04.05.2012
Hohe Kursverluste
Aktionär verklagt Nokia wegen Erfolglosigkeit
Nokia-Geschäft in Helsinki: Um Schadensbegrenzung bemüht
Espoo - Gerade erst ist Nokia vor Gericht gezogen: Der finnische Handyhersteller kündigte eine wahre Klagewelle gegen Konkurrenten an, die Patente verletzt haben sollen. Doch nun wird Nokia selbst angeklagt: Ein Aktionär fordert für sich und andere Anleger Wiedergutmachung für die massiven Kursverluste des Unternehmens. Diese weiteten sich am Freitag durch die Nachricht von der Klage aus: Der Nokia
-Kurs sank um fast elf Prozent.
Kläger Robert Chmielinksi hatte Ende vergangenen Jahres Nokia-Aktien gekauft - nach eigenen Angaben in der Hoffnung, dass dem einstigen Weltmarktführer mit neuen Windows-Smartphones die Wende gelingt. Doch es kam anders: Nokia fuhr zu Jahresbeginn einen Verlust von 929 Millionen Euro ein. Der Start des Hoffnungs-Handys Lumia 900 wurde von einer Software-Panne überschattet.
Chmielinksi wirft dem Nokia-Management um Konzernchef Stephen Elop vor, die Lage schöngeredet zu haben. In der Klage ist von Betrug die Rede. Die Klage sei am Donnerstag vor dem Bezirksgericht von Manhattan eingereicht worden, teilten die Anwälte mit. Das ist möglich, weil Nokia-Anteile auch an der Wall Street gehandelt wird. Die Kanzlei sucht nun weitere Nokia-Anteilseigner, die sich hintergangen fühlen.
Derartige Sammelklagen sind gefürchtet, weil die Schadenssummen in die Höhe schießen. In der vorliegenden Klage wird keine Summe genannt. Sammelklage-Verfahren können sich über Jahre hinziehen und enden oft in Vergleichen.
Der Konzern mühte sich in einer Erklärung am Nachmittag um Schadensbegrenzung: "Nokia prüft die Vorwürfe in der Klage, ist aber überzeugt, dass sie haltlos sind." Das Unternehmen werde sich wehren.
dab/dpa

