Lade Daten...
02.03.2012
Schrift:
-
+

Insolvente Schlecker-Tochter

Drogeriekette Ihr Platz schließt fast 150 Filialen

dapd

Ihr-Platz-Drogeriemarkt: Jobabbau nach Insolvenz des Mutterkonzerns

Die Insolvenz von Schlecker hat auch Folgen für die Firmentochter Ihr Platz: 142 der mehr als 600 Filialen werden geschlossen, rund tausend Stellen gestrichen. Der Sparplan ist damit etwas moderater als beim Mutterunternehmen - trifft die Beschäftigten aber dennoch hart.

Osnabrück - Der Kahlschlag geht weiter: Auch bei der Schlecker-Tochter Ihr Platz soll im Zuge der Sanierung jede fünfte Filiale geschlossen werden - insgesamt 142 der mehr als 600 Märkte. Zudem sollen 908 der 5350 Arbeitsplätze gestrichen werden. Das teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Werner Schneider am Freitag mit.

Unabhängig vom Mutterkonzern Schlecker werde nach einem Investor gesucht. Ziel sei ein rascher Verkauf. Ihr Platz hatte kurz nach Schlecker aus dem schwäbischen Ehingen Ende Januar Insolvenz angemeldet - weil die Kette sehr abhängig von der Mutter ist. Am 26. März solle das Insolvenzverfahren eröffnet werden, sagte Schneider, der Partner in der Kanzlei des Schlecker-Insolvenzverwalters Arndt Geiwitz ist.

Ihr Platz sei "ein im Kern gesundes Unternehmen mit guten Lagen und positivem Image". Über Warenbezug und Logistik sei man aber mit Schlecker verbunden, was letztlich zur Insolvenzanmeldung vor fünf Wochen geführt habe. Der Stellenabbau sei daher unvermeidlich.

Er strebe einen Interessenausgleich mit den Beschäftigten an, sagte Geiwitz. Ihr Platz hatte bereits 2005 Insolvenz angemeldet und wurde Ende 2007 von Schlecker übernommen.

Ihr Platz verfügt insgesamt über 612 Märkte, zählt man die Franchise-Märkte hinzu, sind es sogar 670. Die Franchise-Nehmer sind allerdings eigenständig und firmieren nur unter der Marke Ihr Platz. Sie sind von dem Insolvenzverfahren nicht betroffen.

Die Einschnitte bei Ihr Platz fallen geringer aus als beim Mutterkonzern Schlecker. Der Insolvenzverwalter will für die Sanierung 11.750 von 25.250 Jobs streichen und fast die Hälfte der 5400 deutschen Filialen schließen.

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) will bis Ende nächster Woche Klarheit über eine Transfergesellschaft für die Schlecker-Mitarbeiter schaffen. In einem Gespräch mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz und Ver.di-Chef Frank Bsirske sei klar geworden, dass alle Beteiligten eine solche Gesellschaft anstrebten, sagte ein Ministeriumssprecher.

Wenn alle rechtlichen Hürden genommen worden seien, könnten die Betroffenen bis zu zwölf Monate lang Transfer-Kurzarbeitergeld erhalten. Damit werde aber keine Beschäftigungsgesellschaft geschaffen - Ziel sei eine schnelle Jobvermittlung.

