Lade Daten...
11.04.2012
Schrift:
-
+

Schlecker

Beschäftigte sollen auf 15 Prozent Lohn verzichten

dapd

Ehemalige Schlecker-Filiale in Thüringen: Kündigungen, Schließungen und Lohnverzicht

Zehntausend Mitarbeitern hat er bereits gekündigt, mehr als zweitausend Filialen schließen lassen - doch es reicht nicht. Jetzt sollen auch die verbliebenen Schlecker-Mitarbeiter zur Rettung der Firma beitragen: Der Insolvenzverwalter fordert einen Lohnverzicht von 15 Prozent.

Ehingen - In den Verhandlungen über einen Sanierungstarifvertrag bei Schlecker hat Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz offenbar eine harte Forderung gestellt: Die Beschäftigten sollen zur Rettung der insolventen Drogeriekette drei Jahre lang auf 15 Prozent ihres Gehalts verzichten - das verbreitet jedenfalls die Gewerkschaft Ver.di. Geiwitz kommentierte das bisher nicht.

Ver.di lehnte die Forderung entschieden ab: "15 Prozent Lohnverzicht, das ist für die Schlecker-Frauen kaum vorstellbar", sagte Ver.di-Verhandlungsführer Bernhard Franke in Stuttgart. Die Verhandlungen über den sogenannten Sanierungstarifvertrag sind nach bisher ergebnislosen Gesprächen unterbrochen worden und sollen in der kommenden Woche fortgeführt werden.

"Das wird harter Diskussionen bedürfen", kündigte Franke an. Bei der Größenordnung, die Geiwitz einsparen wolle, werde auch ein möglicher Verzicht der Beschäftigten auf Sonderzahlungen nicht ausreichen. Zu den Sonderzahlungen gehören das Urlaubs- und Weihnachtsgeld.

Gewerkschaft will Beschäftigte am Unternehmen beteiligen

Im Raum steht laut Franke auch noch die Forderung der Gewerkschaft, als Ausgleich für einen Lohnverzicht eine Unternehmensbeteiligung der Beschäftigten zu erreichen. "Das hat der Insolvenzverwalter nicht rigoros abgelehnt", sagte Franke. Die Verhandlungen zwischen Tarifkommission und Insolvenzverwaltung sollen bis Ende April eine Einigung bringen. Bei Schlecker sind nach Filialschließungen und Tausenden Kündigungen noch rund 13.500 Mitarbeiter beschäftigt.

Währenddessen führt der Schlecker-Insolvenzverwalter nach eigenen Angaben mit drei von insgesamt sechs "ernsthaften" Bewerbern Gespräche über eine Übernahme. Bestätigt ist bisher der osteuropäische Finanzinvestor Penta als einer der drei engeren Kandidaten. Außerdem war bekanntgeworden, dass sich auch das Düsseldorfer Beratungs- und Investmenthaus Droege International Group für Schlecker interessiert. Unklar ist, ob das Unternehmen weiter im Rennen ist. Bis Ende Mai soll die Investorenfrage geklärt sein, auch die Gläubiger von Schlecker müssen zustimmen.

