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10.05.2012
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Wirbel um Bankia

Spanien verstaatlicht viertgrößte Bank des Landes

Bankia-Logo: In staatlicher Obhut
REUTERS

Bankia-Logo: In staatlicher Obhut

Die spanische Bankenkrise erreicht einen neuen Höhepunkt. Die Regierung muss das viertgrößte Geldhaus des Landes verstaatlichen. Wirtschaftsexperte Nouriel Roubini dringt auf rasche Hilfen für den darbenden Finanzsektor - niemand wisse, ob die Regierung die Krise noch allein stemmen kann.

Madrid - Die Bankenkrise in Spanien spitzt sich zu. Zwei Tage bevor Premier Mariano Rajoy seinen Masterplan zur Stabilisierung des darbenden Finanzsektors vorstellen will, muss die Regierung das Geldinstitut Bankia verstaatlichen. Das teilte Wirtschaftsminister Luis de Guindos am Mittwochabend mit.

Demnach will die Regierung die Muttergesellschaft BFA, zu der neben Bankia mehrere Sparkassen gehören, zu 100 Prozent verstaatlichen. Die Bankia selbst hat bereits 4,6 Milliarden Euro Hilfen aus dem spanischen Bankenrettungsfonds Frob erhalten; diese sollen nun in BFA-Aktien umgewandelt werden. Auf diese Weise werde der Staat größter Aktionär bei Bankia sein.

Die Bankia gilt wegen ihrer zahlreichen faulen Immobilienkredite als der größte Problemfall im spanischen Finanzsektor. Das Institut ist das viertgrößte des Landes. Es war aus dem Zusammenschluss von Caja Madrid mit einer Reihe kleinerer Sparkassen hervorgegangen. Bankia hat zehn Millionen Kunden.

Der kriselnde spanische Bankensektor entwickelt sich zu einer immer größeren Belastung für die Euro-Zone. Die Institute sitzen seit dem Ende des Baubooms im Land auf großen Mengen fauler Kredite aus der Immobilienbranche. Nach Angaben der Regierung beläuft sich das Gesamtvolumen der Immobilienkredite spanischer Banken auf 320 Milliarden Euro. Davon wurden 180 Milliarden als "giftig" eingestuft. Der Ökonom Nouriel Roubini schätzt, dass die Institute Hilfen in Höhe von 100 bis 250 Milliarden Euro benötigen, um nicht pleitezugehen. "Niemand kann so tun, als wüsste er, ob Spanien insolvent ist", schrieb Roubini in einem Artikel für die "Financial Times".

Rajoys Masterplan mit Spannung erwartet

Für Spanien verschlechtert sich die Lage an den Finanzmärkten derzeit deutlich. Die Rendite für zehnjährige Staatspapiere stieg am Mittwoch erstmals seit Mitte April wieder über die Marke von sechs Prozent. Aktien der Finanzhäuser rutschten kräftig ab. Die Titel der BBVA und der Banco Santander verloren am Mittwoch fast 5,5 Prozent an Wert.

Angesichts der sich zuspitzenden Lage wird Rajoys Bankenrettungsplan mit Spannung erwartet. Erste Details des geplanten Pakets sickern bereits durch:

Ministerpräsident Mariano Rajoy äußerte die Zuversicht, dass seine geplante Bankenreform die Probleme der Finanzwirtschaft in seinem Land größtenteils lösen werde. Die Regierung werde auf ihrer Kabinettssitzung am Freitag entsprechende Entscheidungen treffen. "Wir wissen, was zu tun ist, und wir werden es tun."

