08.11.2011
Streit mit Metro-Chef
Media-Markt-Gründer zieht Klage zurück
Media Markt: Erbitterter Machtkampf zwischen den Gründern und dem Metro-Konzern
Hamburg - Der Metro-Chef Eckhard Cordes kann aufatmen - zumindest für einen kurzen Moment. Seit längerem befindet sich sein Unternehmen in einem erbitterten Rechtstreit mit Media-Markt-Gründer und Minderheitsgesellschafter Erich Kellerhals. Nun hat dieser eine Klage gegen den Großaktionär zurückgezogen.
Ruhe kehrt damit wohl nicht ein: Ein Sprecher Kellerhals' versicherte direkt, dass die Klage nicht ausbleibe, weil Kellerhals von seiner Rechtsauffassung abrücke. Vielmehr reagiere der Minderheitsaktionär damit auf den angekündigten Rückzug des Metro-Chefs aus seinem Amt.
Kellerhals hatte mit einer einstweiligen Verfügung die Macht von Cordes bei Gesellschafterversammlungen einschränken wollen. Dem Metro-Chef sollte untersagt werden, die Versammlungen ohne vorherige Abstimmung zu leiten und externe Stenographen zu den Sitzungen mitzubringen.
"Der Antrag hatte zum Ziel, der Wiederholung von satzungs- und rechtswidrigen Handlungen von Herrn Cordes in Gesellschafterversammlungen der Media-Saturn-Holding GmbH einen Riegel vorzuschieben", sagte ein Sprecher von Kellerhals' Beteiligungsgesellschaft Convergenta.
"Wir wollten Rechtssicherheit erreichen und damit lange Auseinandersetzungen in den nächsten Sitzungen vermeiden", betonte er. Nachdem die Presse den voraussichtlichen Rückzug von Cordes aus seinem Amt verkündet habe, sei Kellerhals' zuversichtlich, sein Ziel auch ohne gerichtliche Hilfe zu erreichen.
Machtkampf geht weiter
Der Machtkampf beim Elektrohändler Media-Saturn wird die Gerichte dennoch weiter beschäftigen. Metro hält mit gut 75 Prozent einen Großteil des Konzerns, die beiden Media-Markt-Gründer besitzen nur noch rund 25 Prozent der Media-Saturn-Holding. Dennoch müssen sie bei allen wichtigen Entscheidungen hinzugezogen werden.
Metro-Chef Cordes hatte in der vergangenen Woche angekündigt, deswegen vor das Oberlandesgericht München zu ziehen.
Das Landgericht Ingolstadt hatte der Metro im Oktober verwehrt, den Willen der beiden Minderheitseigner zu übergehen. Metro könne die weitreichenden Vetorechte der beiden Alteigner nicht in zentralen Fragen aushebeln. Cordes zufolge will Metro
dagegen Berufung einreichen.
irb/Reuters
