14.05.2012
Folgen von Fukushima
Tepcos Verluste summieren sich auf 20 Milliarden
Tepco-Zentrale in Tokio: Verstärkt auf fossile Brennstoffe angewiesen
Tokio - Der Atomkonzern Tepco ist de facto verstaatlicht, Ende April sagte die Regierung eine Kapitalspritze von zehn Milliarden Euro zu und übernahm im Gegenzug mehr als 50 Prozent der Stimmrechte. Die neue Bilanz des Unternehmens zeigt nun, wie dringend diese Unterstützung nötig ist: Die Katastrophe im Atomkraftwerk Fukushima hat Tepco demnach bislang Verluste von fast 20 Milliarden Euro eingebracht.
Vor allem die immensen Schadensersatzforderungen führten im vergangenen Geschäftsjahr 2011/12 zu einem Fehlbetrag von umgerechnet 7,58 Milliarden Euro. Im vorangegangenen Geschäftsjahr 2010/11 hatte sich das Minus sogar auf umgerechnet gut zwölf Milliarden Euro summiert.
Der Unfall im AKW Fukushima im März 2011 hatte zur Folge, dass mittlerweile alle japanischen Kernkraftwerke wegen Wartungsarbeiten abgeschaltet sind. Deshalb mussten Tepco und andere Energieerzeuger bei der Stromproduktion verstärkt auf fossile Brennstoffe zurückgreifen, was die Kosten weiter in die Höhe trieb.
Die Staatshilfen für Tepco summieren sich seit Beginn der Atomkrise auf mindestens 34 Milliarden Euro. Auch im neuen Geschäftsjahr dürfte Tepco nicht aus den roten Zahlen kommen. Das Management prognostiziert allerdings nur noch eine Milliarde Euro Verlust. Gewinne werden erst für das kommende Geschäftsjahr bis Ende März 2014 erwartet.
Der Sanierungsplan für Tepco sieht vor, dass das Unternehmen von April 2013 an die stillgelegten Atomreaktoren wieder hochfährt. Beobachter erwarten jedoch Widerstand aus der Bevölkerung.
dab/dpa/Reuters
