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09.05.2012
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Trotz Krise

Deutsche Firmen exportieren Waren für fast hundert Milliarden

Güterbahnhof bei Hamburg: Deutschland profitiert von der Belebung des Welthandels
DPA

Güterbahnhof bei Hamburg: Deutschland profitiert von der Belebung des Welthandels

Es ist der höchste Monatswert aller Zeiten: Im März hat die deutsche Wirtschaft Waren im Wert von 98,9 Milliarden Euro exportiert. Dennoch spüren die Unternehmen die Krise in anderen Euro-Ländern.

Berlin - Sie läuft und läuft und läuft. Die deutsche Exportwirtschaft boomt trotz europäischer Schuldenkrise weiter. Sowohl die Ausfuhren als auch die Einfuhren kletterten im März auf den höchsten jemals gemessenen Monatswert, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit.

Laut den vorläufigen Zahlen der Behörde wurden Waren im Gesamtwert von 98,9 Milliarden Euro exportiert, die Importe beliefen sich auf 81,5 Milliarden Euro. Binnen Jahresfrist erhöhten sich die Ausfuhren damit um 0,7 Prozent, die Einfuhren um 2,6 Prozent.

Allerdings zeigen die Zahlen auch, dass es großen Teilen der Euro-Zone schlechter geht. Die Ausfuhren in den Währungsraum gingen im März um 3,6 Prozent zurück, die in die EU-Länder um 2,8 Prozent. Mehr als ausgeglichen wurde das durch die florierenden Geschäfte in Übersee, vor allem in Asien, den USA und Südamerika. Der Umsatz außerhalb der EU kletterte um kräftige 6,1 Prozent.

"Die wettbewerbsfähige deutsche Wirtschaft profitiert von der Belebung des Welthandels nach der Schwächephase Ende 2011", hieß es in einer Analyse der Commerzbank. "Bis jetzt können Deutschlands Exporteure die schwache Nachfrage aus Europa durch stärkere Nachfrage aus Übersee ersetzen", sagte Christian Schulz von der Berenberg Bank.

Handwerk startet gut ins neue Jahr

Auch beim deutschen Handwerk läuft es gut. Der Umsatz werde in diesem Jahr um mindestens 2,5 Prozent steigen, teilte der Dachverband ZDH am Mittwoch mit. Zudem sollen 25.000 neue Arbeitsplätze entstehen. "Die hohe Dynamik des Boomjahres 2011 wird dabei nicht ganz erreicht", sagte ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke. Im vorigen Jahr hatte die Branche ihren Umsatz um knapp sieben Prozent gesteigert und bereits rund 25.000 Arbeitsplätze geschaffen.

Der Start ins neue Jahr lief für die meisten Betriebe positiv. Es war das beste erste Quartal seit Beginn der ZDH-Umfrage 1992. Rund 86 Prozent der Unternehmen bezeichneten ihre Lage als gut oder befriedigend. "Treibende Kräfte sind die Baunachfrage, gewerbliche Aufträge und der private Konsum", sagte Schwannecke.

Aufgrund einer Serie guter Konjunkturdaten zum Quartalsende gehen Experten davon aus, dass es Anfang 2012 wieder leichtes Wachstum gab und Deutschland damit den Rückfall in die Rezession vermieden haben könnte. Für das Gesamtjahr erwarten Ökonomen einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um rund ein Prozent - nach drei Prozent im Jahr 2011.

dab/dpa/Reuters

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