ssu/dapd/dpa

Forum

Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 6 Beiträge
1. Saftladen
KonsulOtto 02.03.2012
Soll der Saftladen doch lieber gleich ganz schließen!
Soll der Saftladen doch lieber gleich ganz schließen!
2.
Pizza No.7 02.03.2012
Was soll man da kommentieren? Bei einem derartig dünnen Filialnetz wird kaum jemand in diesem Forum eine "Ihr Platz"-Filiale jemals persönlich betreten haben. Mein letzter Kontakt mit "Ihr Platz" liegt [...]
Zitat von sysopDie Insolvenz von Schlecker hat auch Folgen für die Firmentochter Ihr Platz: 142 der 670 Filialen werden geschlossen, rund 1000 Stellen gestrichen.
Was soll man da kommentieren? Bei einem derartig dünnen Filialnetz wird kaum jemand in diesem Forum eine "Ihr Platz"-Filiale jemals persönlich betreten haben. Mein letzter Kontakt mit "Ihr Platz" liegt 30 Jahre zurück. Meine Filme wurden anstandslos entgegengenommen, und ein paar Tage später bekam ich Fotoabzüge anstandslos zurück. Das war es auch schon. Mir ist allerdings immer noch unklar, wer derartige "Drogeriemärkte" wie "Ihr Platz", "Rossmann", "Schlecker" oder "dm" heute überhaupt benötigt. Das Zeugs bekomme ich mittlerweile in jedem Supermarkt.
3. mal sehen
terra-x1968 02.03.2012
so leid es mir für die angestellten auch tut, die konkurenz ist halt groß. rossmann, dm und co, sind halt besser aufgestellt, da sie mit ihren preisen niedriger liegen. auch bei aldi und lidl bekommt man auch gute produkte [...]
Zitat von sysopDie Insolvenz von Schlecker hat auch Folgen für die Firmentochter Ihr Platz: 142 der 670 Filialen werden geschlossen, rund 1000 Stellen gestrichen. Der Sparplan ist damit etwas moderater als beim Mutterunternehmen - trifft die Beschäftigten aber dennoch hart. Insolvente Schlecker-Tochter: Drogeriekette Ihr Platz schließt fast 150 Filialen - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Wirtschaft (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,818915,00.html)
so leid es mir für die angestellten auch tut, die konkurenz ist halt groß. rossmann, dm und co, sind halt besser aufgestellt, da sie mit ihren preisen niedriger liegen. auch bei aldi und lidl bekommt man auch gute produkte die preislich, schlecker und ihr platz, unterbieten. das hat halt fogen für schlecker. man wird sehen ob der betrieb sich überhaupt noch behaupten kann in diesem konkurenzkampf.
4. Billiger
MDen 02.03.2012
Keine Ahnung, woher Sie kommen. Drogerieartikel bekommt man in Norddeutschland schon ewig im Supermarkt. Aber bei "Rossmann" sind sie meistens günstiger, inbesondere bei Angeboten. Und Schlecker ist mit seinen [...]
Zitat von Pizza No.7Was soll man da kommentieren? Bei einem derartig dünnen Filialnetz wird kaum jemand in diesem Forum eine "Ihr Platz"-Filiale jemals persönlich betreten haben. Mein letzter Kontakt mit "Ihr Platz" liegt 30 Jahre zurück. Meine Filme wurden anstandslos entgegengenommen, und ein paar Tage später bekam ich Fotoabzüge anstandslos zurück. Das war es auch schon. Mir ist allerdings immer noch unklar, wer derartige "Drogeriemärkte" wie "Ihr Platz", "Rossmann", "Schlecker" oder "dm" heute überhaupt benötigt. Das Zeugs bekomme ich mittlerweile in jedem Supermarkt.
Keine Ahnung, woher Sie kommen. Drogerieartikel bekommt man in Norddeutschland schon ewig im Supermarkt. Aber bei "Rossmann" sind sie meistens günstiger, inbesondere bei Angeboten. Und Schlecker ist mit seinen Randlagen oft näher als der nächste Supermarkt.
5. Arbeitsagentur
quantensprung2012 02.03.2012
Wozu braucht man eine Transfergesellschaft, um arbeitslos gewordene Mitarbeiter mit viel zusätzlichen Steuergeldern in neue Arbeit zu bringen? Das ist Aufgabe der Agentur für Arbeit! Diese Behörde wird von allen abhängig [...]
Wozu braucht man eine Transfergesellschaft, um arbeitslos gewordene Mitarbeiter mit viel zusätzlichen Steuergeldern in neue Arbeit zu bringen? Das ist Aufgabe der Agentur für Arbeit! Diese Behörde wird von allen abhängig Beschäftigten finanziert. Soll endlich mal die Agentur für Arbeit mit ihren tausenden Beschäftigten ihre eigentliche Arbeit tun: Vermittlung in den sogenannten ersten Arbeitsmarkt. Ich habe allerdings den Eindruck, dass sich diese "Agentur" am liebsten nur mit der Verwaltung von Arbeitslosen und der zwangsläufigen Auszahlung des ALG I beschäftigen möchte, damit die Mitarbeiter selber Arbeit haben. An den Vermittlungswünschen einer großen Zahl von arbeitslosen Mitarbeitern der Kette Ihr Platz bzw. von Schlecker sind die doch gar nicht interessiert. Die Arbeitsagentur hat kaum Kompetenz und Willen, Arbeitslose wieder Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt zu beschaffen. Man gibt lieber Vermittlungsgutscheine für private Arbeitsvermittler aus oder drängt diese Menschen in die Leiharbeit mit befristeten Verträgen. Und warum? Damit die Zahlen und die Statistik wieder mal "stimmen". Bravo!!!! Und herzliche Grüße an Bundesarbeitsminsterin Ursula von der Leyen!

Empfehlen

MEHR AUF SPIEGEL ONLINE

Fotostrecke

Fotostrecke

Artikel

News verfolgen

Lassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
Twitter RSS
alles zum Thema Schlecker
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2014 Alle Rechte vorbehalten