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14.03.2012
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Filialschließungen

Wo der Schlecker-Kahlschlag droht

SPIEGEL ONLINE

Die Schlecker-Karte: Hier fallen die meisten Filialen weg

Mindestens 2000 Filialen will die Drogeriekette Schlecker schließen, rund ein Viertel davon entfällt auf Nordrhein-Westfalen. Auch in Berlin droht vielen Läden das Aus.

Hamburg - "Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Schlecker Marktes, wir müssen Ihnen heute leider mitteilen, dass Ihre Verkaufsstelle nach vorläufigem Stand zum 24. März 2012 geschlossen wird." So beginnt der Brief, der am Dienstagabend per Fax in rund 2000 Schleckerfilialen eingetroffen ist.

Am Mittwoch veröffentlichte Schlecker eine Liste mit den betroffenen Filialen. Die Liste sei noch vorläufig, hieß es, kleinere Änderungen seien noch möglich. So verhandelt der Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa noch über die Zukunft von 280 weiteren Läden. 120 Filialen, die ebenfalls auf der Kippe standen, seien inzwischen gerettet, hieß es. Bis vor kurzem zählte Schlecker in Deutschland noch insgesamt rund 5400 Filialen.

Von den 2000, die auf jeden Fall geschlossen werden, entfällt fast ein Viertel auf Nordrhein-Westfalen. In diesem einwohnerstärksten Bundesland werden insgesamt 460 Filialen geschlossen, in Bayern sind es 276.

Bei den Städten fallen in Berlin die meisten Filialen weg, insgesamt 77. In Hamburg werden 28 Läden geschlossen. Insgesamt verteilen sich die Filialschließungen in Relation zur Bevölkerung in den einzelnen Ländern recht gleichmäßig über das Bundesgebiet.

Schlecker betonte, dass eine Filialschließung nicht die Kündigung der dort beschäftigten Mitarbeiterinnen zur Folge haben müsse. Darüber entscheide in jedem Einzelfall der Sozialplan, der ebenfalls noch verhandelt werde. Insolvenzverwalter Geiwitz will 11.750 Stellen streichen, um das Unternehmen weiterführen zu können.

Die Gewerkschaft ver.di und die Betriebsrätinnen erhielten am Mittwoch eine erste Namensliste. "Ich gehe davon aus, dass wir am kommenden Wochenende zu Entscheidungen kommen werden", sagte Bernhard Franke, der zuständige ver.di-Verhandlungsführer. Doch gerade bei der Auswahl der Entlassungen nach Betriebszugehörigkeit, Alter und anderen Kriterien seien die Entscheidungen extrem schwierig.

