08.05.2012
Business-Netzwerk
Xing bekommt einen neuen Chef
Führungswechsel: Thomas Vollmoeller wird Chef beim Business-Netzwerk Xing
Hamburg - Im Schatten von Facebook sind auch die Business-Netzwerke für berufliche Kontakte gewachsen: Das Hamburger Unternehmen Xing hat Umsatz und Gewinn in den vergangenen vier Jahren mehr als verdoppelt - zum Jahresende verlässt der Vorstandsvorsitzende Stefan Groß-Selbeck das Unternehmen.
Die Aufgaben des Internet-Unternehmers Groß-Selbeck wird Thomas Vollmoeller übernehmen, der bisher Chef der Schweizer Handels- und Logistik-Holding Valora war. "Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, Xing einem Nachfolger zu übergeben", sagte Groß-Selbeck. "Ich persönlich habe mich entschieden, nach vier Jahren neue Wege zu gehen." Welche das sein werden, sagte der 44-Jährige frühere Deutschland-Chef von Ebay nicht.
Tchibo, Conrad und FC St. Pauli
Sein Nachfolger Vollmoeller ist in der deutschen Internetbranche bekannt: Der 52-Jährige, der von IBM ausgebildet wurde und zehn Jahre für die Unternehmensberatung McKinsey arbeitete, steuerte das sogenannte Non-Food-Geschäft bei Tchibo: Kleidung, Technik und Haushaltswaren - vertrieben nicht nur in Tchibo-Filialen, Bäckereien und Supermärkten, sondern auch über einen hauseigenen Onlineshop.
Vollmoellers offizielles Profil bei seinem künftigen Projekt Xing verrät darüber hinaus: Der Fan des Zweitligisten FC St. Pauli sitzt im Verwaltungsrat der deutschen Elektronikmarkt-Kette Conrad und leitet derzeit den Schweizer Handelskonzern Valora. Dieser teilte am Dienstag im Muttenz mit, Vollmoeller verlasse den Konzern unter anderem, um fortan wieder näher bei seiner Familie sein zu können.
Konkurrenzkampf gegen LinkedIn
Vollmoeller muss sich bei Xing
um das Wachstum kümmern. Die deutsche Firma kämpft gerade gegen das erfolgreiche US-Netzwerk LinkedIn
an, das inzwischen auch deutsche Nutzer anspricht. Derzeit tauschen sich auf Xing nach Konzernangaben elf Millionen Menschen aus, fünf Millionen im deutschsprachigen Raum. Das Netzwerk hat sich darauf spezialisiert, Kontakte im Geschäftsleben zu ermöglichen.
LinkedIn bringt weltweit nach eigenen Angaben "über 150 Millionen Fach- und Führungskräfte" zusammen. Im Jahr 2002 in den USA gestartet, greift dieses Netzwerk längst auch den deutschen Markt an - mit einer deutschsprachigen Benutzeroberfläche, Gruppen für deutsche Nutzer und aktuell etwa zwei Millionen deutschen Mitgliedern.
nck/dpa/dapd