ssu/dpa-AFX/dapd

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insgesamt 120 Beiträge
1.
Rodelkönig 10.05.2012
Wieso müssen die Banken eigentlich immernoch laufend gerettet werden mit nationalen Rettungsschirmen, europäischen Rettungsschirmen wie dem EFSF und ESM, mit weltweiten Rettungsschirmen vom IWF ... etc.? Pleite gehen lassen und [...]
Wieso müssen die Banken eigentlich immernoch laufend gerettet werden mit nationalen Rettungsschirmen, europäischen Rettungsschirmen wie dem EFSF und ESM, mit weltweiten Rettungsschirmen vom IWF ... etc.? Pleite gehen lassen und gut ist. Kann sein, dass dann halt das Finanzsystem zusammenbricht, aber dieser Zusammenbruch ist sowieso nicht mehr zu vermeiden, sondern nur noch eine Frage der Zeit. Das kapitalistische Finanzsystem ist durch und durch marode, ungerecht und ohne Finanzhilfe aus kommunistischen und sozialistischen Ländern wie China und einigen südamerikanischen Staaten nicht überlebensfähig. Kommt es eigentlich niemandem komisch vor, dass die Prediger des Finanzkapitalismus ihr System immer als das beste und überlegenste bezeichnen, aber eben diese Prediger dann die westlichen Staatschefs ins kommunistische China schicken, um dort um Geld zu betteln, damit unser System nicht zusammenbricht? Selbst der härteste und radikalste Vertreter des Finanzkapitalismus müsste da doch ins Grübeln kommen.
2. Wo ist denn China kommunistisch?
spon-1203191786232 10.05.2012
"Dann bricht halt das Finanzsysten zusammen". Einen weniger durchdachten Kommentar habe ich selten gelesen. Darunter leiden zuerst und vor allem die Ärmsten der Gesellschaft. Wollen wir dies. Bitte erklären sie [...]
Zitat von RodelkönigWieso müssen die Banken eigentlich immernoch laufend gerettet werden mit nationalen Rettungsschirmen, europäischen Rettungsschirmen wie dem EFSF und ESM, mit weltweiten Rettungsschirmen vom IWF ... etc.? Pleite gehen lassen und gut ist. Kann sein, dass dann halt das Finanzsystem zusammenbricht, aber dieser Zusammenbruch ist sowieso nicht mehr zu vermeiden, sondern nur noch eine Frage der Zeit. Das kapitalistische Finanzsystem ist durch und durch marode, ungerecht und ohne Finanzhilfe aus kommunistischen und sozialistischen Ländern wie China und einigen südamerikanischen Staaten nicht überlebensfähig. Kommt es eigentlich niemandem komisch vor, dass die Prediger des Finanzkapitalismus ihr System immer als das beste und überlegenste bezeichnen, aber eben diese Prediger dann die westlichen Staatschefs ins kommunistische China schicken, um dort um Geld zu betteln, damit unser System nicht zusammenbricht? Selbst der härteste und radikalste Vertreter des Finanzkapitalismus müsste da doch ins Grübeln kommen.
"Dann bricht halt das Finanzsysten zusammen". Einen weniger durchdachten Kommentar habe ich selten gelesen. Darunter leiden zuerst und vor allem die Ärmsten der Gesellschaft. Wollen wir dies. Bitte erklären sie mir mal wo denn China kommunistisch, oder sozialistisch ist, ausser im Namen der KPCh. Sonst ist das Land kapitalistischer als dir USA.
3. Spanische Banken
Pedro1000 10.05.2012
Der Bankensektor hat an die Baufirmen und Promotoren 400 Mrd. Kredite vergeben. Diese Kredite wurden schon mehrfach verlängert, d.h. Zinsen werden bezahlt, das Kapital aber nicht bedient. Viele diese Kredite wurden zudem [...]
Der Bankensektor hat an die Baufirmen und Promotoren 400 Mrd. Kredite vergeben. Diese Kredite wurden schon mehrfach verlängert, d.h. Zinsen werden bezahlt, das Kapital aber nicht bedient. Viele diese Kredite wurden zudem ungesichert vergeben. Die Banken und Sparkassen sind einfach nicht bereit diese Immobilien zu Marktpreisen zu verkaufen. Die Wohnungspreise müssen um mindestens 40 % fallen. Dann wird auch wieder gekauft. Das hätte erhebliche Verluste gebracht. Hinzukommt, dass die Banken und Sparkassen nur Immokredite für eigene Immobilien (meist Rücknahmen aus Versteigerungen) vergeben. Somit sind diese selbst schuld, wenn die Baufirmen und Promotoren die Kredite nicht zurückzahlen. Denn an deren Kunden werden keine Kredite vergeben. Die Bankia Gruppe besteht aus ehemaligen Sparkassen Caja Madrid, Bancaja, Caixa Laietana, Caja Rioja, Caja Insular de Canarias, Caja Segovia y Caja Ávila. Der bisherige Chef war der EX-Direktor des IMF Rodrigo Rato. Dieser hatte bei der Bankenaufsicht einen Jahresabschluss mit 40 Mio Gewinn eingereicht. Dieser Abschluss wurde jedoch von den Wirtschaftsprüfern nicht unterzeichnet. Dies war dann der Auslöser der Verstaatlichung. Die Entscheidungsträger sind ausschliesslich Parteimitglieder der Regierungspartei PP. Ausserdem haben diese dann in grosser Anzahl Familienmitgliedern lukrative Jobs besorgt. Die Sachkompetenz dieser Spezialisten ist vergleichbar mit der der Landesbanken (Sachsen LB, LBBW, WestLB etc.)
4. komisch
Moshpit 10.05.2012
Ich verstehe wirklich nicht, wieso immer noch von einer Staatsschuldenkrise gefaselt wird. Der Artikel nennt ausnahmsweise mal ganz klar die Ursachen: eine Bank die vom Staat ungenügend beaufsichtigt wurde, vergibt hemmungslos [...]
Ich verstehe wirklich nicht, wieso immer noch von einer Staatsschuldenkrise gefaselt wird. Der Artikel nennt ausnahmsweise mal ganz klar die Ursachen: eine Bank die vom Staat ungenügend beaufsichtigt wurde, vergibt hemmungslos Kredite für Immobilien und verzockt sich dabei in einem solchen Ausmaß, das es eine ganze Volkswirtschaft an den Rand des Ruins treibt und wenn es schlecht läuft die Geschichte sogar in eine echte Staatspleite mündet. Das Spiel hat sich in anderen Ländern mit anderen Banken wiederholt und dennoch werden schamlos Ursache und Wirkung auf den Kopf gestellt. Natürlich gibt es gerade in Griechenland Zustände, die die Lage extrem verschärfen. Das rechtfertigt aber noch lange nicht die von Politikern, Wirtschaftsleuten und Lobbyisten verbreitete dreiste Behauptung, das die Ursache für den Schlamassel die angebliche Tatsache wäre, wir hätten alle über unsere Verhältnisse gelebt. Und jetzt? Macht Frau Merkel jetzt wieder unsere Taschen noch leerer um ein paar Fantastillionen für die darbenden Banken rüber zu schieben?
5. Betrug hoch 10
naknak 10.05.2012
Wieso verstaatlicht ein Staat der fast pleite ist eine Bank die fast pleite ist? Gewinne privatisiert, Verluste sozialisiert.
Zitat von sysopDi
Wieso verstaatlicht ein Staat der fast pleite ist eine Bank die fast pleite ist? Gewinne privatisiert, Verluste sozialisiert.

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