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19.04.2012
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Schlecker-Interessent Penta winkt ab

DPA

Mitarbeiterinnen von Schlecker: "Das zieht sich hin"

Der Blick in die Bücher hat offenbar nicht überzeugt: Der osteuropäische Finanzinvestor Penta steigt aus dem Bieterprozess um die insolvente Drogeriekette Schlecker aus. Die Gewerkschaft Ver.di befürchtet langwierige Verhandlungen.

Prag - Der osteuropäische Finanzinvestor Penta ist beim Verkauf der insolventen Drogeriekette Schlecker aus dem Rennen. "Wir werden nicht am weiteren Bieterprozess teilnehmen", sagte ein Penta-Sprecher am Donnerstag in Prag. Er wollte sich nicht zu den Gründen für den Rückzug äußern. Die ablehnende Entscheidung sei am Donnerstag nach Rücksprache mit Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz gefallen.

Ein Sprecher von Geiwitz bestätigte gegenüber der "Südwest Presse" den Rückzug von Penta. "Wir haben aber noch fünf ernsthafte Interessenten, die dabei sind", sagte er. Geiwitz selbst kommentierte die überraschende Entwicklung nicht. Er sagte jedoch: "Wenn es so wäre, dass ein Investor mal ausscheidet und dass ein neuer dazu kommt, dann halte ich das für ganz normal."

Nach SPIEGEL-Informationen hatte es sich bei Penta um den ersten ernstzunehmenden Investor gehandelt. Ob der deutsche Investor Droege aus Düsseldorf noch Interesse an Schlecker hat, ist unklar. Zumindest hat Droege bisher nach eigenen Angaben noch keine Absage erhalten.

Die Penta-Gruppe hatte zuletzt die Ergebnisse einer Prüfung aus der vorherigen Woche abgewartet. Dabei handelte es sich um eine Analyse der Stärken und Schwächen bei einem möglichen Engagement nach einem Einblick in die Schlecker-Geschäftszahlen.

Aus Sicht von Ver.di zeichnet sich bei Schlecker keine schnelle Einigung ab. "Das zieht sich hin", sagte ein Sprecher der Gewerkschaft. Ver.di-Vertreter hatten zuvor zweitägige Gespräche mit Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz über den Sanierungskurs begonnen. Es gebe "ein ernsthaftes Bemühen", vor richtigen Verhandlungen die vielen noch offenen Fragen zu klären, sagte der Ver.di-Sprecher. Mit Resultaten sei eher in der kommenden Woche zu rechnen.

Einen weiteren Dämpfer gab es von Hunderten früheren Schlecker-Beschäftigten: Sie sind kurz vor Fristablauf rechtlich gegen ihre Entlassung vorgegangen. Bis Anfang dieser Woche gingen bundesweit rund 450 Kündigungsklagen bei Arbeitsgerichten ein, die Gerichte rechnen noch mit etlichen weiteren Klagen.

dab/dpa/dapd

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insgesamt 4 Beiträge
1.
pauerkraut 20.04.2012
wie waere es denn; wenn die Gewerkschaften sich hier mal engagieren und Schlecker uebernehem??? Dann koennne die mal " Butter bei die Bemme" geben und nicht nur noergeln. Bislang doch immer nur heisse Luft.....
wie waere es denn; wenn die Gewerkschaften sich hier mal engagieren und Schlecker uebernehem??? Dann koennne die mal " Butter bei die Bemme" geben und nicht nur noergeln. Bislang doch immer nur heisse Luft.....
2.
papayu 20.04.2012
Da melden sich "Interessenten" die Werbung fuer sich machen. Wenn es dann ums "Eingemachte" geht, ziehen sie sich zurueck. Und " WER DIE?" machen es genau so. Am Ende kostete das [...]
Da melden sich "Interessenten" die Werbung fuer sich machen. Wenn es dann ums "Eingemachte" geht, ziehen sie sich zurueck. Und " WER DIE?" machen es genau so. Am Ende kostete das "Tauziehen" nur Geld und das Geschaeftsmodell "Schlecker" ist passe. Neckermann und Quelle, damals die VERSANDHAEUSER, sind schon lange weg vom Kaeufer. Auf dem flachen Land hat fast jeder ein Auto und das naechste Einkaufscenter ist nicht weit weg.
3. ...
deus-Lo-vult 20.04.2012
Braucht er ja auch nicht. Gestern stand doch in SPON, dass hunderte Schlecker-Angestellte gegen ihre Kündigung klagen!
Zitat von sysop. "Wir werden nicht am weiteren Bieterprozess teilnehmen", sagte ein Penta-Sprecher am Donnerstag in Prag. Er wollte sich nicht zu den Gründen für den Rückzug äußern.Suche nach Investor: Schlecker-Interessent Penta winkt ab - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,828643,00.html)
Braucht er ja auch nicht. Gestern stand doch in SPON, dass hunderte Schlecker-Angestellte gegen ihre Kündigung klagen!
4.
-mowgli- 20.04.2012
Für diese Schleckerangestellten ist ja laut Insolvenzverwalter auch genug Geld vorhanden. Immerhin hat er sich ja 85.000.000,-- gespart, die in die Transfergesellschaften geflossen wären, sofern die FDP das vernünftigerweise [...]
Zitat von deus-Lo-vultBraucht er ja auch nicht. Gestern stand doch in SPON, dass hunderte Schlecker-Angestellte gegen ihre Kündigung klagen!
Für diese Schleckerangestellten ist ja laut Insolvenzverwalter auch genug Geld vorhanden. Immerhin hat er sich ja 85.000.000,-- gespart, die in die Transfergesellschaften geflossen wären, sofern die FDP das vernünftigerweise nicht gestoppt hätte. Mit diesen vielen Millionen sind die Klagen sicher schnell in den Güteverhandlungen erledigt.

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