12.04.2012
Bizarrer Bonus
Barclays zahlt Steuerschulden ihres Bankchefs
Barclays-Chef Diamond: Wirbel um Bonuspaket
Hamburg - Bei der britischen Bank Barclays ist kürzlich ein Brandbrief eingetrudelt. Laut "Wall Street Journal" stammt er von der mächtigen Association of British Insurers (ABI), die die Interessen von mehr als 300 Versicherungen in Großbritannien vertritt. Anleger kritisieren demnach eine ziemlich ungewöhnliche Bonusregelung für Bankenchef Bob Diamond.
Der hat 2011 nicht nur ein Gesamtgehalt von umgerechnet rund 18 Millionen Euro erhalten - die Bank hat im selben Abwasch auch noch eine alte Steuerschuld von ihm übernommen und beglichen. Die Rechnung belief sich auf gut sieben Millionen Euro. Die Steuerschuld kam dadurch zustande, dass Diamond teils in den USA und teils in England arbeitet.
Laut "Wall Street Journal" verschickte der ABI deshalb eine eilige Warnmitteilung an seine Anleger. Diese sollen am 27. April über Diamonds Gehalt abstimmen. Barclays kommentierte den Brandbrief mit kargen Worten. Man habe ausgiebige Gespräche mit Investoren geführt. Man habe die darin aufgeworfenen Bedenken und Fragen zur Kenntnis genommen, teilte die Bank mit.
Diamonds Gehalt indes erscheint fürstlich - vor allem da der Gewinn der Bank im vergangenen Jahr um acht Prozent zurückgegangen war. Die Entlohnung kann sich mit den Vorstandsvergütungen anderer Großbanken messen. JPMorgan-Chef Jamie Dimon etwa hatte 2011 mehr als 23 Millionen Dollar verdient. Der scheidende Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann und sein Nachfolger Anshu Jain dagegen verdienten 2011 mit 9,35 beziehungsweise 9,77 Millionen Euro erheblich weniger.
ssu
