Deepwater Horizon" im vergangenen April in enormen Problemen steckt. "Da gibt es keine Verbindung", sagte Dudley.
In Russland ist BP bereits über das Gemeinschaftsunternehmen TNK-BP vertreten. Das Unternehmen hatte 2008 für Schlagzeilen gesorgt, als der damalige Chef Bob Dudley aus Angst vor Repressalien der russischen Regierung aus dem Amt geflohen ist. Eben dieser Dudley ist jetzt Vorstandschef von BP. Der Amerikaner wurde im Juni 2010 als Nachfolger des im Zusammenhang mit der Ölpest glücklos agierenden Tony Hayward.
can/dpa/dpa-AFX
