08.05.2012
Konjunktursorgen
Anleger verkaufen Gold und Öl
New York Mercantile Exchange in New York: Öl und Gold werden billiger
Frankfurt am Main - Die Kurven von Gold- und Ölpreis verlaufen fast parallel zu den Nachrichten aus Griechenland: Nachdem der Chef des Linksbündnisses, Alexis Tsipras, Griechenlands Zusagen zum Rettungspaket für null und nichtig erklärt hatte, sackten die Kurse ab. "Es sieht so aus, als bevorzugten viele Anleger im Moment Cash", sagte ein Börsenhändler.
Der Druck - vor allem auf den Goldpreis- kommt Branchenbeobachtern zufolge vom Future-Markt. "Gold wird schon seit einiger Zeit als riskanter Rohstoff und nicht als sicherer Hafen gehandelt", erklärt Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch. Der Goldpreis fiel um bis zu 2,4 Prozent auf knapp 1600 Dollar und war damit so niedrig wie seit Anfang Januar nicht mehr.
Gold-Fakten
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Schwacher Euro lastet auf Goldpreis
Mit dem niedrigen Ölpreis sinken Analysten zufolge auch die Inflationsrisiken. Viele Anleger sichern sich in der Regel über Gold gegen einen Anstieg der Verbraucherpreise ab. Solche Geschäfte verlören jetzt an Bedeutung, erklärte ein Händler. Ungewöhnlich sei, dass der Goldpreis stärker als der Ölpreis falle.
Ein Grund könnte der mit rund 1,30 Dollar in Euro
relativ schwache Euro-Kurs sein. Dadurch wird das in Dollar gehandelte Gold in Dollar
für Anleger aus der Euro-Zone teurer und somit unattraktiver. "Dass Gold nicht von der Krise in Europa profitieren kann, ist ein Verkaufssignal", sagte Analyst Fritsch.
Saudi-Arabien drückt Preis für Erdöl
Am Ölmarkt sorgten vor allem saudi-arabische Förderzusagen für einen Rückgang des Ölpreises. In Tokio hatte Ölminister Ali al-Naimi am Dienstagmorgen gesagt, der weltgrößte Ölexporteur habe 80 Millionen Barrel für eventuelle Versorgungsengpässe gelagert. Zudem würden täglich rund zehn Millionen Barrel gefördert, deutlich mehr als in der Vergangenheit. Die Angst vor Versorgungsengpässen angesichts des Streits der westlichen Staaten mit Iran hatte in diesem Jahr den Brent-Preis schon um 20 Prozent auf ein Jahreshoch von 128 Dollar je Fass getrieben.
Inzwischen gab der Preis angesichts der schleppenden Konjunktur weltweit nach. Saudi-Arabiens Regierung erklärt immer wieder, es gebe genügend Öl. Der Ölpreis sei aber immer noch hoch, sagte Naimi. Sein kuwaitischer Kollege Hani Hussein wurde von der Zeitung "al-Rai" mit der Aussage zitiert, ein Barrel sollte rund 100 Dollar kosten. Das wäre angesichts der zu erwartenden Nachfrage und dem vorhandenen Angebot ein fairer Preis.
nck/Reuters
