13.03.2012
Umstrittener KfW-Kredit
Schlecker-Insolvenzverwalter fordert Staatshilfe
Schlecker-Filiale in Ehingen: "Ich brauche eine belastbare Zusage"
Berlin - Der Insolvenzverwalter von Schlecker macht Druck auf die Bundesregierung. Er verlangt staatliche Hilfe durch einen Kredit der Förderbank KfW. "Das muss diese Woche entschieden werden", sagte Arndt Geiwitz der "Financial Times Deutschland". "Ich brauche noch keine Auszahlung, aber eine belastbare Zusage."
Auch ein Lohnverzicht der verbleibenden Beschäftigten der insolventen Drogeriekette müsse kurzfristig beschlossen werden. Dazu müsse es bis nächste Woche eine Entscheidung geben. Ohne diese beiden Bedingungen würde die Investorensuche gefährdet, warnte Geiwitz in der "FTD".
Es liefen bereits Vorgespräche mit ernstzunehmenden Interessenten, sagte er laut "Süddeutscher Zeitung". Schlecker benötige etwa 75 Millionen Euro für eine Transfergesellschaft nicht als Zuschuss, sondern als Überbrückung, bis das Kerngeschäft in einigen Monaten wieder laufe. "Das wäre kein unzumutbares Risiko für den Steuerzahler", sagte Geiwitz.
Bei Schlecker steht bundesweit ein Abbau von 12.000 der 33.000 Stellen bevor. Um die vom Arbeitsplatzverlust bedrohten Mitarbeiter in einer Auffanggesellschaft unterzubringen, will Geiwitz bei der KfW einen Überbrückungskredit einholen. Das Bundeswirtschaftsministerium lehnte dies jedoch am Wochenende ab.
Die grün-rote Landesregierung von Baden-Württemberg, wo sich der Sitz von Schlecker befindet, will sich damit nicht abfinden. "Wir nehmen das Nein nicht einfach so hin. Der Bund macht es sich zu einfach, wenn er ein KfW-Darlehen aus rein formalen Gründen ablehnt", sagte Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD).
Nach der Absage von Wirtschaftsminister Philipp Rösler sei nun Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) gefragt. Sie müsse zeigen, ob es ihr mit der Hilfe für die betroffenen Beschäftigten ernst ist. "Die Bundesregierung muss mit einer Stimme sprechen und klarstellen, ob sie helfen will oder nicht", forderte Schmid.
cte/Reuters/dpa-AFX

