22.07.2011
Quartalszahlen
Microsoft hadert mit dem iPad-Boom
Windows-Logo: Kampf gegen Apple
Redmond - Eigentlich sieht es gut aus für Microsoft: Der US-Software-Gigant hat seinen Nettogewinn im vierten Quartal um 30 Prozent gesteigert - und damit die Erwartungen der Analysten übertroffen. Der Konzern verdiente nach eigenen Angaben vom Donnerstag 5,87 Milliarden Dollar oder 69 Cent pro Aktie. Vor einem Jahr lagen die Einnahmen bei 4,52 Milliarden Dollar oder 51 Cent pro Aktie. Marktbeobachter hatten für das vierte Quartal mit einem Gewinn von 57 Cent pro Aktie gerechnet.
Der Umsatz von Microsoft erreichte eine neue Rekordmarke und stieg im Vergleich zum Vorjahr um acht Prozent auf 17,4 Milliarden Dollar. Analysten hatten 17,2 Milliarden Dollar erwartet. Neben der neuesten Ausgabe des Büropakets Office verkaufte sich vor allem die Server-Software bestens. "Wir sehen weiterhin eine starke Nachfrage unserer Firmenkunden - von Kleinbetrieben bis hinauf zu den größten Weltkonzernen", sagte der fürs Tagesgeschäft zuständige Manager Kevin Turner. Die gesamte Produktpalette sei gefragt, ergänzte er.
Trotz der positiven Daten reagierten die Märkte verhalten. Waren Microsoft-Aktien unmittelbar nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen im nachbörslichen Handel leicht gestiegen, drehten sie später ins Minus. Das könnte mit dem Umsatz in der Windows-Sparte zusammenhängen. Die Erlöse gingen nach Angaben des Unternehmens im dritten Quartal in Folge zurück. Demnach sank der Umsatz von 4,78 Milliarden Dollar auf 4,74 Milliarden Dollar.
Beobachter gehen davon aus, dass der Erfolg der Tablet-Computer, insbesondere von Apples iPad, für das Minus verantwortlich war. Dank starker Verkäufe des iPhone-Handys und des iPad-Tablets hatte Apple im gleichen Zeitraum 7,3 Milliarden Dollar verdient. Apples Erfolg macht Microsoft zu schaffen, weil viele Konsumenten nach Einschätzung von Marktforschern statt zu einem Windows-PC mittlerweile lieber zu einem iPad greifen. Auch die Mac-Computer sind begehrt.
Dagegen feiert Microsoft mit seiner Videospiele-Konsole Xbox 360 anhaltende Erfolge. Die früher verlustreiche Sparte verdient Geld, wenngleich mit operativ 32 Millionen Dollar eher im bescheidenen Rahmen. Zum Vergleich: Mit Office und anderer Firmenkunden-Software verdiente Microsoft operativ 3,6 Milliarden Dollar, mit Windows immer noch 2,9 Milliarden Dollar.
Problemfall ist und bleibt das Online-Geschäft rund um die Suchmaschine Bing. Die Sparte baute ihre Verluste sogar noch aus auf zuletzt 728 Millionen Dollar. Microsoft hat sich mit dem Internet-Pionier Yahoo gegen den Platzhirsch Google verbündet.
suc/dpa/dapd
