03.03.2011
Neue Währungsstrategie
China startet Yuan-Tuning
Von Maria Marquart und Stefan Schultz
Yuan-Noten: Rasante Liberalisierung der Währung
Hamburg - Es ist ein großes Ziel, das China verfolgt. Die Volksrepublik geht dabei in vielen kleinen Etappen vor. Der Paukenschlag soll ganz am Ende kommen: Der Yuan soll den Dollar als Leitwährung ablösen. Die Schritte dahin wirken oft unscheinbar. Doch es gibt einen Masterplan, den die chinesische Notenbank am Mittwoch vorgestellt hat.
Ein zentraler Bestandteil: Exporteure und Importeure
sollen noch in diesem Jahr die Geschäfte mit ihren ausländischen Partnern in Yuan abrechnen können. De facto stärkt China damit die internationale Rolle seiner Währung. Es sollen mehr Geschäfte in der chinesischen Währung abgewickelt werden - und damit weniger in Dollar
. Langfristig will China den streng reglementierten Yuan schrittweise in eine frei konvertierbare Weltwährung aufbauen.
Bisher ist der Dollar als Leitwährung unumstritten. Die USA sind die Wirtschaftsmacht Nummer eins auf dem Weltmarkt. Doch die Machtverhältnisse verschieben sich gen Asien. Experten prognostizieren, dass die Volksrepublik den Vereinigten Staaten bis 2050 den Rang als größte Wirtschaftsmacht abläuft.
Schon jetzt sind die hochverschuldeten USA von China finanziell enorm abhängig. Washington hat in Peking Schulden in Höhe von 1,16 Billionen Dollar.
"Eine internationale Leitwährung bringt politische Macht mit sich", sagt Manfred Neumann von der Universität Bonn. Chinas Pläne seien eine Prestigefrage im politischen Machtkalkül. Doch ob Peking den Yuan tatsächlich als Leitwährung verankern kann, daran zweifelt der Währungsexperte.
Mit welcher Strategie will China seine Währung voranbringen? Welche Gefahren drohen der Volksrepublik? SPIEGEL ONLINE analysiert den Masterplan Pekings - und die Chancen, dass der Yuan den Dollar als Leitwährung ablöst.