stk/dpa

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insgesamt 14 Beiträge
1. Schlecker und wie weiter?
hubertrudnick1 14.03.2012
So ergeht es eben nun mal Unternehmen, die groß hinauswachsen wollen und alle Regeln missachten. Nur Leid kann es einem um die Beschäftigen gehen. Aber es werden noch etliche Unternehmen Schlecker folgen. HR
Zitat von sysopSPIEGEL ONLINEMindestens 2000 Filialen will die Drogeriekette Schlecker schließen, rund ein Viertel davon entfällt auf Nordrhein-Westfalen. Auch in Berlin droht vielen Läden das Aus. SPIEGEL ONLINE zeigt, wie stark die Bundesländer von der Pleite betroffen sind. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,821405,00.html
So ergeht es eben nun mal Unternehmen, die groß hinauswachsen wollen und alle Regeln missachten. Nur Leid kann es einem um die Beschäftigen gehen. Aber es werden noch etliche Unternehmen Schlecker folgen. HR
2. Liebe Spiegel-Praktikanten,
bürger_s 14.03.2012
Radius und Fläche eines Kreises hängen leider nicht linear zusammen. Wenn Ihr also Zahlen mit Kreisflächen repräsentieren wollt, kann man die Zahlen nicht als Radius ansetzen und dann daraus die Kreise machen.. (A= pi * r^2 [...]
Radius und Fläche eines Kreises hängen leider nicht linear zusammen. Wenn Ihr also Zahlen mit Kreisflächen repräsentieren wollt, kann man die Zahlen nicht als Radius ansetzen und dann daraus die Kreise machen.. (A= pi * r^2 ...)
3. Grundfalsches Wirtschaftssystem
Ursprung 14.03.2012
Gut so, dass es hier wenigstens einem Verursacher unter vielen anderen mal so ergeht, wie er es unzaehligen lokalen Kleinbetrieben angetan hat. Unabsehbar vielen Kleinbetrieben vorher und deren Arbeitsplaetzen haben die [...]
Zitat von sysopSPIEGEL ONLINEMindestens 2000 Filialen will die Drogeriekette Schlecker schließen, rund ein Viertel davon entfällt auf Nordrhein-Westfalen. Auch in Berlin droht vielen Läden das Aus. SPIEGEL ONLINE zeigt, wie stark die Bundesländer von der Pleite betroffen sind. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,821405,00.html
Gut so, dass es hier wenigstens einem Verursacher unter vielen anderen mal so ergeht, wie er es unzaehligen lokalen Kleinbetrieben angetan hat. Unabsehbar vielen Kleinbetrieben vorher und deren Arbeitsplaetzen haben die Leute vorher bereits vernichtet. Und dafuer lausig bezahlte, entwuerdigende Arbeitsbedingungen geschaffen, die kein Ersatz fuer das waren, was diese Schaedlingsfamilie samt den Politkomikern mit ihren falschen Rahmenbedingungen anderen schon bisher alles angetan hatte. Mal wieder sind es die deutschen Underdogs, armselig bezahlte Verkaeuferinnen und immobile Alte, die das Nachsehen haben werden. Und das ist genauso gewollt von unseren Willkuerdemokratiekomikern, welche nur aufgrund unserer eigenen Dummheit in die Schaltstellen eines grundfalschen Wirtschaftssystems gehievt wurden.
4. völlig schnuppe
Paul Panda 14.03.2012
Aber im Ernst: Das ist doch Haarspalterei. Erstens habe ich im Artikel nichts von Fläche und Radius gelesen (vielleicht habe ich ja etwas übersehen), und zweitens ist das doch piepegal: Je mehr Filialen schließen, desto [...]
Zitat von bürger_sRadius und Fläche eines Kreises hängen leider nicht linear zusammen. Wenn Ihr also Zahlen mit Kreisflächen repräsentieren wollt, kann man die Zahlen nicht als Radius ansetzen und dann daraus die Kreise machen.. (A= pi * r^2 ...)
Aber im Ernst: Das ist doch Haarspalterei. Erstens habe ich im Artikel nichts von Fläche und Radius gelesen (vielleicht habe ich ja etwas übersehen), und zweitens ist das doch piepegal: Je mehr Filialen schließen, desto größer der Kreis - pardon: Die Fläche. Ob der Zusammenhang nun linear oder quadratisch ist, dürfte den meisten Lesern völlig schnuppe sein. Hauptsache, der Zusammenhang ist proportional - wenn auch im Quadrat. Vielleicht orientiert sich das Auge ja sogar am Radius und nicht an der Fläche. Das müsste eventuell ein Wahrnehmnungspsychologe wissen.
5. Diese optischen Tricks sind kein Zufall
HerbieVS 14.03.2012
Diese Tricks finden Sie zu Hauf in graphischen Darstellungen. Bei Banken, Versicherungen usw. und auch recht regelmäßig im Spiegel. Natürlich orientiert sich das Auge an der Fläche. Dieser Effekt wird bewusst ausgenutzt [...]
Zitat von Paul PandaAber im Ernst: Das ist doch Haarspalterei. Erstens habe ich im Artikel nichts von Fläche und Radius gelesen (vielleicht habe ich ja etwas übersehen), und zweitens ist das doch piepegal: Je mehr Filialen schließen, desto größer der Kreis - pardon: Die Fläche. Ob der Zusammenhang nun linear oder quadratisch ist, dürfte den meisten Lesern völlig schnuppe sein. Hauptsache, der Zusammenhang ist proportional - wenn auch im Quadrat. Vielleicht orientiert sich das Auge ja sogar am Radius und nicht an der Fläche. Das müsste eventuell ein Wahrnehmnungspsychologe wissen.
Diese Tricks finden Sie zu Hauf in graphischen Darstellungen. Bei Banken, Versicherungen usw. und auch recht regelmäßig im Spiegel. Natürlich orientiert sich das Auge an der Fläche. Dieser Effekt wird bewusst ausgenutzt um Stimmungen zu erzeugen. Oder haben Sie beim Blick auf die Karte den Eindruck, dass in NRW etwa die 10fache Anzahl der Läden schliesst wie in Mecklenburg-Vorpommern? Der Eindruck ist doch eher, es schliesst die 40-50fache Anzahl. Dazu gibt es natürlich auch Literatur z.B. So lügt man mit Statistik: Amazon.de: Walter Krämer: Bücher (http://www.amazon.de/So-l%C3%BCgt-man-mit-Statistik/dp/3593356899/ref=sr_1_fkmr2_1?ie=UTF8&qid=1331759642&sr=8-1-fkmr2)

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