nck/dpa

Forum

Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 19 Beiträge
1. prima
wschwarz 11.04.2012
den Rest stockt die ARGE auf.
Zitat von sysopdapdZehntausend Mitarbeitern hat er bereits gekündigt, mehr als zweitausend Filialen schließen lassen - doch es reicht nicht. Jetzt sollen auch die verbliebenen Mitarbeiter zur Rettung der Firma beitragen: Der Insolvenzverwalter fordert einen Lohnverzicht von 15 Prozent. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,826900,00.html
den Rest stockt die ARGE auf.
2. unverschämt
max-mustermann 11.04.2012
Das war leider zu erwarten das dank der Insolvenz die hart erkämpften ohnehin bescheidenen Löhne wieder gestutzt werden, ich würde lieber mit vollem Arbeitslosengeld Anspruch direkt zum Amt gehen als mich derart erpressen [...]
Zitat von sysopdapdZehntausend Mitarbeitern hat er bereits gekündigt, mehr als zweitausend Filialen schließen lassen - doch es reicht nicht. Jetzt sollen auch die verbliebenen Mitarbeiter zur Rettung der Firma beitragen: Der Insolvenzverwalter fordert einen Lohnverzicht von 15 Prozent. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,826900,00.html
Das war leider zu erwarten das dank der Insolvenz die hart erkämpften ohnehin bescheidenen Löhne wieder gestutzt werden, ich würde lieber mit vollem Arbeitslosengeld Anspruch direkt zum Amt gehen als mich derart erpressen zu lassen. Der Insolvenzverwalter sollte sich schämen.
3.
franko_potente 11.04.2012
Schlecker zahlte gut und anderen Quellen zufolge ergeben sich die 15% druch Verzicht auf freiwilllige Sondernzahlungen. Erstaunlich finde ich, daß die Schlecker Männer auf die 15% verzichten sollen, die Schlecker Frauen [...]
Zitat von max-mustermannDas war leider zu erwarten das dank der Insolvenz die hart erkämpften ohnehin bescheidenen Löhne wieder gestutzt werden, ich würde lieber mit vollem Arbeitslosengeld Anspruch direkt zum Amt gehen als mich derart erpressen zu lassen. Der Insolvenzverwalter sollte sich schämen.
Schlecker zahlte gut und anderen Quellen zufolge ergeben sich die 15% druch Verzicht auf freiwilllige Sondernzahlungen. Erstaunlich finde ich, daß die Schlecker Männer auf die 15% verzichten sollen, die Schlecker Frauen aber nicht. Außerdem, was bringt es? Lieber 15% weniger, als Stütze. Oder man sagt, "befristet", oder man sagt" vorrübergehend" bei Besserung wird nachgezahlt... E sgit so viele Modelle. DAs einfachste ist nat. keinen Gehaltsverzicht, dafür 15% mehr entlassen und den Rest der Arbeit verteilen, unbezahlt nat.
4. Die Kostenfaktoren
redwed11 11.04.2012
Haben Sie schon mal von einem Insolvenzverwalter gehört, der im Interesse der Beschäftigten handelt? Die Kostenfaktoren werden doch auch bei Insolvenzen als Dreck behandelt. Das ist überall gleich, ob es den Unternehmen [...]
Zitat von max-mustermannDas war leider zu erwarten das dank der Insolvenz die hart erkämpften ohnehin bescheidenen Löhne wieder gestutzt werden, ich würde lieber mit vollem Arbeitslosengeld Anspruch direkt zum Amt gehen als mich derart erpressen zu lassen. Der Insolvenzverwalter sollte sich schämen.
Haben Sie schon mal von einem Insolvenzverwalter gehört, der im Interesse der Beschäftigten handelt? Die Kostenfaktoren werden doch auch bei Insolvenzen als Dreck behandelt. Das ist überall gleich, ob es den Unternehmen gut geht oder schlecht.
5. Ich nicht
solomong. 11.04.2012
denn das wären dann netto etwa 30% weniger Nettoeinkommen (Vollzeit) und ein paar Monate Sperre. Aber ich gebe Ihnen insofern Recht, daß am Ende der "Schleckersanierung" bestenfalls ein paar Läden in sehr guter [...]
Zitat von max-mustermannDas war leider zu erwarten das dank der Insolvenz die hart erkämpften ohnehin bescheidenen Löhne wieder gestutzt werden, ich würde lieber mit vollem Arbeitslosengeld Anspruch direkt zum Amt gehen als mich derart erpressen zu lassen. Der Insolvenzverwalter sollte sich schämen.
denn das wären dann netto etwa 30% weniger Nettoeinkommen (Vollzeit) und ein paar Monate Sperre. Aber ich gebe Ihnen insofern Recht, daß am Ende der "Schleckersanierung" bestenfalls ein paar Läden in sehr guter Lage oder XXXL-Stores mit deutlich über 500 qm Fläche übrigbleiben werden; - da kann es schon sinnvoll sein, jetzt zu agieren und sich intensiv nach einer anderen Beschäftigung umzuschauen, anstatt sich auf ein ewiges und nervenaufreibendes Siechtum einzulassen. Das geht auch ohne das Amt, oftmals sogar besser!

MEHR AUF SPIEGEL ONLINE

Verwandte Themen

Fotostrecke

Fotostrecke

Artikel

News verfolgen

Lassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
Twitter RSS
alles zum Thema Schlecker
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2014 Alle Rechte vorbehalten