26.04.2012
Deutsche Bank
Ackermann verabschiedet sich mit Schrumpf-Gewinn
Scheidender Deutsche-Bank-Chef Ackermann: Analysten hatten mit mehr Gewinn gerechnet
Frankfurt am Main - Die Geschäfte im Investmentbanking ziehen an - trotzdem liegt die Deutsche Bank im ersten Quartal mit ihrem Ergebnis unter den Erwartungen. Der Gewinn lag mit 1,4 Milliarden Euro deutlich unter den Einnahmen von vor einem Jahr. Seinerzeit hatte das Institut aufgrund einer starken Konjunkturbelebung noch 2,1 Milliarden Euro verdient.
Vor Steuern machte Deutschlands größtes Geldhaus dieses Mal einen Gewinn von 1,9 Milliarden Euro; im Vorjahreszeitraum waren es gut drei Milliarden gewesen. Analysten hatten dieses Mal im Schnitt mit 2,4 Milliarden gerechnet. Die Konzernaktie rutschte am Vormittag fast drei Prozent ins Minus. Einer ersten Händlereinschätzung zufolge ist die Bilanz der Deutschen Bank "auf allen Ebenen etwas schlechter als erwartet". Immerhin: Die Abschreibung auf das Engagement bei Actavis sei etwas geringer als befürchtet.
Das Institut verwies auf Sondereffekte wie die neuerlichen Abschreibungen auf den Pharmakonzern Actavis und Kosten für Rechtsstreitigkeiten. Die Zahlen sind immerhin besser als im vierten Quartal 2010. Von Oktober bis Dezember hatte das Unternehmen lediglich 186 Millionen Euro verdient und nur dank Steuereffekten einen Verlust vermieden.
Während die Schuldenkrise das Kapitalmarktgeschäft Ende 2011 weitgehend zum Stillstand gebracht hatte, belebte es sich in den ersten drei Monaten des neuen Jahres deutlich. Vor allem im Anleihehandel profitierte das Geldhaus. Insgesamt fuhr die Investmentbank (CB&S) im ersten Quartal einen Vorsteuergewinn von 1,7 Milliarden Euro ein - zwei Drittel des Konzernergebnisses. Chef-Investmentbanker Anshu Jain übernimmt Ende Mai zusammen mit seinem Vorstandskollegen Jürgen Fitschen die Führung von Josef Ackermann.
ssu/dpa-AFX/Reuters

