08.05.2012
Hardware-Defekt
Xetra-Panne legt Deutsche Börse lahm
Ungewöhnlicher Kursverlauf: Eine Xetra-Panne legte den Aktienhandel in Frankfurt lahm
Frankfurt am Main - Die Händler sind sowieso schon nervös in diesen Tagen und dann hakt auch noch die Technik: Die elektronische Handelsplattform Xetra, über die fast alle Aktiengeschäfte abgewickelt werden, fiel am Dienstagmorgen aus. Der Handel begann mit mehr als einer Stunde Verzögerung.
Eine technische Panne gilt als äußerst ungewöhnlich. "Aufgrund eines Hardware-Fehlers musste der Markt auf Xetra heute morgen angehalten werden", sagte ein Börsensprecher. "Nach Behebung des technischen Problems wurde der Markt ab 10:15 Uhr schrittweise wiedereröffnet, ab 10:35 Uhr waren alle Wertpapiere wieder handelbar über Xetra". Der Handel auf Xetra Frankfurt Spezialist, dem früheren Parketthandel, sei nicht betroffen gewesen. Den letzten Ausfall auf Xetra hatte es nach Angaben der Deutschen Börse am 19.11.2007 gegeben. Damals war das System gut eine Stunde ausgefallen.
Zuvor wurden lediglich Eröffnungskurse für den Leitindex Dax und den TecDax sowie für die meisten Einzelwerte berechnet. So eröffnete der Dax
mit einem Minus von 0,32 Prozent. Sorgen um die Zukunft der europäischen Schuldenländer, eine unsichere Regierungsbildung in Athen und die lahmende Wirtschaft im Euro-Raum lasten auf den Kursen.
Der Leitindex weitete gegen Mittag seine Verluste aus dem frühen Handel etwas aus und sank um ein Prozent auf 6500 Punkte. Für den MDax
ging es um 1,17 Prozent nach unten auf 10.502 Punkte und der TecDax
verlor 0,87 Prozent auf 777 Punkte.
Befürchtungen machten die Runde, das Sparpaket werde wieder aufgeschnürt. Das Thema sei leider noch nicht abgehakt, sagte ein Händler. "Die nächsten Tage werden nun zeigen, wie gut der Markt weitere negative Nachrichten aus Euro-Land verkraften kann." Zu den größten Verlierern im Dax zählten BMW
(minus 1,6 Prozent) und die Deutsche Börse
(minus 1,4 Prozent). Zulegen konnten dagegen die Aktien der Deutschen Post
. Die Papiere verteuerten sich nach einem Gewinnsprung des Konzerns im ersten Quartal um 0,7 Prozent.

