02.04.2012
Solarbranche
Zulieferer klagen über Auftragsrückgang
Solaranlage: Die Krise der Branche zieht Kreise
Frankfurt am Main - Die schlechte Lage von Solarfirmen sorgt auch bei den Zulieferern für Sorgen. Maschinenbau-Firmen bekommen die Flaute zu spüren. Besonders betroffen sind Photovoltaik-Zulieferer. In einer Umfrage des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) klagen sie über weniger Aufträge und sinkende Umsätze. Viele Firmen nutzen deshalb bereits Kurzarbeit.
83 Prozent der Hersteller von Komponenten, Maschinen und Anlagen für die Photovoltaikbranche gaben an, dass sie am Ende des ersten Quartals weniger Aufträge hatten als im Vorjahreszeitraum. Der Auftragsbestand reicht demnach derzeit für knapp vier Monate. Ein Jahr zuvor brachten die Aufträge den Firmen noch für siebeneinhalb Monate Arbeit.
Angesichts der Überkapazitäten bei Zell- und Modulherstellern rechnen die rund hundert befragten Unternehmen in diesem Jahr mit einem durchschnittlichen Umsatzrückgang von 21,5 Prozent. Mehr als die Hälfte der befragten Firmen hat den Mitarbeitern nach eigenen Angaben bereits Kurzarbeit verordnet. Auch Job-Abbau ist kein Tabu mehr: Gut 62 Prozent der Unternehmen planen, sich von einem Teil der Belegschaft zu trennen.
Pleitewelle bei deutschen Solarfirmen erfasst Q-Cells
Die Krise der Solarbranche hat bereits mehrere deutsche Firmen in die Pleite getrieben. Nach Solarhybrid, Solar Millennium
und Solon
will nun auch Q-Cells Insolvenz beantragen. Selbst der deutsche Solar-Pionier Solarworld
hat im vergangenen Jahr einen Verlust von 233 Millionen Euro erlitten.
Die Unternehmen leiden unter Preisverfall, Billigkonkurrenz aus Asien und Förderkürzungen. Das Bundeskabinett hatte Ende Februar die Solarstromförderung gekürzt. Die im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgelegten Neuregelungen sehen vor, die Fördersätze einmalig um 20 bis 30 Prozent zu senken. Im Lauf des Jahres soll die Förderung monatlich um weitere 0,15 Cent zurückgefahren werden.
Die Solarförderung kostet die Verbraucher derzeit etwa zwei Cent pro Kilowattstunde oder 70 Euro im Jahr. Solarstrom trägt allerdings nur zu etwa vier Prozent des Verbrauchs bei.
mmq/dpa
